Am Julius-Echter-Gymnasium begann der bisher heißeste Tag im Jahr am 02. Juli für einige hilfsbereite Schülerinnen schon um kurz nach sieben Uhr. Da wurde nicht lange gefackelt und beim Ausladen des Phoenix-Van geholfen. Es war nämlich wieder so weit: In der angenehm temperierten Aula haben die Darsteller Isabel Sanchezaus Kalifornien und Matthew Steven-James aus England mit dem Phoenix-Theatre unsere Schülerinnen und Schüler in ferne Gefilde entführt.
Die Unterstufe durfte sich über ein Musical „Captain Jack“ freuen, wo sich der berüchtigte Pirat Black Dog Peterson auf die Suche nach einem verlorenen Schatz machte. Die Heldin der Geschichte war aber Mary, die sich als Seemann verkleidet an Bord von Captain Jacks Schiff auf die Weltmeere aufmachte, um Beute zu machen. Nach einigen Irrungen und Wirrungen heckt Mary mit dem Leichtmatrosen Stinky Smith einen Plan aus, der sie vielleicht zu unvorstellbaren Schätzen führen wird. Das Stück wurde passend für die Klassen 5 und 6 in einfacher englischer Sprache gehalten und dient vor allem der Begegnung junger Menschen mit der Kunstform des Theaters und muttersprachlichen Darstellern.
Die Mittelstufenklassen sahen hingegen das sehr anregende Stück „Songs my mother taught me“. Das Stück behandelt die Flüchtlingsthematik und zeigt, wie man trotz unterschiedlichster Erfahrungen, Kulturen und Sprachen über die doch sehr zahlreichen Gemeinsamkeiten einen Draht zueinander finden und Brücken schlagen kann. Die Handlung ist fiktiv, aber eine Reflexion der Realität und basiert auf wahren Geschichten.
Der große englische Barde durfte natürlich auch dieses Jahr nicht zu kurz kommen. Welches Stück Shakespeares vermochte unsere Oberstufe zu dieser Jahreszeit eher zu erquicken als die Interpretation von „A Midsummer Night’s Dream“? Bekanntlich treffen hier mythische Kreaturen und die Athener High Society in vier miteinander verwobenen Geschichten auf einfache, auch derbe Menschen. Die Dialoge sind in der originalen Sprache gehalten, alles andere wäre ja auch ein Verbrechen an der Kunstfertigkeit Shakespeares. Doch durch die didaktische Aufbereitung ist es jederzeit möglich gewesen, der Handlung zu folgen. Unsere Schüler durften sogar zahlreiche Verse selbst nachsprechen, denn bei dem bearbeiteten Stück handelt es sich um Mitmachtheater, ein unvergessliches Ereignis für unsere Hobbyschauspielerinnen und -schauspieler.
Als neusprachliches Gymnasium, das viel Wert auf Interkulturalität und authentische Sprachbegegnungen legt, haben wir uns sehr über den Besuch des äußerst engagierten und didaktisch toll aufgestellten Phoenix Theatre gefreut. Die Aufführungen reihten sich damit perfekt in die bereichernden Wochen nach Ende der Abiturprüfungen ein: Besuch der Gastschüler aus Indien im Rahmen unseres Schüleraustausches mit Bangalore, Spanienaustausch, Aufführung der Theater AG, Exkursion nach Trier… Wir freuen uns schon außerordentlich auf den erneuten Besuch der Schauspieler im neuen Schuljahr.
Bereits zum zweiten Mal durfte sich die Schulfamilie des Julius-Echter-Gymnasiums über den Ersten Preis im Fachbereich Chemie beim Bundesfinale von „Jugend Forscht“ freuen. Betreut von Dr. Roland Full und Jörg Giegerich, siegten Elisabeth Fischermann und Tom Kreßbach aus der 11. Klasse mit ihrem Projekt „Power inside: eine essbare Batterie für nichtinvasive Diagnoseverfahren“. Damit setzten sie den Erfolg von Hannah Amrhein, Lena und Hanna Fries fort, die fast genau drei Jahre zuvor bei diesem Wettbewerb gewonnen hatten. Die außergewöhnliche Leistung der beiden Elftklässler bot Anlass zu einer Feierstunde, die am 30.6. in der Aula der Schule stattfand.
In ihrer Begrüßung machte Schulleiterin Petra Hein deutlich, wie stolz sie auf Elisabeth und Tom ist. „Jugend Forscht“ sei ein wichtiger Baustein der gesamten MINT-Aktivitäten am JEG, welche enormes Engagement beinhalten und beachtliche Erfolge zeitigen. Dies alles ist aber nur dank der zahlreichen Sponsoren möglich, von denen fast alle als Ehrengäste im Publikum zu finden waren: Vertreter des Lions-Club, Marcus Heinrich von Agilimo, Filialdirektorin Claudia Schindler (Sparkasse), Clemens Geßner von der Firma Wika sowie Frau Lebold und Herr Oberle als verlässliche Ansprechpartner von Elternbeirat und Freundeskreis des JEG.
Denn Schule ist für Petra Hein kein Elfenbeinturm oder, besser gesagt, Isolationshaft im kleinen Chemielabor, sondern das JEG ist eingebunden in eine bildungstechnisch, wirtschaftlich und politisch starke Region. Deshalb freute sie sich, dass weitere besondere Gäste ihrer Einladung gefolgt waren, nämlich Kevin Geis vom Venture Lab der TH Aschaffenburg, Susanne Seidel von der Pressestelle des Landratsamts, die Mitglieder des Bayerischen Landtags Martin Stock (CSU) und Thomas Zöller (Freie Wähler), Kai Hohmann und Dietmar Fieger in ihrer Eigenschaft als Bürgermeister der beiden Heimatgemeinden von Lizzy und Tom, Dr. Maria Bausback, Stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der IHK und Thorsten Stürmer (Geschäftsführung der Zentec). Besonders freute sich die Schulleiterin über die Anwesenheit von Dr. Christoph, dem Ministerialbeauftragten für die unterfränkischen Gymnasien, der anschließend ans Rednerpult trat.
Dieser bekannte gleich, dass er gerne der Einladung gefolgt sei: „Das JEG ist sehr nah an meinem Herzen.“ Damit spielte er augenzwinkernd darauf an, dass er selbst am Josef-Effner-Gymnasium in Dachau war, abgekürzt ebenfalls JEG. Sein Dank galt der Fachschaft Chemie. Er hob zudem hervor, dass am JEG als sprachlichem Gymnasium sowohl Fremdsprachen als auch Naturwissenschaften gleichermaßen hervorragend vertreten sind, mit einer reichen Auswahl an Fachexpertise im Lehrerkollegium; für Christoph ist klar, dass hier, im regen Austausch untereinander, ein Erfolgsgeheimnis zu finden ist. Wettbewerbe wie „Jugend Forscht“ begreift der Ministerialbeauftragte als Anregung an die Schülerinnen und Schüler, sich Herausforderungen zu stellen.
Wenn man ihn als Vater des Erfolgs bezeichne, lasse er dies nur gelten, sofern man auch die anderen beiden Väter, Jörg Giegerich und Waldemar Büttner, nenne, so Projektbetreuer Roland Full zu Beginn seiner Rede. Infolgedessen hob er die enge, freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen ihm, JEG-Chemielehrer Giegerich und Büttner, ehemaligem Berufsschullehrer für Elektrotechnik, besonders hervor. Ohne sie sei eine solche Leistung nicht möglich gewesen. Überhaupt ist es für die Region schon exzeptionell, dass bereits zum zweiten Mal einer von zehn Bundessiegen an den bayerischen Untermain geht. Doch was treibt Full, der zuvor fast 40 Jahre Lehrer für Chemie und Sport am Gymnasium in Hösbach war und bereits über 150 Projekte betreut hat, immer noch an? Schuld daran ist das Forschervirus, das ihn seit seiner Dissertation im Fach Chemie fest im Griff hat, sowie die Faszination für das Unbekannte. Für ihn sei es außerdem toll zu sehen, welch erstaunliche Entwicklung die beiden Jungforscher Tom und Lissy gemacht und welch beschwerlichen Weg sie dabei bewältigt haben: Von den ersten, tastenden Versuchen im April 2024 bis hin zur Anmeldung ihrer Forschungsergebnisse beim Deutschen Patentamt im Februar 2025. Hut ab!
Nach einer berührenden Gesangsdarbietung von Tuana Yilmaz, Finalistin bei „The Voice Kids“, die sich selbst am Klavier begleitete, hatten dann die beiden Gewinner Elisabeth Fischermann und Tom Kreßbach das Wort: Souverän und dabei gleichzeitig locker und anschaulich stellten sie den versammelten Schülerinnen und Schülern der 11. Jahrgangsstufe ihr Siegerexperiment vor. Mit ihrem zukunftsweisenden Projekt „Power inside: eine essbare Batterie für nichtinvasive Diagnoseverfahren“ zeigten sie, wie Innovation, Nachhaltigkeit und medizinischer Fortschritt Hand in Hand gehen können. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen – was dem Verfasser dieser Zeilen aufgrund mangelnder Expertise auch nicht glücken würde –, kann man auf jeden Fall sagen, dass hier viel chemisches Wissen, viel Geduld im Labor und an den Messgeräten und vor allem das nötige Quentchen Genie vorhanden waren, um am Ende eine essbare, sprich nicht mit schädlichen Inhaltsstoffen belastete Batterie herstellen zu können. Dabei bauten die Elsenfelder Forscher auf einem italienischen Prototyp auf und verfeinerten ihn, unter anderem durch die Ingredienzen Kohlenstoff, Blattgold und als Ummantelung Wurstdarm – alles essbar, wenn auch nicht unbedingt lecker. Das Endprodukt kann sich sehen lassen und hat das Potential, die Medizintechnik zu bereichern.
Nach der gelungenen Präsentation der beiden Wettbewerbssieger gab der anschließende Empfang Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und vielleicht sogar über die nächste erfolgversprechende Wettbewerbsidee aus dem JEG-Chemielabor nachzudenken.
Heute fand der erste Termin unseres sexualpädagogischen Seminars für die 8. Klassen statt und leider hatten Lehrkräfte keinen Zutritt zu dieser spannenden Veranstaltung… Und das ist laut Schülerinnen und Schüler der 8BD auch gut so! Ohne Lehrkräfte ließ es sich laut ihnen viel entspannter über die Themen Liebe, Familie, Pubertät, Verhütung und Sexualität reden. Drei Mitarbeitende des SkF gestalteten den ganzen Vormittag rund um die obigen Themen. Dafür wurde sich zunächst im Plenum ausgetauscht und später in geschlechtergetrennten Workshops gearbeitet.
Wir bedanken uns herzlich beim SkF e.V. Aschaffenburg für die, laut SchülerInnen, „sehr nette, offene, kompetente, informative und methodisch total abwechslungsreiche“ Durchführung und freuen uns auf die noch ausstehenden zwei Termine mit den restlichen Schülerinnen und Schülern der 8. Jahrgangsstufe. Ihr Engagement ist eine große Unterstützung für unsere Schule!
Am 27. Juni fand die feierliche Verabschiedung der Abiturientinnen und Abiturienten des Julius-Echter-Gymnasiums statt. Mit einem Augenzwinkern, einem Schluck Symbolik und ganz viel Herz hatten sie zuerst in der Elsenfelder Christkönigskirche eine Andacht unter dem Motto „Viva la vida – lebe das Leben“ gefeiert. Anhand von biblischen Wundern und Tequilaflaschen gaben die Religionslehrerinnen dem Jahrgang einen wichtigen Gedanken mit auf den Weg: Das Leben zu feiern, auch wenn nicht alles perfekt ist, und darauf zu vertrauen, dass Wunder oft im Kleinen beginnen, wenn Gemeinschaft, Vertrauen und Zuversicht sie nähren.
In der Aula der Schule dann die Fortsetzung, beginnend mit einer Begrüßung durch zwei Abiturientinnen: Edona Sadiku und Luana Inguaggiato blickten auf eine „unvergessliche Reise“ ihres Jahrgangs zurück. Durchhalten sei oft gefragt gewesen, doch am Ende habe man es „einfach gewuppt“. Jeder und jede habe so eine ganz eigene Geschichte geschrieben. Ohne Hilfe sei dies freilich nicht möglich gewesen. Deswegen galt ihr besonderer Dank den Eltern und Lehrkräften. Bernd Schötterl, stellvertretender Landrat, überbrachte in seiner humorvollen Ansprache zuerst eine schlechte Nachricht: Lernen höre mit dem Abitur nicht auf. Gleichzeitig betonte er, wie wichtig es sei, Mut zu haben und sich weiterzuentwickeln. Rückschläge seien Teil des Weges, aber entscheidend sei, „die Krone zu richten und den Thron des Lebens wieder zu besteigen“. Auch Elsenfelds Bürgermeister Kai Hohmann sprach dem Jahrgang seine Glückwünsche aus. Mit einem Zitat von Sokrates – „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ – erinnerte er daran, dass Erkenntnis mit Bescheidenheit beginnt. Mit einer klaren Botschaft wandte sich sodann Joachim Oberle vom Freundeskreis des JEG an die Abiturienten: „Wir, das Land, Europa, die Demokratie brauchen euch!“ Nicht spalten, sondern gemeinsam Zukunft gestalten sei die Devise. Marion Lebold, Vorsitzende des Elternbeirats, griff in ihrer Rede das Abiturmotto auf: „13 Jahre Siesta – jetzt Fiesta“. Nach Jahren des Lernens dürfe nun auch gefeiert werden. Angesichts des bestandenen Abiturs lag für Lebold eine Frage nahe: „Was könnt ihr erst leisten, wenn ihr hellwach ins Leben startet.“ Ein besonderes Geschenk für den Jahrgang hatte Schulleiterin Petra Hein dabei: Zitronen und Vanillezucker. In ihrer Rede spielte sie nämlich nicht nur metaphorisch auf die Redewendung „Wenn das Leben dir Zitronen schenkt, mach Limonade draus“ an. Genau wie man aus Zitronen köstliche Limonade bereiten könne, so auch aus den Herausforderungen des Lebens Chancen und Möglichkeiten. Dabei sind wir nicht nur passive Opfer, sondern können aktiv gestalten.
Musikalische Beiträge von Anna Günther (Klavier), dem Vokalensemble der zwölften Klassen sowie Caroline Röthel und Moritz Kulka (Gesang und Gitarre) umrahmten stimmungsvoll die Veranstaltung. Nach der Zeugnisübergabe fand mit der lang erwarteten „Fiesta“ im Bürgerzentrum Elsenfeld der Abend seinen fröhlichen Ausklang.
Thum
78 Abiturientinnen und Abiturienten erhalten am JEG ihr Reifezeugnis
78 Schülerinnen und Schüler verlassen 2025 das Julius-Echter-Gymnasium Elsenfeld mit ihrem Abiturzeugnis in der Hand. Das jahrelange Lernen und die intensive Vorbereitung auf die Abiturprüfung haben sich am Ende ausgezahlt, was sich nicht nur am respektablen Gesamtergebnis des Abiturjahrgangs (nach Rundung ein Notendurchschnitt von 2), sondern auch an den vielen Auszeichnungen ablesen lässt.
Insgesamt 26 Abiturientinnen und Abiturienten warten mit einer Eins vor dem Komma auf; davon haben neun einen Schnitt von 1,5 oder besser. Herausragende Abiturnoten erzielten Emily Hein und Lara Fäth (beide 1,1). Großartig abgeschnitten haben außerdem Annika Wölfelschneider (1,2), Alissa Zankl (1,2), Julia Amrhein (1,3), Antonia Löffler (1,4), Peter Berghaus (1,4), Merle Zöller und Selma Hegmann (beide 1,5). Alle Genannten dürfen sich zusätzlich über einen Buchgutschein vom Landratsamt freuen.
Geehrt für sehr gute Leistungen im Fach Physik wurden Peter Berghaus, Lara Fäth, Emily Hein, Tamara Hofmann und Annika Wölfelschneider; im Fach Französisch Emily Hein und Annika Wölfelschneider.
Im Folgenden die Namen der Abiturientinnen und Abiturienten des Jahres 2025 des Julius-Echter-Gymnasiums:
Aschaffenburg: Nina Ernst; Dammbach: Josefine Verfürth; Elsenfeld: Clara Arnold, Paula Fischschneider, Mathilda Klein, Paula Lang, Emilia Luxem, Rosa Marshall, Mika Maurer, Sarah Meister, Darren Rüth, Lorena Schwerdtfeger, Viktoria Vorbeck, Lilly Wolf; Erlenbach a. Main: Lea Bachmann, Emma Beato, Leo Braun, Ilayda Demir, Lotta Hahn, Vincent Hirsch, Alina Kern, Acelya Mardin, Selina Seiler, Ravza Tanir; Eschau: Maximilian Heinstadt, Theresa Meßner; Großwallstadt: Mia Scherer, Alissa Zankl; Hausen: Annika Wölfelschneider; Heimbuchenthal: Fabienne Schreck; Kleinwallstadt: Bersun Gülsu, Joshua Haag, Selma Hegmann, Jan Horlebein, Ferial Jakob, Laura Jung, Antonia Löffler, Caroline Röthel, Paula Schmittner, Maurice Ulbricht; Klingenberg a. Main: Zuzanna Niemiec; Laudenbach: Tunahan Gültekin; Leidersbach: Julia Amrhein, Lara Fäth, Viona Fäth, Emily Hein, Max Schöttner, Isabelle Schulten, Shakira Stapf; Lützelbach: Edona Sadiku; Mömlingen: Lena Heider, Lukas Löffelmann, Ronja Stosiek; Niedernberg: Anna Günther, Hannah Kolarczyk, Marcella Schnabel; Obernburg a. Main: Esra Ak, Jana Bohnhoff, Jule Eilbacher, Alexander Haberecht, Tamara Hofmann, Moritz Kulka, Rhéma Gudola Liwatwa, Narjes Omar Simo, Viktoria Roos, Theo Spilger, Jonas Stephan, Adrian Stritesky Ortega, Merle Zöller; Röllbach: Peter Berghaus, Leni Elbert, Mina Elbert; Sulzbach a. Main: Luise Angerer, Aurel Reis; Wörth a. Main: Luca Denk, Luana Inguaggiato, Rafael Schork.
Abios Amigos – der Abiturjahrgang des JEG verabschiedet sich
„Abios Amigos – 13 Jahre Siesta, jetzt Fiesta!“ Unter diesem Motto verabschieden wir, die Abiturientinnen und Abiturienten des Julius-Echter-Gymnasiums, uns, wenn wir unsere Abiturzeugnisse überreicht bekommen. Mit dem Ende unserer Schulzeit geht zugleich eine Ära zu Ende: Nicht nur brechen wir auf in neue Abenteuer – sei es ein Studium, eine Ausbildung oder ein FSJ – sondern wir sind auch der letzte G8-Jahrgang mit altem Lehrplan, und dank Mittelstufe Plus eine der wenigen Schulen in Bayern, die dieses Jahr überhaupt Abiturprüfungen hatten. Außerdem sind wir der letzte Jahrgang, den unsere Oberstufenkoordinatorin Susanne Schneider begleiten durfte, bevor sie in den wohlverdienten Ruhestand geht.
13 Jahre Schule ist definitiv eine lange Zeit! Dabei war es sogar unsere eigene Entscheidung, uns freiwillig ein Jahr länger für das Abitur Zeit zu lassen, als ursprünglich im achtjährigen Gymnasium vorgesehen; das sorgte nicht selten für Verwirrung, da es so die zwölfte Klasse am JEG doppelt gab: die Q12, also der Abiturjahrgang 2025, und die „andere 12″, die erst nächstes Jahr, in der wieder eingeführten 13. Klasse, ihre Abiturprüfungen ablegen wird.
Obwohl wir froh darüber sind, endlich nach bestandenem Abitur die Schule verlassen zu dürfen, werden wir uns gerne an die vergangenen zwei Jahre in der Oberstufe zurückerinnern. Diese war oft sehr herausfordernd und wurde nicht selten wie folgt beschrieben: „Die 12. Klasse ist eine einzige riesige Klausurenphase mit Abituprüfungen am Ende.“ Trotzdem gab es auch viele schöne Momente. Für die meisten dürfte das Highlight der Oberstufe die Studienfahrt gewesen sein. Da die geplante Klassenfahrt in der 9. Jahrgangsstufe pandemiebedingt ausgefallen war, lag die letzte gemeinsame Fahrt bereits sechs Jahre zurück. Die Studienfahrt war also lang ersehnt und wir verbrachten im Juli 2024 eine Woche in der Toskana.
Danach verging die Zeit wie im Flug. Kaum hatten wir unsere Seminararbeiten abgegeben, befanden wir uns schon mitten in der ersten Klausurenphase – und kurz darauf in der zweiten. Die Mottowoche war die Ruhe vor dem Sturm: den Abiturprüfungen. Bereit fühlte sich wohl kaum jemand. So einige hätten sich in dieser Phase wohl gewünscht, doch noch ein oder zwei weitere Jährchen Siesta auf der Schulbank zu genießen, um sich dieser Herausforderung nicht stellen zu müssen. Doch stellten sich die Prüfungen als weniger schlimm heraus als befürchtet und waren auch schon bald wieder vorbei. Ehe man sich‘s versah, hatte man die Ergebnisse und damit das Abitur in der Tasche.
Bevor wir unser Abiturzeugnis offiziell in den Händen halten durften, blieb noch genug Zeit für den Verkauf der Abizeitungen und natürlich für den Abistreich. Und danach: Ab zur Fiesta – unserem Abiball!
In der Oberstufe haben wir so einiges gelernt, erlebt, sind gewachsen und haben Freundschaften geknüpft, die uns hoffentlich noch viele Jahre auf all den vielfältigen Wegen, die wir nun einschlagen, begleiten werden.
Frankfurt/Elsenfeld, 27. Juni 2025 – Ein großer Moment für die Schulgemeinschaft des Julius-Echter-Gymnasiums in Elsenfeld: Auf der Eurobike, einer der weltweit bedeutendsten Fahrradmessen in Frankfurt am Main, wurde die unterfränkische Schule heute offiziell von den #Schoolbikers, Deutschlands größtem Netzwerk für Schule und Fahrrad, zur fahrradfreundlichsten Schule Deutschlands 2025 gekürt.
Die Auszeichnung wurde im Rahmen einer feierlichen Zeremonie auf dem Messegelände von Ulrich Fillies, Vorsitzender des Beirats AKTIONfahrRAD gGmbH, sowie der Mountainbike-Olympiasiegerin und Botschafterin des Projektes #Schoolbikers, Sabine Spitz, verliehen. Der Schirmherr der AKTIONfahrRAD, der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, hielt per Videobotschaft eine eindrucksvolle Laudatio, in der er das Julius-Echter-Gymnasium als leuchtendes Beispiel für nachhaltige Mobilitätsförderung, sportliche Vielfalt und zukunftsorientierte Bildungsarbeit würdigte.
Vorreiter in Sachen Fahrradkultur
Ausschlaggebend für die Entscheidung der Jury waren mehrere zentrale Aspekte, die das Julius-Echter-Gymnasium aus der Vielzahl von Bewerberschulen herausragen ließen. Besonders hervorgehoben wurde das außergewöhnliche Engagement für den Radsport, das sich nicht nur auf den regulären Sportunterricht beschränkt.
So bietet die Schule Wahlfächer mit Schwerpunkt Radsport, betreibt erfolgreiche Wettkampfmannschaften im Mountainbiking und integriert das Radfahren konsequent und vielseitig in den differenzierten Sportunterricht und über weitere Aktionen und Events, wie beispielsweise den Mountainbike-Biathlon, in den Schulalltag. Dabei geht es nicht nur um körperliche Fitness, sondern auch um Technik, Sicherheit, Umweltbewusstsein und Teamgeist.
Innovative Projekte: MTB-Trail und Bike-Lernpfad
Ein besonderes Highlight, das der Jury imponierte, sind zwei Leuchtturmprojekte, die Maßstäbe setzen:
Der schuleigene Bike-Lehr-Trail verbindet Theorie und Praxis auf beeindruckende Weise: Schülerinnen und Schüler lernen hier etwa das richtige Verhalten im Wald, die Wartung und Pflege ihres Fahrrads oder biomechanische Grundlagen des Radfahrens – direkt auf dem Rad und in unmittelbarer Anwendung.
Ein professionell geplanter Bikepark mit Drops, Steilkurven und Sprungschanzen sollte ursprünglich auf dem hinteren Schulhof entstehen. Das Landratsamt lehnte diesen Standort jedoch ab. Gemeinsam mit der Gemeinde Elsenfeld wurde ein neuer Platz in Schulnähe gefunden, wo einige Elemente bereits umgesetzt wurden, weitere aber noch in Planung bzw. Ausführung sind.
Diese Projekte wurden nicht nur von Lehrkräften initiiert, sondern unter intensiver Beteiligung der Schüler- und Elternschaft realisiert. Hier wird nicht nur über Partizipation gesprochen – hier wird sie gelebt.
Sportliche Events als Identitätsstifter
Zudem organisiert das Julius-Echter-Gymnasium regelmäßig kreative Sportveranstaltungen wie den Mountainbike-Biathlon, bei dem Ausdauer, Präzision und Teamarbeit gefragt sind. Diese Events sind nicht nur sportliche Höhepunkte im Schuljahr, sondern fördern die Schulgemeinschaft und stärken das Umweltbewusstsein auf spielerische Weise.
Auszeichnung mit Signalwirkung
Die Ehrung als „fahrradfreundlichste Schule Deutschlands“ wird jährlich vom #Schoolbikers-Netzwerk vergeben. Ziel ist es, Schulen zu fördern, die das Fahrrad als zukunftsfähiges Fortbewegungsmittel aktiv in ihren Alltag integrieren.
Stimmen zur Auszeichnung
Schulleiterin Petra Hein zeigte sich tief bewegt: „Diese Auszeichnung ist eine Anerkennung für Jahre konsequenter Arbeit, für Visionen, die wir gemeinsam verwirklicht haben. Unser Ziel war und ist es, Bewegung, Umweltbewusstsein und Bildungsanspruch zu verbinden – heute sehen wir, dass das möglich ist.“
Auch die begleitenden Lehrkräfte, OStR J. Wagner und StR C. Ziegler, zeigten sich begeistert: „Dass unser Einsatz hier auf einer so großen Bühne gewürdigt wird, motiviert uns unglaublich. Fahrradfahren ist für uns nicht nur Sport – es ist ein Lebensgefühl.“ Der weitere Mit-Initiator dieses unglaublichen Erfolges, StR B. Gehring, konnte wegen anderer dienstlicher Verpflichtungen leider nicht an der Ehrung teilnehmen.
Fazit
Mit der heutigen Auszeichnung hat das Julius-Echter-Gymnasium in Elsenfeld ein deutliches Zeichen gesetzt – für eine moderne, gesunde und umweltfreundliche Schulkultur. Die Schule zeigt, dass Bildung mehr sein kann als Klassenzimmer und Lehrbuch – nämlich gelebte Zukunft.