Traditionell fand kurz vor den Sommerferien wieder das Beachvolleyballturnier für die Jahrgangsstufen 9 bis 12 statt. Insgesamt 13 Teams gingen an den Start und lieferten sich spannende und faire Begegnungen im Kampf um den Schulsieg. Die hochsommerlichen Temperaturen stellten dabei alle Beteiligten vor eine besondere Herausforderung. Um die Gesundheit der Spielerinnen und Spieler nicht zu gefährden, wurde das Turnier etwas verkürzt. So konnten die Schülerinnen und Schüler den Heimweg bereits um 11:30 Uhr antreten. Der guten Stimmung tat dies keinen Abbruch: Auf und neben dem Spielfeld herrschte während des gesamten Vormittags eine tolle Atmosphäre, und erfreulicherweise kam es zu keinen Verletzungen oder größeren Zwischenfällen. Im Finale standen sich die Klasse 10A und ein Team der Oberstufe gegenüber. Zunächst entwickelte sich ein ausgeglichenes und spannendes Spiel, ehe sich die 10A deutlicher absetzen konnte und sich schließlich verdient den Turniersieg sicherte. Nachdem die Mannschaft im vergangenen Jahr – damals noch als Klasse 9A – im Finale der Oberstufe unterlegen war, gelang ihr in diesem Jahr der große Erfolg gegen das Team „Schmitt happens“ und damit der verdiente Titelgewinn. Ein herzlicher Dank gilt allen Spielerinnen und Spielern für ihren Einsatz und ihr Durchhaltevermögen, den Fans am Spielfeldrand für die tolle Unterstützung, den Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern für die souveräne Leitung der Spiele sowie dem Elternbeirat für die finanzielle Unterstützung des Turniers.
Seit 2023 nimmt das JEG als vollakkreditierte Einrichtung an Erasmus Plus teil. Das Programm wird immer selbstverständlicher Teil des Schullebens und alle Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte profitieren zunehmend vom europäischen Motto „enriching lives, opening minds“.
Den Auftakt der von Erasmus Plus geförderten Aktivitäten bildete im Oktober die Reise von unserer Schulleiterin Frau Hein und dem Datenschutzbeauftragten Herrn Beck zum „Job-Shadowing“ an der im vergangenen Jahr neu gewonnenen Partnerschule in Oslo. Zwei Tage konnten die beiden den norwegischen Kollegen über die Schulter schauen und das persönliche Kennenlernen und damit das Verhältnis zwischen dem JEG und der Dønski Videregående Skole auch auf Schulleitungs-Ebene vertiefen. Ein besonderes Augenmerk legten beide auf das Thema Digitalisierung und Datenschutz und konnten viele neue Erkenntnisse gewinnen. Volker Beck fasst dies in seinem Erfahrungsbericht wie folgt zusammen:
„Norwegen ist Deutschland bei der Digitalisierung weit voraus, wie man auch im Alltag außerhalb der Schule sieht. Für das digitale Lernen haben die dortigen Schulen gute Voraussetzungen geschaffen, insbesondere in der IT-Infrastruktur, beim für Wartung und Betreuung zuständigen Personal und bei der 1:1-Ausstattung ab der 1. Klasse, Lehrerdienstgerät, Diensthandy und eigener Arbeitsplatz (in der Regel in Sechser-Büros) für jede Lehrkraft mit inbegriffen. Die Selbstverständlichkeit, mit der Schüler im Unterricht mit digitalen Arbeitsformen und Inhalten umgehen, zeigt, dass es von klein auf fest in den Schulalltag verankert ist.
Digitales Lernen eröffnet ehemals unvorstellbare Möglichkeiten zur Individualisierung und Differenzierung im Unterricht, automatisierte Vorgänge können dabei auch den Vor- und Nachbereitungsaufwand begrenzen. Digitale Methoden und Inhalte sind aber kein Selbstläufer, die Qualität und damit der Erfolg von Unterricht hängt auch im 21. Jahrhundert stark von der Präsenz und vom Engagement der Lehrkraft ab.
Themen wie Einschränkungen wegen Datenschutz und -sicherheit sind universell, ihre Bewertung ist in den verschiedenen Ländern trotzdem teilweise gegensätzlich. Schulen haben keine andere Wahl als mit den ihnen dadurch gegebenen Möglichkeiten und gesetzten Schranken umzugehen und das Beste daraus zu machen.
Darüber hinaus bleibt als Ergebnis dieses inhaltlich lehrreichen Kurzaufenthalts in Norwegen die Einsicht, dass es auch persönlich eine sehr wertvolle Erfahrung war, im interkulturellen Austausch die Arbeitswelt von Lehrkräften in Norwegen aus nächster Nähe erleben zu dürfen und aus den dabei kennengelernten guten Seiten der dortigen Schule den Ansporn mitzunehmen, die Entwicklung der eigenen Schule in diese Richtung voranzutreiben. Gleichzeitig bleibt aber auch aus den direkt miterlebten weniger guten Seiten des norwegischen Schulalltags die Einsicht, dass viele Selbstverständlichkeiten am JEG tatsächlich wertvoll sind und in der weiteren Schulentwicklung bewahrt werden sollten. Dazu gehört insbesondere das respektvolle Miteinander innerhalb der ganzen Schulfamilie sowohl im Unterricht als auch in den Pausen.“
Zu einem weiteren „Job-Shadowing“ brachen Herr Gehring und Frau Vogt in den Pfingstferien nach Norwegen auf. Da die Partnerschule in Oslo sich sehr stark in der Sportförderung profiliert, legten die beiden Lehrkräfte den Fokus auf Sport- und Gesundheitserziehung und machten ebenso wertvolle Erfahrungen.
Die zweite Runde des Norwegen-Schüleraustauschs mit Teilnehmenden der Q12 verlief dieses Schuljahr unter der Regie von Frau Zimmermann und Herrn Wagner als voller Erfolg. Das gemeinsam erarbeitete Projekt war reich an Themen und Ideen. Neben der Erkundung der Umgebung (Oslo, Frankfurt, Würzburg, Elsenfeld…) wurden der Umgang mit Fremdenfeindlichkeit und mit Stereotypen, der Vergleich von Sitten und Gepflogenheiten beider Länder und nicht zuletzt das Ausüben landestypischer Freizeitaktivitäten fokussiert und in Präsentationen festgehalten. Der gemeinsame Abschlussabend beim Gegenbesuch am JEG erzählte von einem munteren Miteinander. Die Schülerinnen und Schüler haben in den zwei Wochen in Norwegen und Deutschland eindrucksvoll bewiesen, wie gut sie trotz teilweise großer Unterschiede zusammenarbeiten können und haben ansprechende Präsentationen voller spannender Erkenntnisse erstellt. Nicht zuletzt das gemeinsame Kochen öffnete die Sinne für das Neue und Andere.
Barbate in der Nähe von Cádiz ist schon eine Institution am JEG – der Schüleraustausch der Spanischlernenden der 10. Jahrgangsstufe mit der Partnerschule I.E.S Vicente Aleixandre in Andalusien ist für viele ein Höhepunkt der Schullaufbahn. Der Besuch der Spanier im Januar stand diesmal im Zeichen des Winters und Schneefalls – ein für die Südeuropäer wahrlich magisches Erlebnis. Einmal mehr staunten die Andalusier über die Ruhe im Unterricht und brachten in das Leben am JEG die ihnen so eigene Spontaneität ein. In Andalusien arbeiteten die Schülerinnen und Schüler dann in Begleitung von Frau Hanl und Frau Ebert an einem Projekt zur Inklusion, das sich anbot, da die Partnerschule auch eine Förderschule auf ihrem Campus integriert. So wurde nicht nur Spanisch gelernt, sondern ganz im Sinne von Erasmus auch der Blick auf Vielfalt und Inklusion gelenkt. Da die Partnerschule in Spanien in ihrem Land nicht von Erasmus-Geldern profitiert, müssen die andalusischen Eltern die Reise nach Deutschland immer selbst privat finanzieren. Drücken wir den spanischen KollegInnen die Daumen, dass auch sie bald eine zuverlässigere Finanzierungsquelle für das gemeinsame Projekt finden, so dass diese schöne Tradition auch in Zukunft weitergelebt werden kann.
Doch nicht nur die Reisen ins europäische Ausland samt der mit den anderen Schulen erarbeiteten Projekte werden von Erasmus vollständig finanziert. Für das JEG sind auch die Mittel äußerst wertvoll, die bei den Reisen nicht ausgegeben werden und dann für andere Vorhaben zur Verfügung stehen. So konnten wir aus Restgeldern der Antragsrunde 24/25 die Studienfahrten der Q13 nach Kopenhagen und Süd-England großzügig mit 200€ pro Teilnehmenden unterstützen. Einzelne Unternehmungen des England-Austauschs beim Besuch in Deutschland wurden finanziert. Die Robotics-AG profitiert von einem neuen Baukasten, die Schülerbibliothek wurde aufgestockt, für den Makerspace wurde Material gekauft, Lehr- und Übungsbücher für das Cambridge Advanced Certificate wurden angeschafft und von der SMV wurden Schulkleidung und Socken für Gastgeschenke erworben.
Bereits im Vorfeld des Aufenthalts waren wir gespannt darauf, welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem deutschen und dem norwegischen Bildungssystem sichtbar werden würden. Norwegen genießt europaweit einen hervorragenden Ruf hinsichtlich Bildungsqualität, Chancengleichheit und individueller Förderung. Daher bot das Job Shadowing die ideale Gelegenheit, Unterrichts- und Schulkonzepte nicht nur theoretisch kennenzulernen, sondern unmittelbar vor Ort zu erleben. Besonders interessant war für uns die Frage, wie Themen wie Inklusion, Digitalisierung und selbstständiges Lernen im Schulalltag umgesetzt werden und welche Anregungen sich daraus für die eigene schulische Praxis ableiten lassen.
Schon bei der Ankunft an der Dønski Videregående Skole wurde deutlich, dass eine offene und vertrauensvolle Lernkultur einen hohen Stellenwert besitzt. Die Schule präsentierte sich als moderner Lernort, der den Schülerinnen und Schülern vielfältige Möglichkeiten zur persönlichen und fachlichen Entwicklung bietet. Gleichzeitig wurde spürbar, dass ein respektvoller Umgang miteinander als selbstverständliche Grundlage des schulischen Zusammenlebens betrachtet wird.
Spitzensport an der Schule
Von den Sportlehrkräften erfuhren wir, dass die Schule eng mit regionalen Sportverbänden und Vereinen zusammenarbeitet. Dadurch erhalten leistungsorientierte Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, schulische Anforderungen und sportliche Karriereplanung miteinander zu verbinden. Beeindruckend war dabei insbesondere die professionelle Organisation der Trainingszeiten und die individuelle Betreuung der Jugendlichen.
Darüber hinaus fiel uns auf, dass die Lehrkräfte großen Wert auf die Vermittlung von Eigenverantwortung legen. Die Schülerinnen und Schüler werden frühzeitig dazu angehalten, Trainingsziele selbstständig zu verfolgen, ihre Leistungen zu reflektieren und Verantwortung für ihre körperliche Entwicklung zu übernehmen. Dieser Ansatz fördert nicht nur sportliche Leistungen, sondern stärkt auch wichtige persönliche Kompetenzen wie Disziplin, Selbstorganisation und Durchhaltevermögen.
Auch der Stellenwert von Gesundheit und Prävention wurde mehrfach deutlich. Sport wird nicht ausschließlich als Leistungsbereich verstanden, sondern als wichtiger Bestandteil eines gesunden Lebensstils. Die Förderung von Bewegung, körperlichem Wohlbefinden und langfristiger Gesundheitskompetenz ist fest im Schulkonzept verankert.
Norwegischunterricht
Besonders beeindruckend war die Offenheit, mit der gesellschaftliche und politische Fragestellungen behandelt wurden. Die Schülerinnen und Schüler waren es offensichtlich gewohnt, ihre Meinungen zu äußern und diese sachlich zu begründen. Gleichzeitig hörten sie aufmerksam zu, wenn andere Standpunkte vertreten wurden. Diese Diskussionskultur vermittelte den Eindruck, dass demokratische Werte nicht nur theoretisch behandelt, sondern im Unterricht tatsächlich gelebt werden.
Bemerkenswert war außerdem das hohe sprachliche Niveau vieler Beiträge. Die Jugendlichen argumentierten differenziert und zeigten ein ausgeprägtes und authentisches Interesse an internationalen Entwicklungen. Für uns war dies ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Schule junge Menschen auf die aktive Teilnahme an gesellschaftlichen Prozessen vorbereiten kann.
Deutschunterricht in Norwegen
Während unseres Besuchs wurde deutlich, dass Fremdsprachenlernen in Norwegen stark auf Kommunikationsfähigkeit ausgerichtet ist. Grammatische Strukturen werden selbstverständlich vermittelt, stehen jedoch nicht isoliert im Mittelpunkt des Unterrichts. Vielmehr dienen sie als Grundlage für authentische Sprachverwendung.
Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten häufig in Partner- oder Gruppenarbeitsphasen und erhielten zahlreiche Möglichkeiten, ihre Sprachkenntnisse aktiv anzuwenden. Die Lehrkraft agierte dabei eher als Moderatorin und Unterstützerin des Lernprozesses. Diese Lernkultur förderte Selbstständigkeit und Eigeninitiative.
Besonders erfreulich war die große Bereitschaft der Jugendlichen, mit uns ins Gespräch zu kommen. Die Begegnung mit Muttersprachlern stellte für viele eine motivierende Erfahrung dar und führte zu interessanten Gesprächen über Alltag, Schule und Kultur in Deutschland. Gleichzeitig erhielten wir einen Einblick in die Perspektiven norwegischer Jugendlicher auf Europa und internationale Zusammenarbeit.
Allgemeine Beobachtungen
Ein weiterer Aspekt, der uns auffiel, war das hohe Maß an Vertrauen, das den Schülerinnen und Schülern entgegengebracht wird. In vielen Bereichen wird davon ausgegangen, dass junge Menschen Verantwortung übernehmen können und wollen. Dieses Vertrauen scheint sich positiv auf das Schulklima auszuwirken. Konflikte oder Disziplinprobleme waren während unseres Aufenthalts kaum wahrnehmbar.
Auch die Beziehungen zwischen Lehrkräften und Lernenden wirkten ausgesprochen entspannt und gleichzeitig respektvoll. Hierarchien schienen weniger stark ausgeprägt zu sein als in vielen deutschen Schulen. Dennoch war jederzeit erkennbar, dass die Lehrkräfte als kompetente Autoritätspersonen akzeptiert werden.
Im Bereich Digitalisierung zeigte sich ein pragmatischer Umgang mit technischen Geräten. Digitale Endgeräte werden dort eingesetzt, wo sie einen pädagogischen Mehrwert bieten. Gleichzeitig existieren klare Regeln, um Ablenkungen zu vermeiden. Die Smartphone-Schränke in den Klassenzimmern stellen hierfür ein einfaches und zugleich wirksames Instrument dar.
Interessant war zudem die Gestaltung der Schulgebäude. Die Räume wirkten freundlich, hell und funktional. Zahlreiche Aufenthaltsbereiche ermöglichten individuelles Lernen sowie gemeinschaftliche Aktivitäten. Insgesamt entstand der Eindruck einer Schule, die Lernen nicht ausschließlich auf den Unterricht beschränkt, sondern als ganzheitlichen Prozess versteht.
Sechs Teilnehmerinnen am diesjährigen Spanienaustausch stellen unser Projekt vor
Auf dem Schulfest am 10.Juli hatten die Besucher dieses Jahr die Möglichkeit, von sechs Mädchen der 10.Jahrgangsstufe durch zwei Live-Vorträge einen Einblick in deren persönliche Erfahrungen vom Spanienaustausch im April 2026 zu bekommen. Im Fokus des Erfahrungsberichts stand neben Erlebnissen in den Gastfamilien, im Unterrichtsalltag und bei den Ausflügen nach Sevilla und Cádiz auch das durchgeführte Projekt im Rahmen von ERASMUS+.
Vom 11.April – 18.April 2026 hatten 16 Schülerinnen der 10.Klassen des JEG ihren Gegenbesuch in Andalusien angetreten, nachdem sie bereits im Januar von ihren Austauschpartnern in Deutschland besucht worden waren. Empfangen wurden sie am Abend des Anreisetags von ihren spanischen Gastfamilien, bei denen sie während der Woche in Barbate, einer Kleinstadt an der malerischen Costa de la Luz, wohnten. Neben den gemeinsamen Tagesausflügen, Nachmittagen am Strand, dem Kennenlernen der spanischen Lebensweise und den Schultagen an der Partnerschule I.E.S. Vicente Aleixandre stand dieses Jahr auch ein besonderes Projekt der Schülerinnen im Mittelpunkt, das dem Thema „Umsetzung der Inklusion an der spanischen Gastschule und im Gastland“ gewidmet war. Die deutschen Teilnehmerinnen führten hierfür Interviews mit Lehrkräften sowie mit mehreren Schülerinnen und Schülern der an der Gastschule eingerichteten Förderklasse „Aula Alegría“ durch.
Eine Teilgruppe unserer Schülerinnen durfte Fernando (in Spanien werden die Lehrkräfte von den Schülern geduzt und mit Vornamen angesprochen!), eine Fachkraft mit heilpädagogischer Ausbildung, beim Begleiten einzelner Inklusionskinder bei deren Teilnahme am Unterricht in der Regelklasse über die Schulter schauen. Fernando stellte dabei verschiedene angepasste Lernmaterialien, Förderpläne, Strukturierungshilfen und Möglichkeiten zur Selbstregulation der Inklusionsschüler vor und beantwortete bereitwillig, anschaulich und ausführlich die Fragen, die die deutschen Schülerinnen ihm stellten und welche sie bereits vor der Reise im Unterricht in spanischer Sprache formuliert hatten. So erfuhren sie beispielsweise, welche unterschiedlichen pädagogischen Fachkräfte für die Umsetzung der Inklusion an der Partnerschule arbeiten oder welche Arten von Einschränkungen oder Behinderungen die Schüler/-innen der „Aula Alegría“ haben, beispielsweise Sehstörungen, Lernbehinderung, ADHS, Autismus-Spektrum-Störung oder geistige Behinderung. Bei der Unterrichtsbeobachtung der Inklusionskinder in der Regelklasse und durch die Gespräche mit den Lehrkräften entstand ein lebendiger Eindruck davon, wie Inklusion im spanischen Schulsystem umgesetzt wird.
Die andere Teilgruppe unserer deutschen Austauschteilnehmerinnen hatte die Möglichkeit, die sechs Jugendlichen im Alter von 12 – 21 Jahren der Förderklasse „Aula Alegría“ in deren Lern- und Unterrichtsräumen zu besuchen und zu interviewen. Dort lernten sie auch das pädagogische Personal kennen, das in dieser Klasse unterrichtet und die Schüler/-innen im Schulalltag unterstützt. Die Fragerunden mit den einzelnen Schülern fanden in zwei Gruppen statt. Zunächst stellten sich die spanischen Schüler/-innen mit Namen und Alter vor, was bereits einige von ihnen vor erste Herausforderungen stellte, weil sie sich beispielsweise schwer artikulieren konnten oder sich gegenüber Fremden sehr zurückhaltend verhielten. Andere wiederum zeigten großes Interesse an den deutschen Gästen und berichteten gerne von ihren Lieblingsfächern (häufig genannt wurden hier Sport und Musik), von den gemeinsamen Aktivitäten mit ihren Klassenkameraden (Kochen, Videos drehen, Fußball spielen, Ausflüge machen) oder von ihren selbstgedrehten Kurzfilmen, für die sie sogar schon eine Auszeichnung bei einem Festival erhalten haben.
Doch auch an den Ausflugstagen und während der Freizeit in Barbate hielten die Austauschteilnehmerinnen die Augen danach offen, wie Inklusion in Spanien gelebt wird. Und sie wurden vielfach fündig: angefangen von Bodenmarkierungen für blinde und sehbehinderte Menschen in allen besuchten Städten über Behindertentoiletten, Behindertenparkplätze, spezielle Einkaufswägen für Rollstuhlfahrer, Rollstuhlrampen an Straßenbahnhaltestellen, in Hauseingängen oder an den Eingängen von Bars und Geschäften, reservierte Restauranttische oder Umkleidekabinen am Strand für Rollstuhlfahrer, bis hin zu speziellem Servicepersonal für mobilitätseingeschränkte Personen am Flughafen von Jerez de la Frontera. Dokumentiert wurden alle Entdeckungen mit zahlreichen Fotos, die am Ende der Austauschwoche gesammelt wurden.
Abgeschlossen wurde die Projektarbeit durch einen Vergleich der Umsetzung von Inklusion an unserer spanischen Partnerschule mit der Umsetzung bei uns am Julius-Echter-Gymnasium und im bayerischen Schulsystem. Als Fazit konnte gezogen werden, dass in Spanien in der Regel nur Schüler mit sehr schweren geistigen oder körperlichen Einschränkungen auf eine spezielle Förderschule gehen, während in Bayern häufig auch Kinder und Jugendliche mit weniger schweren Behinderungen ein sonderpädagogisches Förderzentrum besuchen. Gerade am Gymnasium finden sich im Vergleich zur spanischen Gesamtschule verhältnismäßig wenige Schüler/-innen mit Einschränkungen.
Insgesamt war die Projektarbeit ein voller Erfolg und eine wertvolle Erfahrung für alle Beteiligten auf beiden Seiten. Sie hat nicht nur den Blick auf inklusive Bildung und menschliche Verschiedenartigkeit am JEG, in Deutschland und in Europa geweitet, sondern auch vielfältige interkulturelle und soziale Begegnungen ermöglicht.