Am vergangenen Wochenende, Samstag/Sonntag (04.07. und 05.07.2026), verschlug es die MTB Wahlkurse des Julius-Echter-Gymnasiums für ein intensives Trainingswochenende auf den Kreuzberg in der Rhön. Insgesamt 33 Personen – darunter 19 Schülerinnen und Schüler mit Begleitung sowie die beiden Lehrkräfte J. Wagner und C. Ziegler – machten sich auf den Weg, um im Bikepark Bischofsheim sowie auf den Rhöntrails und dem beliebten Flowtrail ihr Können auf zwei Rädern weiter auszubauen.
Untergebracht war die Gruppe im Kloster Kreuzberg, das mit seiner ruhigen Lage und der herzlichen Gastfreundschaft den perfekten Rahmen für ein Wochenende voller Bewegung, Gemeinschaft und neuer Herausforderungen bot.
Auf den Trails ging es rauf und runter, durch Steilkurven und über Wellen – für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer war es die erste Begegnung mit einem echten Bikepark. Entsprechend groß war der Lernzuwachs: Technik, Mut und Fahrgefühl wurden in kürzester Zeit spürbar besser. Ein gigantisches Spektakel für alle, verbunden mit einem unglaublichen Lernerfolg für jeden Einzelnen.
Das Wochenende war zugleich die ideale Generalprobe für die Bayerischen Meisterschaften im Mountainbike am 09.07.2026 in Herrieden, bei denen das Julius-Echter-Gymnasium in diesem Jahr erneut teilnehmen darf. Mit frisch geschliffener Technik und jeder Menge Motivation im Gepäck blicken die Fahrerinnen und Fahrer nun voller Vorfreude auf den Wettkampf.
Ein großer Dank gilt allen Eltern, die die Fahrt mitgemacht und die Gruppe vor Ort tatkräftig betreut haben – ohne ihre Unterstützung wäre dieses besondere Wochenende in dieser Form nicht möglich gewesen.
„Wie konnte das geschehen?“ – Diese Frage war Ausgangspunkt eines Vortrags, den der renommierte Historiker Götz Aly am Vormittag des 1. Juli in der Aula des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld hielt. Wie in seinem gleichnamigen Buch stellte Aly die seiner Ansicht nach ausschlaggebenden Bedingungen vor, unter denen Nationalsozialismus, Krieg und Völkermord möglich wurden. Eingeladen hatte das W-Seminar „Die Deutschen und der Nationalsozialismus“, das sich unter der Leitung von Marcel Giloj und Alexander Thum intensiv mit Alys Thesen beschäftigt. Unter den Zuhörerinnen und Zuhörern waren die 9. und 12. Jahrgangsstufe des JEG, ein Geschichtskurs des Hermann-Staudinger-Gymnasiums Erlenbach mit ihren Lehrkräften und viele weitere Interessierte.
Herrschaftssicherung durch soziale Wohltaten
Bei seiner Erklärung richtete Götz Aly den Blick zunächst auf die vielen aufstiegswilligen jungen Deutschen, deren Karrierechancen durch die Weltwirtschaftskrise ab 1930 stark beeinträchtigt wurden. Zwar erhielt Hitler bei regulären Wahlen nie eine Mehrheit, doch rund 60 Prozent der Deutschen wählten am Ende antidemokratische Parteien und damit die Weimarer Republik ab. Die „extreme Existenznot“, in der sich viele Haushalte damals bei nur rudimentären sozialstaatlichen Instrumenten befanden, könne man sich heute kaum vorstellen, so Aly. Wer die Situation von 1932 mit der Gegenwart gleichsetze, „spinnt“. Die Nationalsozialisten lockten mit dem Versprechen, nach einem Wahlsieg die wirtschaftliche Lage zu verbessern und damit den verwehrten Aufstieg doch noch zu ermöglichen. Laut Aly wurde dieses Versprechen teilweise eingelöst; es habe eine erhebliche vertikale Mobilität gegeben, und vielen sei es unter Hitler materiell besser gegangen.
NS-Funktionäre, oft selbst soziale Aufsteiger, erhöhten die Akzeptanz des Regimes bei den „kleinen Leuten“ durch soziale Wohltaten wie Pfändungsschutz oder eine stärkere steuerliche Belastung Wohlhabender. „Leute, die Geld kriegen, hinterfragen nicht, wo es herkommt, sondern freuen sich.“ Aly spitzt gern zu und ist dafür bekannt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Zugleich geht es ihm darum, die NS-Zeit mehrdimensional zu betrachten und vor allem sozialgeschichtlich zu erklären. Zu seinen bekannten, nicht unwidersprochenen Thesen gehört, dass die breite Zustimmung zum Regime, von dem viele Deutschen profitierten, zu wenig im Fokus der Geschichtsvermittlung stünde, welche lieber die Schrecken der NS-Diktatur herausstreiche.
Vom „gedämpften Antisemitismus“ zum Holocaust
Ein weiterer Erklärungsansatz ist für Aly der „gedämpfte Antisemitismus“, der in Deutschland lange vor 1933 existierte und dessen integrierende Wirkung von Hitler geschickt für seine Zwecke instrumentalisiert wurde. Den im statistischen Vergleich häufig gebildeteren und erfolgreicheren jüdischen Mitbürgern begegneten viele Deutsche mit Neid: „Neid findet in der Nähe statt,“ so Alys eingängiges Diktum. Die Nationalsozialisten griffen diese Vorurteile auf und drängten die Juden bis 1939 schrittweise aus dem Wirtschaftsleben. Viele Deutsche hatten gegen die Entrechtung der Juden wenig einzuwenden, da sie von ihr profitierten.
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs radikalisierte sich das Regime ein weiteres Mal. Hitler wollte vermeiden, dass die Deutschen wie im Ersten Weltkrieg hungerten, und hielt die zunächst kriegsunwillige Bevölkerung durch funktionierende Lebensmittelzuteilung sowie höhere Löhne und Gehälter, gerade auch für die vielen nun arbeitenden Frauen, bei Laune. Möglich wurde dies durch die Ausbeutung von etwa neun Millionen Zwangsarbeitern sowie durch Plünderung und Mord an der jüdischen Bevölkerung in den eroberten Gebieten. Die langsame Gewöhnung an Gewalt während der ersten Jahre der Diktatur zeigte in den Verbrechen der Wehrmacht nach dem Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 Wirkung: Innerhalb eines halben Jahres wurden etwa 900 000 Juden erschossen und 1,3 Millionen sowjetische Kriegsgefangene umgebracht. Der Holocaust war ein Menschheitsverbrechen ohne Beispiel, das laut Aly auf infame Weise herrschaftssichernd genutzt wurde: Die Deutschen gerieten in einen Sog des Verbrechens, der sie zu Hitlers Komplizen machte. Sie mussten nun mit ihm siegen, wenn sie nicht untergehen wollten. Dass viele wussten, was geschah, verdeutlichte Aly an Thomas Manns Rundfunkansprache vom November 1941, in der der Schriftsteller das „Unaussprechliche“ beim Namen nannte: den Völkermord an den Juden. Diese „Verbrechensgemeinschaft“ inszenierten die Nationalsozialisten bewusst, wie sich in Goebbels’ Tagebüchern nachlesen lässt. Sie erklärt mit, warum die Deutschen bis zuletzt kämpften und starben, obwohl spätestens 1944 jedem klar sein musste, dass der Krieg verloren war.
Hat Götz Aly die eingangs gestellte „Frage aller deutschen Fragen“ schlüssig beantwortet? Es ist an den Zuhörerinnen und Zuhörern, sich darüber – ganz in Alys Sinne –ihre eigene Meinung zu bilden. Den historischen Erklärungsmodellen für die Singularität der von Deutschen in Europa verübten Menschheitsverbrechen hat der streitbare Historiker auf jeden Fall einen plausiblen Ansatz hinzugefügt, der Bestand haben wird.
Am 24. Juni war es endlich so weit: Die neuen Tutorinnen und Tutoren machten sich gemeinsam mit ihrer Unterstufenbetreuerin Frau Walz voller Vorfreude auf den Weg zum Kilianeum in Miltenberg. Dort erwartete sie eine abwechslungsreiche und intensive Ausbildung rund um den Umgang mit den neuen Fünftklässlern sowie die Aufgaben und Pflichten einer Tutorin bzw. eines Tutors.
Bereits nach der Ankunft begann die erste Schulungseinheit. Durch viele lustige Kennenlernspiele verging der Vormittag wie im Flug. Nach dem Mittagessen standen weitere Teamspiele sowie spannende Einheiten zur Rolle als Tutor auf dem Programm. Schnell wurde deutlich, dass neben jeder Menge Spaß vor allem Teamfähigkeit, Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein gefragt waren.
Die Ausbildung fiel mitten in den Hitzesommer. Bei Temperaturen von über 40 Grad waren die Bedingungen alles andere als einfach. Dennoch ließen sich die angehenden Tutorinnen und Tutoren die gute Laune nicht nehmen und überzeugten während der gesamten drei Ausbildungstage mit großem Engagement, beeindruckender Motivation und viel Durchhaltevermögen.
Am zweiten Tag sorgten verschiedene, von den Jugendlichen selbst angeleitete Challenges für viele Lacher. Mit Spielen wie „Memorylauf“ oder „Pferderennen“ wurde es nicht langweilig. Später wurden die Tutorenteams für das kommende Schuljahr eingeteilt. Für die nötige Abkühlung durfte bei den hochsommerlichen Temperaturen natürlich auch ein Wasserspiel nicht fehlen.
Der Abend stand ganz im Zeichen der Vorbereitung auf das neue Schuljahr. Bis spät in die Nacht planten die einzelnen Klassenteams den ersten Schultag der neuen Fünftklässler und entwickelten zahlreiche kreative Ideen für ein gelungenes Kennenlernen. Anschließend wurde gemeinsam mit der deutschen Mannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft mitgefiebert. Viel Schlaf blieb allerdings nicht: Die tropischen Nächte machten das Einschlafen schwer und sorgten für kurze Erholungsphasen. Umso bemerkenswerter war es, dass am nächsten Morgen alle trotz der Hitze und der kurzen Nacht wieder voller Elan in die Ausbildung starteten.
Am letzten Ausbildungstag standen noch einmal Kooperationsspiele und wichtige Inhalte für die zukünftige Tätigkeit als Tutorin oder Tutor auf dem Programm. Über zweieinhalb Tage verteilt erhielten die Jugendlichen viele wertvolle Tipps und hilfreiche Anregungen für ihre verantwortungsvolle Aufgabe im kommenden Schuljahr.
Nach intensiven, lehrreichen und zugleich sehr abwechslungsreichen Tagen hieß es schließlich Abschied nehmen. Ein besonderer Dank gilt dem Team des Kilianeums in Miltenberg sowie den Teamerinnen, die trotz der extremen Hitze für einen angenehmen Aufenthalt und eine intensive Ausbildung sorgten.
Mit vielen neuen Ideen, einem gestärkten Gemeinschaftsgefühl und großer Vorfreude blicken die neuen Tutorinnen und Tutoren nun auf ihre Aufgabe im Schuljahr 2026/2027. Die neuen Fünftklässler dürfen sich auf engagierte und bestens vorbereitete Tutorenteams freuen.
Am 26. Juni fand die feierliche Verabschiedung der Abiturientinnen und Abiturienten des Julius-Echter-Gymnasiums statt – und konnte gleich mit zwei Neuheiten aufwarten: Zum einen war es der erste Abiturjahrgang des neuen neunjährigen Gymnasiums, zum anderen fand die Überreichung der Zeugnisse nicht in der Aula der Schule statt, sondern wegen der Rekordhitze in der Untermainhalle. Traditionell hatten die Abiturientinnen und Abiturienten ihren besonderen Tag zuvor in der Elsenfelder Christkönigskirche mit einer ökumenischen Andacht begonnen, bei der sich die Religionslehrerinnen kreativ und hintersinnig dem diesjährigen Abiturmotto „Abicolada – 9 Jahre mitgemischt“ annäherten.
In der Untermainhalle dann die Fortsetzung mit der Begrüßung durch die beiden Abiturientinnen Lea Bachmann und Lilli Elzenheimer. Sie stimmten ihre Mitschülerinnen und Mitschüler auf einen „Sommer voller Reisen und Abenteuer“ ein, erinnerten aber auch an vergangene kritische Momente, wie das Homeschooling während der Coronapandemie. Ein besonderer Dank für ihre Unterstützung galt den Eltern und Lehrkräften. Nun könne man, voller Stolz auf das Erreichte, mit „großen Schritten“ durchs Leben gehen; nach neun Jahren des Mitmischens sei es nun an der Zeit, aufzubrechen.
Landrat Björn Bartels überbrachte die Glückwünsche des Landkreises zum bestandenen Abitur. Dieses sei ein gutes Fundament für den weiteren Lebensweg, der nicht nur aus Plänen und Pflichten bestünde; Bartels gab zu bedenken, dass es auch des richtigen Moments bedürfe, um entscheidende Weichenstellungen im Leben erfolgreich zu absolvieren.
Auch Elsenfelds Bürgermeister Kai Hohmann sprach dem Jahrgang seine Anerkennung aus. Dieser sei nicht nur der „heißeste“ gewesen, so Hohmann augenzwinkernd angesichts von 40 Grad Außentemperatur, sondern auch derjenige, der den technologischen Wandel in Form der Künstlichen Intelligenz erstmals zu spüren bekam. Seine Botschaft: „KI fühlt nicht, ihr schon.“ Unsere Zeit sei besonders auf diese menschliche Intelligenz angewiesen.
Mit einer berühmten Maxime wandte sich sodann Joachim Oberle vom Freundeskreis des JEG an die Abiturienten: „Sapere aude!“ Das Zitat des Philosophen Emmanuel Kant drückt für ihn aus, worauf es ankommt, nämlich darauf, den eigenen Verstand zu gebrauchen, um in schwierigen Zeiten nicht vom Weg abzukommen.
Marion Lebold, Vorsitzende des Elternbeirats, griff in ihrer Rede das Abiturmotto auf: Kein guter Cocktail ohne die richtigen Zutaten; übertragen auf die Abiturienten seien dies die vielen Erfahrungen, die sie am JEG gemacht hätten. Zum Schluss erinnerte Lebold daran, dass das „Mitmischen“ nie aufhöre.
„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ Mit diesem Zitat von Hermann Hesse leitete Schulleiterin Petra Hein ihre Ansprache ein. Um für diesen Neuanfang nach der Reifeprüfung gewappnet zu sein, hatte Hein zwei Dinge mitgebracht: Ein Abi T-Shirt und einen kleinen Koffer. Das T-Shirt symbolisiere die Zeit am JEG, die nun unwiderruflich vorbei ist. Der Koffer signalisiert: „Ich bin bereit, dich dorthin zu begleiten, wo du noch nicht warst. Aber du musst entscheiden, was mitkommt. Leere Fächer füllen sich nicht von allein.“ Somit stehen die beiden Utensilien für Vergangenheit und Zukunft des Abiturjahrgangs – und nicht zuletzt für die Verantwortung, die jeder zu tragen habe.
Musikalische Beiträge von Emma Ballmann (Klavier und Gesang), dem Vokalensemble der Q13 sowie von Angelina Hötzel und Felicia Scherf (Gesang) umrahmten stimmungsvoll die Veranstaltung.
Nach der feierlichen Zeugnisübergabe durch Landrat und Schulleiterin fand im Bürgerzentrum Elsenfeld der Abend bei Musik, Cocktails und Tanz seinen heißen Abschluss.
Die Zahlen der nationalen Dunkelfeldstudie zum Ausmaß der sexualisierten Gewalt vom Juni des letzten Jahres zeigen, dass statistisch in jeder Schulklasse mindestens 3 Kinder sitzen, die sexualisierte Gewalt erfahren haben. Dies zeigt wie wichtig Veranstaltungen wie das interaktive Theaterstück „Hau ab!“ von Dirk Bayer und seiner Schauspiel-partnerin Selina Früchtl sind, die am 24. Juni am Julius-Echter-Gymnasium stattfand. Die Aufführung ist inzwischen ein fester Bestandteil im Jahresprogramm des JEG. In diesem Jahr wurde auch die Deutschklasse mit eingebunden, sodass diesmal sogar 3 Vorstellungen im Laufe des Vormittags gespielt wurden. Das Schauspielduo schaffte es auch in diesem Jahr wieder den Spagat zwischen der Ernsthaftigkeit des Themas und humoristischen Einlagen zu vollbringen, sodass die Vorstellung für die Adressaten kurzweilig und informativ war. Besonders viel Anklang fand der Aspekt, dass Schülerinnen und Schüler auf eigenen Wunsch spontan in das Stück eingebunden werden konnten und so im realen Leben heikle Situationen in geschützter Atmosphäre üben konnten. Für diese Situationen schlüpfte Dirk Bayer beispielsweise in die Rolle eines ortsunkundigen, unsympathischen, aber harmlosen Passanten auf dem Schulweg, eines zudringlichen Fußgängers, des „netten“ Onkels, der seine Nichte belästigt und des liebevollen Vaters, der sich schützend für die Belange seiner Tochter einsetzt. Auch einige Techniken der Selbstverteidigung wurden im Theaterstück vorgestellt. Zu den zentralen Botschaften der Aufführung zählte, dass sich die Kinder stets ihrem Lieblingsmenschen (z.B. Eltern)oder der Nummer gegen Kummer (116111) anvertrauen sollten, um Hilfe in derartigen Notlagen zu bekommen. Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle dem Elternbeirat des JEG und dem Fachdienst Prävention des Landratsamtes Miltenberg, die diese Präventionsveranstaltung seit vielen Jahren großzügig unterstützen.