Auch in diesem Jahr waren die vierten Klassen der Mozart-Grundschule Elsenfeld zu Gast am Julius-Echter-Gymnasium, um gemeinsam einen spannenden Tag der Bionik zu erleben.
An vier abwechslungsreichen Stationen im Freien stand das Motto „Lernen von der Natur in der Natur“ im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler erhielten faszinierende Einblicke in die Welt der Bionik und entdeckten, wie technische Entwicklungen von der Natur inspiriert werden.
So erforschten sie den Lotuseffekt direkt an Pflanzen und erfuhren, warum Wasser von manchen Blättern einfach abperlt und die Blätter dabei im sauber bleiben. An einer weiteren Station lernten sie, was die besondere Form einer Fischflosse mit einem modernen adaptiven Greifer gemeinsam hat und wie dieses natürliche Vorbild in der Technik genutzt wird.
Besonders kreativ wurde es beim Bau eines Hilfsgüter-Abwurfsystems nach dem Vorbild eines Ahornsamens. Die Kinder gestalteten hierzu Modelle und konnten anschließend beobachten, wie das Prinzip der Natur funktioniert.
Der Tag bot den Grundschulkindern viele spannende Experimente, interessante Entdeckungen und jede Menge Gelegenheit zum Ausprobieren.
Ein herzliches Dankeschön gilt dem P-Seminar SANTO für die engagierte Vorbereitung und Durchführung des Bioniktages. Ebenso bedanken wir uns bei der Gärtnerei Löwer für die Bereitstellung des Pflanzenmaterials, das die Stationen anschaulich und praxisnah bereichert hat.
Mit 50 neuen Partnerschulen aus ganz Deutschland startet die Bildungsinitiative „ZDF goes Schule“ ins Schuljahr 2026/2027. Neu dabei auch das Julius-Echter-Gymnasium Elsenfeld als eine von nur sechs Schulen aus Bayern. Nach einem Pilotschuljahr baut das ZDF den direkten Austausch mit Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften zu einem Netzwerk mit dann über 100 Partnerschulen aus.
Direktor Audience Dr. Florian Kumb vom ZDF: „Die große Resonanz im Pilotschuljahr zeigt, wie wichtig der direkte Austausch mit jungen Menschen in einer zunehmend fragmentierten Medienwelt ist. Darauf bauen wir auf und entwickeln das Partnerschulprogramm gemeinsam weiter. Wir geben noch mehr Einblick in unsere Arbeitsweise und nehmen zugleich wichtige Impulse aus den Schulen für unser Angebot mit. So entstehen neue Perspektiven für unsere Programme und ein besseres Verständnis dafür, was junge Zielgruppen bewegt.“
Im Pilotschuljahr zeigten sich die vielen möglichen Facetten der Partnerschaft und deren Wirkung im Schulalltag: In Online-Schulstunden schalteten sich Klassen etwa in die Antarktis zu ZDF-Reportern und Tiefseetauchern auf Segelexpedition, diskutierten über Fragen, wie „Frisst die KI unsere Jobs?“ und erhielten unter anderem Einblicke in die Wahlberichterstattung des ZDF. Bei Backstage-Angeboten konnten Schülerinnen und Schüler unter anderem Produktionen wie die „Giovanni Zarrella Show“, das Adventskonzert in Dresden, den Biathlon-Weltcup in Ruhpolding oder auch die Produktion von „Neues aus der Anstalt“ aus nächster Nähe erleben. Mitmach-Formate, wie die „Technik-AG Backstage“ machten produktionelle Abläufe erlebbar.
Erfahrungen und Rückmeldungen der ersten Partnerschulen von „ZDF goes Schule“, die weiterhin Teil des Netzwerks bleiben, flossen in die Weiterentwicklung des Programms ein. Auch für das JEG als neuer Partnerschule gehören im kommenden Schuljahr Schulbesuche von ZDF-Programmmachenden, Studio- und Backstage-Angebote, Online-Schulstunden, ein exklusiver Newsletter sowie zwei Sounding Boards mit Schulleitern und Lehrkräften zur Weiterentwicklung des Projekts zum Programm. Ziel ist es, Medienkompetenz gemeinsam praxisnah zu stärken und zugleich einen dauerhaften Austausch zwischen Schule und ZDF zu etablieren.
Eine Große Chance für das JEG! Ein kreativer Werbefilm im Rahmen der Bewerbung der Fachschaft Politik und Gesellschaft hat diesen Erfolg erst möglich gemacht. Deswegen vielen Dank an das Filmteam und alle Mitwirkenden!
Exkursion zum PV-Park Wörth: Erneuerbare Energien hautnah erleben
Bei bestem Sonnenschein und idealem Photovoltaik-Wetter besuchte der Enrichmentkurs des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld den PV-Park an der Deponie in Wörth. Ziel der Exkursion war es, den Schülerinnen und Schülern einen praxisnahen Einblick in die Erzeugung erneuerbarer Energien sowie die Herausforderungen der Energiewende zu vermitteln.
Dipl.-Ing. Lutz Loebel erläuterte den interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern den Aufbau und die Funktionsweise moderner Solarmodule. Darüber hinaus erhielten die Schülerinnen und Schüler spannende Einblicke in die Entwicklung der erneuerbaren Energien sowie deren Förderung und Bedeutung für die zukünftige Energieversorgung.
Marco Nebel erläuterte die Energiewende aus der Sicht des Stromnetzbetreibers. Er machte deutlich, dass der zügige Ausbau erneuerbarer Energien entscheidend für das Erreichen der Klimaschutzziele und eine nachhaltige Energieversorgung ist. Gleichzeitig wachsen mit der zunehmenden dezentralen Stromerzeugung die Anforderungen an die Stromnetze. Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern wurden verschiedene Lösungsansätze diskutiert, damit der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien erfolgreich gelingen kann. Dazu gehören der bedarfsgerechte Ausbau und die Digitalisierung der Stromnetze ebenso wie der Einsatz von Energiespeichern, die überschüssigen Solar- und Windstrom aufnehmen und bei Bedarf wieder zur Verfügung stellen. So wurde deutlich, dass das Gelingen der Energiewende das Zusammenspiel vieler technischer und infrastruktureller Maßnahmen erfordert.
Die lebhafte Diskussion und das große Interesse der Schülerinnen und Schüler zeigten, wie wichtig der direkte Austausch zwischen Schule und Praxis ist. Die Exkursion bot einen anschaulichen Einblick in die Technik der Photovoltaik und verdeutlichte zugleich die zentrale Rolle moderner Stromnetze für das Gelingen der Energiewende.
Am vergangenen Wochenende, Samstag/Sonntag (04.07. und 05.07.2026), verschlug es die MTB Wahlkurse des Julius-Echter-Gymnasiums für ein intensives Trainingswochenende auf den Kreuzberg in der Rhön. Insgesamt 33 Personen – darunter 19 Schülerinnen und Schüler mit Begleitung sowie die beiden Lehrkräfte J. Wagner und C. Ziegler – machten sich auf den Weg, um im Bikepark Bischofsheim sowie auf den Rhöntrails und dem beliebten Flowtrail ihr Können auf zwei Rädern weiter auszubauen.
Untergebracht war die Gruppe im Kloster Kreuzberg, das mit seiner ruhigen Lage und der herzlichen Gastfreundschaft den perfekten Rahmen für ein Wochenende voller Bewegung, Gemeinschaft und neuer Herausforderungen bot.
Auf den Trails ging es rauf und runter, durch Steilkurven und über Wellen – für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer war es die erste Begegnung mit einem echten Bikepark. Entsprechend groß war der Lernzuwachs: Technik, Mut und Fahrgefühl wurden in kürzester Zeit spürbar besser. Ein gigantisches Spektakel für alle, verbunden mit einem unglaublichen Lernerfolg für jeden Einzelnen.
Das Wochenende war zugleich die ideale Generalprobe für die Bayerischen Meisterschaften im Mountainbike am 09.07.2026 in Herrieden, bei denen das Julius-Echter-Gymnasium in diesem Jahr erneut teilnehmen darf. Mit frisch geschliffener Technik und jeder Menge Motivation im Gepäck blicken die Fahrerinnen und Fahrer nun voller Vorfreude auf den Wettkampf.
Ein großer Dank gilt allen Eltern, die die Fahrt mitgemacht und die Gruppe vor Ort tatkräftig betreut haben – ohne ihre Unterstützung wäre dieses besondere Wochenende in dieser Form nicht möglich gewesen.
„Wie konnte das geschehen?“ – Diese Frage war Ausgangspunkt eines Vortrags, den der renommierte Historiker Götz Aly am Vormittag des 1. Juli in der Aula des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld hielt. Wie in seinem gleichnamigen Buch stellte Aly die seiner Ansicht nach ausschlaggebenden Bedingungen vor, unter denen Nationalsozialismus, Krieg und Völkermord möglich wurden. Eingeladen hatte das W-Seminar „Die Deutschen und der Nationalsozialismus“, das sich unter der Leitung von Marcel Giloj und Alexander Thum intensiv mit Alys Thesen beschäftigt. Unter den Zuhörerinnen und Zuhörern waren die 9. und 12. Jahrgangsstufe des JEG, ein Geschichtskurs des Hermann-Staudinger-Gymnasiums Erlenbach mit ihren Lehrkräften und viele weitere Interessierte.
Herrschaftssicherung durch soziale Wohltaten
Bei seiner Erklärung richtete Götz Aly den Blick zunächst auf die vielen aufstiegswilligen jungen Deutschen, deren Karrierechancen durch die Weltwirtschaftskrise ab 1930 stark beeinträchtigt wurden. Zwar erhielt Hitler bei regulären Wahlen nie eine Mehrheit, doch rund 60 Prozent der Deutschen wählten am Ende antidemokratische Parteien und damit die Weimarer Republik ab. Die „extreme Existenznot“, in der sich viele Haushalte damals bei nur rudimentären sozialstaatlichen Instrumenten befanden, könne man sich heute kaum vorstellen, so Aly. Wer die Situation von 1932 mit der Gegenwart gleichsetze, „spinnt“. Die Nationalsozialisten lockten mit dem Versprechen, nach einem Wahlsieg die wirtschaftliche Lage zu verbessern und damit den verwehrten Aufstieg doch noch zu ermöglichen. Laut Aly wurde dieses Versprechen teilweise eingelöst; es habe eine erhebliche vertikale Mobilität gegeben, und vielen sei es unter Hitler materiell besser gegangen.
NS-Funktionäre, oft selbst soziale Aufsteiger, erhöhten die Akzeptanz des Regimes bei den „kleinen Leuten“ durch soziale Wohltaten wie Pfändungsschutz oder eine stärkere steuerliche Belastung Wohlhabender. „Leute, die Geld kriegen, hinterfragen nicht, wo es herkommt, sondern freuen sich.“ Aly spitzt gern zu und ist dafür bekannt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Zugleich geht es ihm darum, die NS-Zeit mehrdimensional zu betrachten und vor allem sozialgeschichtlich zu erklären. Zu seinen bekannten, nicht unwidersprochenen Thesen gehört, dass die breite Zustimmung zum Regime, von dem viele Deutschen profitierten, zu wenig im Fokus der Geschichtsvermittlung stünde, welche lieber die Schrecken der NS-Diktatur herausstreiche.
Vom „gedämpften Antisemitismus“ zum Holocaust
Ein weiterer Erklärungsansatz ist für Aly der „gedämpfte Antisemitismus“, der in Deutschland lange vor 1933 existierte und dessen integrierende Wirkung von Hitler geschickt für seine Zwecke instrumentalisiert wurde. Den im statistischen Vergleich häufig gebildeteren und erfolgreicheren jüdischen Mitbürgern begegneten viele Deutsche mit Neid: „Neid findet in der Nähe statt,“ so Alys eingängiges Diktum. Die Nationalsozialisten griffen diese Vorurteile auf und drängten die Juden bis 1939 schrittweise aus dem Wirtschaftsleben. Viele Deutsche hatten gegen die Entrechtung der Juden wenig einzuwenden, da sie von ihr profitierten.
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs radikalisierte sich das Regime ein weiteres Mal. Hitler wollte vermeiden, dass die Deutschen wie im Ersten Weltkrieg hungerten, und hielt die zunächst kriegsunwillige Bevölkerung durch funktionierende Lebensmittelzuteilung sowie höhere Löhne und Gehälter, gerade auch für die vielen nun arbeitenden Frauen, bei Laune. Möglich wurde dies durch die Ausbeutung von etwa neun Millionen Zwangsarbeitern sowie durch Plünderung und Mord an der jüdischen Bevölkerung in den eroberten Gebieten. Die langsame Gewöhnung an Gewalt während der ersten Jahre der Diktatur zeigte in den Verbrechen der Wehrmacht nach dem Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 Wirkung: Innerhalb eines halben Jahres wurden etwa 900 000 Juden erschossen und 1,3 Millionen sowjetische Kriegsgefangene umgebracht. Der Holocaust war ein Menschheitsverbrechen ohne Beispiel, das laut Aly auf infame Weise herrschaftssichernd genutzt wurde: Die Deutschen gerieten in einen Sog des Verbrechens, der sie zu Hitlers Komplizen machte. Sie mussten nun mit ihm siegen, wenn sie nicht untergehen wollten. Dass viele wussten, was geschah, verdeutlichte Aly an Thomas Manns Rundfunkansprache vom November 1941, in der der Schriftsteller das „Unaussprechliche“ beim Namen nannte: den Völkermord an den Juden. Diese „Verbrechensgemeinschaft“ inszenierten die Nationalsozialisten bewusst, wie sich in Goebbels’ Tagebüchern nachlesen lässt. Sie erklärt mit, warum die Deutschen bis zuletzt kämpften und starben, obwohl spätestens 1944 jedem klar sein musste, dass der Krieg verloren war.
Hat Götz Aly die eingangs gestellte „Frage aller deutschen Fragen“ schlüssig beantwortet? Es ist an den Zuhörerinnen und Zuhörern, sich darüber – ganz in Alys Sinne –ihre eigene Meinung zu bilden. Den historischen Erklärungsmodellen für die Singularität der von Deutschen in Europa verübten Menschheitsverbrechen hat der streitbare Historiker auf jeden Fall einen plausiblen Ansatz hinzugefügt, der Bestand haben wird.