Kinder der Einen Welt

Ein grünes Spielzeugauto aus einer recycelten Blechdose. Die Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen betrachten fasziniert das kleine Spielzeug, das Kinder in Tansania gebastelt haben. Und so wird ein Bogen gespannt zu den Kindern in dem kleinen Dorf in Tansania in Ostafrika, das drei Tagesreisen mit dem Auto entfernt von der nächsten größeren Stadt liegt.
Die Kinder auf dem Bild lachen. Sie freuen sich zu lernen. In jeder Klasse sind mindestens 70 Schülerinnen und Schüler mit einer Lehrkraft. Es ist brütend heiß, 45 Grad, nach dem Monsun ist es kühler.
Trotzdem lieben es die Kinder, in die Schule zu gehen, auch wenn sie dafür täglich weite Schulwege in Kauf nehmen müssen. Bildung ist ein Privileg in Tansania. Die Kinder tragen Schuluniformen, damit man Ungleichheiten weniger sieht, damit Kinder nicht diskriminiert werden. Denn die Schulsachen kosten Geld und die Eltern müssen sich das leisten können.
Im nächsten Bild transportieren Kinder Wasserkanister auf dem Kopf. Sie müssen in der Mittagspause in der Schule viele Kilometer laufen, um sauberes Trinkwasser zu holen.
Was bedeutet Armut? Warum müssen Kinder arbeiten? Haben Kinder Rechte? Diese Fragen stellt Saanika Amembal vom DAHW (Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe) in Würzburg den Schülerinnen und Schülern der 6. Klasse im Rahmen ihres Vortrags über Kinder der Einen Welt.
Kinder arbeiten den ganzen Tag auf dem Feld, in einem dunklen Gang in einem Bergwerk, in einer Spinnerei. Freizeit haben sie nicht. Mädchen werden oft nicht in die Schule geschickt, weil kein Geld in ihre Bildung investiert wird, und müssen stattdessen arbeiten.
Jungen haben Privilegien, trotzdem sind auch Jungen Opfer von Kinderarbeit. Sie arbeiten unter gefährlichen Bedingungen in Minen, bei der Herstellung von Feuerwerk etc. Es geht darum, Produkte möglichst günstig herzustellen, die wir in Europa dann billig kaufen.
Es liegt mit an uns, diese Verhältnisse zu ändern.
Frau Amembal bringt den Schülerinnen und Schülern das Leben der Kinder in Tansania näher und vermittelt ihnen im Verlauf von eineinhalb Stunden ein anschauliches Bild von ihrer Lebensfreude, aber auch von ihren Bedürfnissen. Verstärkt wird der Eindruck durch erlebnisorientierte Elemente. So werden Rasseln mit Kürbiskernen und Obstkernen ausprobiert und einige Schülerinnen und Schüler dürfen sogar einen der wunderschönen traditionellen afrikanischen Kangas mit Sinnsprüchen anprobieren.
Ein besonderer Wunsch der Kinder in Ostafrika ist nicht etwa ein Fußballplatz, sondern etwas für uns so Selbstverständliches wie sauberes Trinkwasser in der Schule.
Beim Open Mic in Elsenfeld wurden Spenden für das DAHW gesammelt. Umso beeindruckter waren die Kinder jetzt, dass diese für den Bau eines Brunnens vor der Schule verwendet wurden. Jetzt gibt es auf dem Schulhof sauberes Wasser zum Trinken, das aus der Leitung abgefüllt werden kann. Denn sauberes Trinkwasser ist ein Grundrecht für alle Menschen.
Jeder von uns kann dabei mithelfen, dass Gerechtigkeit in unserer Welt möglich wird, so dass wir EINE WELT werden!
Schmitt


