Schulleiterin Petra Hein mit deutscher Delegation zu Besuch in China

„Partner, Wettbewerber, systemischer Rivale“. Mit diesen Begriffen umreißt das Auswärtige Amt die aktuellen Beziehungen der Bundesrepublik zu China. Dass diese drei Zuschreibungen jeweils ihre Berechtigung haben, davon konnte sich im April 2026 eine Delegation deutscher Schulleitungen sowie Vertreterinnen und Vertreter von Schulbehörden anlässlich eines Informationsbesuchs in der Volksrepublik China überzeugen. Rund 30 Teilnehmende aus fünf Bundesländern waren dabei, darunter auch die Schulleiterin des Julius-Echter-Gymnasiums, Petra Hein. Organisiert wurde der Besuch vom Pädagogischen Austauschdienst des Sekretariats der Kultusministerkonferenz.
„Es war eine sehr interessante Reise mit vielen Erkenntnissen zum chinesischen Schulsystem und zur chinesischen Bildungspolitik. Die chinesischen Gastgeber haben dazu ein sehr ambitioniertes und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt und vorbereitet,“ fasste Petra Hein ihre Eindrücke zusammen. Ziel der Informationsreise war es, den fachlichen Austausch zu vertiefen und neue Perspektiven für die Zusammenarbeit zwischen deutschen und chinesischen Schulen zu eröffnen. Denn dank engagierter Lehrkräfte und Schulleitungen, die auch Teil der Delegation sind, gibt es bereits erfolgreiche Partnerschaften zwischen Schulen in Deutschland und China. Grund für das immer stärker werdende deutsche Interesse: China ist ein wichtiges Land und nimmt weltpolitisch eine sehr große Rolle ein. Dies sollte sich auch im schulischen Austausch niederschlagen. Außerdem wird in einer künftigen Welt China-Kompetenz eine bedeutende Rolle spielen. Dabei ist unter China-Kompetenz mitnichten ein unkritischer Blick zu verstehen, sondern es geht neben landeskundlichen oder sprachlichen Kompetenzen vor allem um das Wissen und Verstehen der politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen Chinas.
Ihre Chinakenntnisse konnte die deutsche Delegation bei Schulbesuchen in in Peking und Shanghai erweitern. Schulleiterin Hein zeigte sich beeindruckt von den ambitionierten Lehrzielen und der Präzision chinesischen Unterrichts. „Der digitale Fokus war sehr stark, man hat deutlich gemerkt, dass es das Ziel der chinesischen Regierung ist, ein positives Chinabild in Deutschland zu fördern,“ Dabei hatten die chinesischen Organisatoren nichts dem Zufall überlassen. „Man fühlte sich auch die ganze Zeit beobachtet“, so Petra Hein kritisch.
Für die Schulleiterin des JEG steht nach ihrem Aufenthalt in China außer Frage, dass Deutschland sich unbedingt intensiver mit dieser neuen Weltmacht auseinandersetzen und die gegenseitigen Verbindungen vertiefen muss, damit aus Rivalen nicht Feinde werden.
Thum

