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Autor: Chris Ziegler

Doppelte Premiere bei Abiturfeier am JEG

Am 26. Juni fand die feierliche Verabschiedung der Abiturientinnen und Abiturienten des Julius-Echter-Gymnasiums statt – und konnte gleich mit zwei Neuheiten aufwarten: Zum einen war es der erste Abiturjahrgang des neuen neunjährigen Gymnasiums, zum anderen fand die Überreichung der Zeugnisse nicht in der Aula der Schule statt, sondern wegen der Rekordhitze in der Untermainhalle. Traditionell hatten die Abiturientinnen und Abiturienten ihren besonderen Tag zuvor in der Elsenfelder Christkönigskirche mit einer ökumenischen Andacht begonnen, bei der sich die Religionslehrerinnen kreativ und hintersinnig dem diesjährigen Abiturmotto „Abicolada – 9 Jahre mitgemischt“ annäherten.

In der Untermainhalle dann die Fortsetzung mit der Begrüßung durch die beiden Abiturientinnen Lea Bachmann und Lilli Elzenheimer. Sie stimmten ihre Mitschülerinnen und Mitschüler auf einen „Sommer voller Reisen und Abenteuer“ ein, erinnerten aber auch an vergangene kritische Momente, wie das Homeschooling während der Coronapandemie. Ein besonderer Dank für ihre Unterstützung galt den Eltern und Lehrkräften. Nun könne man, voller Stolz auf das Erreichte, mit „großen Schritten“ durchs Leben gehen; nach neun Jahren des Mitmischens sei es nun an der Zeit, aufzubrechen.

Landrat Björn Bartels überbrachte die Glückwünsche des Landkreises zum bestandenen Abitur. Dieses sei ein gutes Fundament für den weiteren Lebensweg, der nicht nur aus Plänen und Pflichten bestünde; Bartels gab zu bedenken, dass es auch des richtigen Moments bedürfe, um entscheidende Weichenstellungen im Leben erfolgreich zu absolvieren.

Auch Elsenfelds Bürgermeister Kai Hohmann sprach dem Jahrgang seine Anerkennung aus. Dieser sei nicht nur der „heißeste“ gewesen, so Hohmann augenzwinkernd angesichts von 40 Grad Außentemperatur, sondern auch derjenige, der den technologischen Wandel in Form der Künstlichen Intelligenz erstmals zu spüren bekam. Seine Botschaft: „KI fühlt nicht, ihr schon.“ Unsere Zeit sei besonders auf diese menschliche Intelligenz angewiesen.

Mit einer berühmten Maxime wandte sich sodann Joachim Oberle vom Freundeskreis des JEG an die Abiturienten: „Sapere aude!“ Das Zitat des Philosophen Emmanuel Kant drückt für ihn aus, worauf es ankommt, nämlich darauf, den eigenen Verstand zu gebrauchen, um in schwierigen Zeiten nicht vom Weg abzukommen.

Marion Lebold, Vorsitzende des Elternbeirats, griff in ihrer Rede das Abiturmotto auf: Kein guter Cocktail ohne die richtigen Zutaten; übertragen auf die Abiturienten seien dies die vielen Erfahrungen, die sie am JEG gemacht hätten. Zum Schluss erinnerte Lebold daran, dass das „Mitmischen“ nie aufhöre.

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ Mit diesem Zitat von Hermann Hesse leitete Schulleiterin Petra Hein ihre Ansprache ein. Um für diesen Neuanfang nach der Reifeprüfung gewappnet zu sein, hatte Hein zwei Dinge mitgebracht: Ein Abi T-Shirt und einen kleinen Koffer. Das T-Shirt symbolisiere die Zeit am JEG, die nun unwiderruflich vorbei ist. Der Koffer signalisiert: „Ich bin bereit, dich dorthin zu begleiten, wo du noch nicht warst. Aber du musst entscheiden, was mitkommt. Leere Fächer füllen sich nicht von allein.“ Somit stehen die beiden Utensilien für Vergangenheit und Zukunft des Abiturjahrgangs – und nicht zuletzt für die Verantwortung, die jeder zu tragen habe.

Musikalische Beiträge von Emma Ballmann (Klavier und Gesang), dem Vokalensemble der Q13 sowie von Angelina Hötzel und Felicia Scherf (Gesang) umrahmten stimmungsvoll die Veranstaltung.

Nach der feierlichen Zeugnisübergabe durch Landrat und Schulleiterin fand im Bürgerzentrum Elsenfeld der Abend bei Musik, Cocktails und Tanz seinen heißen Abschluss.

Thum

Missbrauchsprävention – unverzichtbar in der heutigen Zeit

Die Zahlen der nationalen Dunkelfeldstudie zum Ausmaß der sexualisierten Gewalt vom Juni des letzten Jahres zeigen, dass statistisch in jeder Schulklasse mindestens 3 Kinder sitzen, die sexualisierte Gewalt erfahren haben. Dies zeigt wie wichtig Veranstaltungen wie das interaktive Theaterstück „Hau ab!“ von Dirk Bayer und seiner Schauspiel-partnerin Selina Früchtl sind, die am 24. Juni am Julius-Echter-Gymnasium stattfand.  Die Aufführung ist inzwischen ein fester Bestandteil im Jahresprogramm des JEG. In diesem Jahr wurde auch die Deutschklasse mit eingebunden, sodass diesmal sogar 3 Vorstellungen im Laufe des Vormittags gespielt wurden. Das Schauspielduo schaffte es auch in diesem Jahr wieder den Spagat zwischen der Ernsthaftigkeit des Themas und humoristischen Einlagen zu vollbringen, sodass die Vorstellung für die Adressaten kurzweilig und informativ war. Besonders viel Anklang fand der Aspekt, dass Schülerinnen und Schüler auf eigenen Wunsch spontan in das Stück eingebunden werden konnten und so im realen Leben heikle Situationen in geschützter Atmosphäre üben konnten. Für diese Situationen schlüpfte Dirk Bayer beispielsweise in die Rolle eines ortsunkundigen, unsympathischen, aber harmlosen Passanten auf dem Schulweg, eines zudringlichen Fußgängers, des „netten“ Onkels, der seine Nichte belästigt und des liebevollen Vaters, der sich schützend für die Belange seiner Tochter einsetzt. Auch einige Techniken der Selbstverteidigung wurden im Theaterstück vorgestellt. Zu den zentralen Botschaften der Aufführung zählte, dass sich die Kinder stets ihrem Lieblingsmenschen (z.B. Eltern)oder der Nummer gegen Kummer (116111) anvertrauen sollten, um Hilfe in derartigen Notlagen zu bekommen. Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle dem Elternbeirat des JEG und dem Fachdienst Prävention des Landratsamtes Miltenberg, die diese Präventionsveranstaltung seit vielen Jahren großzügig unterstützen.

Pöhner

“Life, although it may only be an accumulation of anguish, is dear to me, and I will defend it.”

-Frankensteins Kreatur in Mary Shelley: „Frankenstein”

Als Schauspieler*in ist man hart im Nehmen. Aber was Mia Glynn-Jones und Matthew Steven-James an jenem denkwürdig heißen Tag am Julius-Echter-Gymnasium in Elsenfeld geleistet haben, ist aller Ehren wert. Die beiden sind ein Jahr lang für das Phoenix-Theatre auf Tour in Deutschland und haben unsere Schülerschaft am JEG mit drei englischsprachigen Stücken unterhalten, inspiriert und zum Zweifeln gebracht.

Im Unterstufenmusical „Saddle Up“ von Kristi-Anne Seth wurden die Wildwesthelden Wild Bill Jones und Jethro Pumpernickel zum Leben erweckt. Nachdem die beiden Darsteller hier schon auf Temperatur gekommen waren und eine kurze Hydration Break ohne Werbung genießen konnten, wurde das Amerika Thema fortgeführt im Stück „New Beginnings“. Passend zur vorigen Aufführung wird hier die Wildwestpolitik der USA bezüglich Migration thematisiert, inklusive sehr überzeugender Darstellung des US-Präsidenten.

Die Vergleiche zur US-Politik sollen nicht überstrapaziert werden, daher reicht an dieser Stelle der Hinweis auf die Interpretation von Mary Shelleys „Frankenstein“, welche zum Schluss für unsere Oberstufenschülerinnen und -schüler aufgeführt wurde, die das Buch schon zuvor im Englischunterricht behandelt hatten. Die Geschichte um Viktor Frankenstein und seine Kreatur behandelt zahlreiche Themen, die auch das moderne Publikum dazu anhalten über das menschliche Dasein zu sinnieren: die Gefahren ungezügelten technologischen Fortschritts, Vereinsamung, Ehrgeiz, Gut und Böse.

Das Niveau der Dialoge war durchweg an die jeweilige Stufe angepasst, man merkte aber trotzdem, dass es sich hier um „echtes Englisch“ handelte. Das Ensemble hat es durchweg geschafft, die ernsten  Themen humorvoll anzureichern, sodass trotz Hitze die Aufmerksamkeit im Publikum stets aufrechterhalten wurde. Wir freuen uns deshalb schon auf die nächste Saison, wenn uns der Phönix hoffentlich wieder besucht.

Bilgin

Mitgefühl, Würde und Nähe am Lebensende – Einblicke in die Arbeit des Ökumenischen Hospizvereins Miltenberg

Im Rahmen eines zweistündigen Vortrags erhielten die Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe am Montag, den 18.05.2026 einen eindrucksvollen Einblick in die Arbeit des Ökumenischen Hospizvereins Miltenberg. Ziel der Veranstaltung, die sich bereits zum dritten Mal am JEG wiederholte, war es, den Jugendlichen das Thema Sterbebegleitung näherzubringen und Berührungsängste abzubauen.

Gleich zu Beginn stellten die Referentinnen und Referenten die Hospizarbeit im Allgemeinen sowie die vielfältigen Aufgaben des Vereins vor. Im Mittelpunkt standen jedoch vor allem die persönlichen Berichte der ehrenamtlichen Sterbebegleiterinnen und Sterbebegleiter. Offen und einfühlsam schilderten sie ihre Erfahrungen in der Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen sowie deren Angehöriger. Diese authentischen Einblicke machten das Thema für die Schülerinnen und Schüler besonders greifbar.

Ein Aspekt, der die Jugendlichen besonders beschäftigte, war die Frage, aus welchen persönlichen Beweggründen sich Menschen für die Hospizarbeit entscheiden. Im Gespräch wurde deutlich, dass es den Ehrenamtlichen vor allem darum geht, Sterben in Würde zu ermöglichen – und auch zuzulassen, und nicht durch gut gemeinte Eingriffe eventuell sogar zu erschweren. Diese Haltung beeindruckte die Jugendlichen spürbar und führte zu intensiven Nachfragen.

Darüber hinaus wurde den Schülerinnen und Schülern bewusst, dass auch sie selbst bereits Entscheidungen für ihre eigene Zukunft treffen können – etwa durch eine Patientenverfügung oder eine Vorsorgevollmacht. Viele nahmen diesen Impuls zum Anlass, darüber nachzudenken, wie wichtig es ist, frühzeitig mit den eigenen Eltern über solche Themen ins Gespräch zu kommen.

Die Veranstaltung leistete insgesamt einen wichtigen Beitrag dazu, das oft tabuisierte Thema „Tod und Sterben“ in den schulischen Kontext zu integrieren und die Bedeutung von Mitmenschlichkeit und Empathie im Einsatz für andere hervorzuheben.

Ein besonderer Dank geht an die Ehrenamtlichen des Ökumenischen Hospizvereins Miltenberg, die sich die Zeit genommen haben, uns ihre Arbeit und ihr Einsatzfeld näherzubringen.

Für die Fachschaft Religion

König

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