Zum Hauptinhalt springen

Autor: Chris Ziegler

Ein Theaterabend voller Bücherzauber: „Tintenherz“ am Julius-Echter-Gymnasium

Am Dienstag, dem 7. Juli, brachte die Mittelstufen-Theatergruppe des Julius-Echter-Gymnasiums um 19 Uhr in der Aula das Stück Tintenherz nach dem gleichnamigen Roman von Cornelia Funke auf die Bühne. Die vielen großen und kleinen Zuschauer durften nicht nur ein spannendes Theaterstück erleben, sondern vor allem die Spielfreude des Ensembles unter der Leitung von Lone Wulff.

Im Mittelpunkt steht die zwölfjährige Meggie, dargestellt von Mia Müller, die mit ihrem Vater Mo, einem Buchbinder, lebt. Emma Eisert gab in ihrer Rolle als Mo diesem als zurückhaltendem, von einem alten Geheimnis belasteten Vater eine unverwechselbare Kontur. Schon zu Beginn machte die Inszenierung deutlich, dass in dieser Geschichte Bücher mehr sind als bloße Gegenstände: Aus ihnen kann Wirklichkeit werden.

Ein geheimnisvolles Buch

In einer stürmischen Nacht taucht der Gaukler Staubfinger auf. Maria Schäfer spielte ihn geheimnisvoll und zwielichtig, ohne seine innere Zerrissenheit zu überzeichnen. Staubfinger warnt Mo vor Capricorn, und schon am nächsten Morgen bricht Mo mit Meggie überstürzt zu Tante Elinor auf. Greta Wengerter sorgte als bücherverliebte, kinderfeindliche und herrlich direkte Elinor für viele komische Momente, besonders mit ihrem wiederkehrenden „verflixte Kiste“.

In Elinors Bibliothek versteckt Mo ein besonderes Buch: Tintenherz. Bald wird klar, dass der Bösewicht Capricorn genau dieses Buch sucht. Seine Handlanger Basta, gespielt von Mizzi Even, und Flachnase (Rahel Hayward), ergänzten diese Bedrohung durch ihr pointiertes Zusammenspiel. Als Capricorns Männer das falsche Buch stehlen und Mo entführen, nimmt die Rettungsaktion ihren Lauf. Besonders gelungen war hier die szenische Umsetzung der Fahrt zu Capricorns Dorf. Dank einfacher, aber wirkungsvoller Regieeinfälle wurde diese Reise zu einem Highlight der Aufführung.

Im Dorf verdichtet sich die Handlung. Felix Dominik verkörperte Capricorn mit düsterer Präsenz als jemanden, der sich als Meister des Angstmachens begreift. Die gruselige Kulisse unterstützte die bedrohliche Atmosphäre wirkungsvoll. Dort erfahren Meggie und Elinor, warum Mo „Zauberzunge“ genannt wird: Wenn er laut aus einem Buch vorliest, können Figuren und Gegenstände aus der Geschichte in die reale Welt gelangen. Vor elf Jahren hatte Mo auf diese Weise Capricorn und einige seiner Gefährten aus Tintenherz herausgelesen; gleichzeitig verschwand Meggies Mutter Resa in der Buchwelt. Lily Kraske, die sowohl als Erzählerin als auch als Resa auftrat, verband geschickt die Rahmenhandlung und beindruckte gleichermaßen in beiden Rollen.

Kampf dem Bösewicht

Als Mo erneut vorlesen muss, erscheint Farid, ein Junge aus 1001 Nacht, den Paula Kern facettenreich verkörperte; besonders ihr penetrantes Verfolgen Staubfingers erheiterte das Publikum. Gleichzeitig wurde Staubfingers Rolle vielschichtiger: Er ist kein normaler Gaukler, sondern selbst eine Figur aus der Bücherwelt, die nach Hause zurückkehren möchte und auf eigene Weise gegen Capricorn kämpft.

Die Suche führt die Figuren schließlich zu Fenoglio, dem Autor von Tintenherz, dessen Schrulligkeit Greta Pöhner überaus gelungen darstellte. In diesen Szenen sprühte die Inszenierung erneut vor Einfallsreichtum: Warmes Licht und Meeresklänge ließen das sonnige Italien entstehen, ohne dass große Umbauten nötig waren. Hier zeigte das Technik-Team des JEG von Sebastian Tausch einmal mehr, was es alles drauf hat.

Als klar wird, dass Capricorn in Fenoglios ursprünglicher Geschichte gar nicht stirbt, muss ein neuer Plan her. Capricorn will Mo außerdem zwingen, den Schatten, eine besonders gefährliche Gestalt, aus der Geschichte herauszulesen. In dieser Zuspitzung entdeckt Meggie, dass auch sie die Gabe des Vorlesens besitzt. Mia Müller spielte diesen Moment überzeugend als Mischung aus Angst, Staunen und wachsendem Mut.

Tobender Schlussapplaus

Im Showdown in Capricorns Hauptquartier kommt diese Gabe entscheidend zum Einsatz. Durch ein neu geschriebenes Ende wird Capricorn buchstäblich zu Tode gelesen, und Resa entpuppt sich als Meggies lange verschwundene Mutter. So findet die Geschichte zu einem Happy End, ohne dass die Sehnsucht Staubfingers nach seiner eigenen Welt ganz verschwindet.

Am Ende belohnte das Publikum die Mittelstufen-Theatergruppe mit tobendem Applaus. Die Aufführung war eine gelungene Hommage an die Macht der Bücher, an die Fantasie und an das Lesen selbst – und zugleich ein eindrucksvoller Beweis dafür, wie viel Spielfreude in einem engagierten Schulensemble stecken kann.

Thum

„Die Brüder Himmler“ – Spurensuche in einer belasteten Familiengeschichte am JEG

Bei sommerlich warmem Wetter durften wir am 8. Juli 2026 am Julius-Echter-Gymnasium eine besondere Referentin begrüßen: Katrin Himmler, Politikwissenschaftlerin, Autorin und Großnichte des „Reichsführers SS“ Heinrich Himmler. Für den Vortrag war sie eigens aus Berlin angereist, um mit den Schülerinnen und Schülern der 11. und 12. Jahrgangsstufe über ihre Familiengeschichte und den Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit ins Gespräch zu kommen.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Schulleiterin Frau Hein unseren Gast und führte mit einer kurzen Einführung in das Thema ein. Anschließend nahm Katrin Himmler die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine ebenso persönliche wie wissenschaftlich fundierte Spurensuche durch ihre Familiengeschichte.

Ausgangspunkt ihrer Recherchen war ein prägendes Erlebnis in ihrer Jugend: Als sie im Alter von 15 Jahren auf eine mögliche Verwandtschaft mit Heinrich Himmler angesprochen wurde, blieb eine pädagogische Einordnung durch ihre Lehrkräfte aus – ein Schweigen, das sie bis heute als vertane Chance empfindet.

Gegen das Verdrängen

Jahre später machte es sich die studierte Politikwissenschaftlerin zur Aufgabe, dieses Schweigen zu durchbrechen. In ihrem 2005 erschienenen Buch Die Brüder Himmler veröffentlichte sie die Ergebnisse jahrelanger Archivrecherchen. Dabei zeigte sie eindrucksvoll auf, dass Heinrich Himmler keineswegs das einzige „schwarze Schaf“ einer ansonsten unbescholtenen Familie war. Vielmehr waren auch seine Brüder sowie zahlreiche weitere Angehörige bereits früh Mitglieder der NSDAP und der SS.

Besonders eindrucksvoll schilderte Katrin Himmler, dass ihre Recherchen nicht nur historische Erkenntnisse zutage förderten, sondern sie ihren Vorfahren auch menschlich näherbrachten. So sagte sie: „Je mehr ich mich mit meinen Vorfahren auseinandergesetzt habe, desto näher sind sie mir gekommen. Menschen sind ja nicht einfach gut oder böse. Es hängt von vielen Einflüssen ab, wie sich jemand in gewissen Situationen entscheidet.“

Gerade diese differenzierte Sichtweise eröffnete den Schülern einen reflektierten Zugang zu den Fragen nach individueller Verantwortung, gesellschaftlichen Einflüssen und den Mechanismen von Radikalisierung. Im Mittelpunkt standen dabei unter anderem folgende Fragen:

Warum übte der Nationalsozialismus eine solche Anziehungskraft auf eine scheinbar „normale“ bürgerliche Familie aus?

Wie konnte aus einer unauffälligen Kindheit eine Entwicklung entstehen, die schließlich in der Mitverantwortung für den industriell organisierten Massenmord an der europäischen jüdischen Bevölkerung mündete?

Dialog mit der nächsten Generation

Besonders bereichernd war der zweite Teil der Veranstaltung. In einer ausführlichen Fragerunde stellten die Schülerinnen und Schüler differenzierte und durchdachte Fragen. Dabei interessierten sie sich nicht nur für weitere Hintergründe zur Familiengeschichte der Familie Himmler, sondern auch für das Thema Rechtsextremismus in der Gegenwart. Ebenso fragten sie nach Frau Himmlers persönlicher Einschätzung zur aktuellen politischen Lage aus der Perspektive einer Politikwissenschaftlerin sowie danach, ob sie während ihrer jahrelangen Recherchen auf Erkenntnisse gestoßen sei, die sie selbst überrascht hätten.

Der offene Austausch machte deutlich, wie groß das Interesse der Jugendlichen an historischer Aufarbeitung und den Bezügen zur Gegenwart ist. Katrin Himmler gelang es eindrucksvoll, die Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur zu vermitteln und die Schülerinnen und Schüler zum kritischen Nachdenken anzuregen.

Für diesen bewegenden und erkenntnisreichen Vormittag bedanken wir uns herzlich bei Frau Himmler für ihren Besuch, ihre Offenheit und ihre Bereitschaft, den weiten Weg aus Berlin auf sich zu nehmen.

Ein ebenso herzlicher Dank gilt dem Freundeskreis des JEG, der den Vortrag vollständig finanziert und damit allen Schülerinnen und Schülern die Teilnahme ermöglicht hat. Außerdem danken wir unserem Technikteam sowie unserem Hausmeister für den reibungslosen Auf- und Abbau der Technik und der Bestuhlung und damit für die organisatorische Unterstützung dieser gelungenen Veranstaltung.

Nickel

Tag der Bionik: Lernen von der Natur in der Natur

Auch in diesem Jahr waren die vierten Klassen der Mozart-Grundschule Elsenfeld zu Gast am Julius-Echter-Gymnasium, um gemeinsam einen spannenden Tag der Bionik zu erleben.

An vier abwechslungsreichen Stationen im Freien stand das Motto „Lernen von der Natur in der Natur“ im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler erhielten faszinierende Einblicke in die Welt der Bionik und entdeckten, wie technische Entwicklungen von der Natur inspiriert werden.

So erforschten sie den Lotuseffekt direkt an Pflanzen und erfuhren, warum Wasser von manchen Blättern einfach abperlt und die Blätter dabei im sauber bleiben. An einer weiteren Station lernten sie, was die besondere Form einer Fischflosse mit einem modernen adaptiven Greifer gemeinsam hat und wie dieses natürliche Vorbild in der Technik genutzt wird.

Besonders kreativ wurde es beim Bau eines Hilfsgüter-Abwurfsystems nach dem Vorbild eines Ahornsamens. Die Kinder gestalteten hierzu Modelle und konnten anschließend beobachten, wie das Prinzip der Natur funktioniert.

Der Tag bot den Grundschulkindern viele spannende Experimente, interessante Entdeckungen und jede Menge Gelegenheit zum Ausprobieren.

Ein herzliches Dankeschön gilt dem P-Seminar SANTO für die engagierte Vorbereitung und Durchführung des Bioniktages. Ebenso bedanken wir uns bei der Gärtnerei Löwer für die Bereitstellung des Pflanzenmaterials, das die Stationen anschaulich und praxisnah bereichert hat.

J. Giegerich

JEG ist neue Partnerschule bei „ZDF goes Schule“ im Schuljahr 2026/2027

Mit 50 neuen Partnerschulen aus ganz Deutschland startet die Bildungsinitiative „ZDF goes Schule“ ins Schuljahr 2026/2027. Neu dabei auch das Julius-Echter-Gymnasium Elsenfeld als eine von nur sechs Schulen aus Bayern. Nach einem Pilotschuljahr baut das ZDF den direkten Austausch mit Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften zu einem Netzwerk mit dann über 100 Partnerschulen aus.

Direktor Audience Dr. Florian Kumb vom ZDF: „Die große Resonanz im Pilotschuljahr zeigt, wie wichtig der direkte Austausch mit jungen Menschen in einer zunehmend fragmentierten Medienwelt ist. Darauf bauen wir auf und entwickeln das Partnerschulprogramm gemeinsam weiter. Wir geben noch mehr Einblick in unsere Arbeitsweise und nehmen zugleich wichtige Impulse aus den Schulen für unser Angebot mit. So entstehen neue Perspektiven für unsere Programme und ein besseres Verständnis dafür, was junge Zielgruppen bewegt.“

Im Pilotschuljahr zeigten sich die vielen möglichen Facetten der Partnerschaft und deren Wirkung im Schulalltag: In Online-Schulstunden schalteten sich Klassen etwa in die Antarktis zu ZDF-Reportern und Tiefseetauchern auf Segelexpedition, diskutierten über Fragen, wie „Frisst die KI unsere Jobs?“ und erhielten unter anderem Einblicke in die Wahlberichterstattung des ZDF. Bei Backstage-Angeboten konnten Schülerinnen und Schüler unter anderem Produktionen wie die „Giovanni Zarrella Show“, das Adventskonzert in Dresden, den Biathlon-Weltcup in Ruhpolding oder auch die Produktion von „Neues aus der Anstalt“ aus nächster Nähe erleben. Mitmach-Formate, wie die „Technik-AG Backstage“ machten produktionelle Abläufe erlebbar.

Erfahrungen und Rückmeldungen der ersten Partnerschulen von „ZDF goes Schule“, die weiterhin Teil des Netzwerks bleiben, flossen in die Weiterentwicklung des Programms ein. Auch für das JEG als neuer Partnerschule gehören im kommenden Schuljahr Schulbesuche von ZDF-Programmmachenden, Studio- und Backstage-Angebote, Online-Schulstunden, ein exklusiver Newsletter sowie zwei Sounding Boards mit Schulleitern und Lehrkräften zur Weiterentwicklung des Projekts zum Programm. Ziel ist es, Medienkompetenz gemeinsam praxisnah zu stärken und zugleich einen dauerhaften Austausch zwischen Schule und ZDF zu etablieren.

Eine Große Chance für das JEG! Ein kreativer Werbefilm im Rahmen der Bewerbung der Fachschaft Politik und Gesellschaft hat diesen Erfolg erst möglich gemacht. Deswegen vielen Dank an das Filmteam und alle Mitwirkenden!

Pressemitteilung ZDF/tum

Enrichmentkurs Photovoltaik

Exkursion zum PV-Park Wörth: Erneuerbare Energien hautnah erleben

Bei bestem Sonnenschein und idealem Photovoltaik-Wetter besuchte der Enrichmentkurs des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld den PV-Park an der Deponie in Wörth. Ziel der Exkursion war es, den Schülerinnen und Schülern einen praxisnahen Einblick in die Erzeugung erneuerbarer Energien sowie die Herausforderungen der Energiewende zu vermitteln.

Dipl.-Ing. Lutz Loebel erläuterte den interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern den Aufbau und die Funktionsweise moderner Solarmodule. Darüber hinaus erhielten die Schülerinnen und Schüler spannende Einblicke in die Entwicklung der erneuerbaren Energien sowie deren Förderung und Bedeutung für die zukünftige Energieversorgung.

Marco Nebel erläuterte die Energiewende aus der Sicht des Stromnetzbetreibers. Er machte deutlich, dass der zügige Ausbau erneuerbarer Energien entscheidend für das Erreichen der Klimaschutzziele und eine nachhaltige Energieversorgung ist. Gleichzeitig wachsen mit der zunehmenden dezentralen Stromerzeugung die Anforderungen an die Stromnetze. Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern wurden verschiedene Lösungsansätze diskutiert, damit der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien erfolgreich gelingen kann. Dazu gehören der bedarfsgerechte Ausbau und die Digitalisierung der Stromnetze ebenso wie der Einsatz von Energiespeichern, die überschüssigen Solar- und Windstrom aufnehmen und bei Bedarf wieder zur Verfügung stellen. So wurde deutlich, dass das Gelingen der Energiewende das Zusammenspiel vieler technischer und infrastruktureller Maßnahmen erfordert.

Die lebhafte Diskussion und das große Interesse der Schülerinnen und Schüler zeigten, wie wichtig der direkte Austausch zwischen Schule und Praxis ist. Die Exkursion bot einen anschaulichen Einblick in die Technik der Photovoltaik und verdeutlichte zugleich die zentrale Rolle moderner Stromnetze für das Gelingen der Energiewende.

Mit freundlicher Genehmigung der EZV Wörth

Gerald Schlosser