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Autor: Chris Ziegler

Auf den Spuren des Judentums — Ein besonderer Tag in der Westend-Synagoge und im Museum Judengasse

In dieser Woche hatten unsere 9. Klasse auf einer Tagesexkursion nach Frankfurt die Gelegenheit, sich einen Tag lang intensiv mit dem jüdischen Glauben, seiner Geschichte und seinen Traditionen auseinanderzusetzen. Ein besonderes Highlight war dabei der Besuch der Westend-Synagoge in Frankfurt, einem der bedeutendsten jüdischen Gotteshäuser in Deutschland. 

Bereits beim Betreten der Synagoge wurde spürbar, dass dieser Ort nicht nur ein Gebäude, sondern ein lebendiges Denkmal jüdischer Kultur und Religion ist. Unsere Schüler erfuhren zunächst, dass die Synagoge, die 1910 eingeweiht wurde, trotz der Zerstörungen der Novemberpogrome 1938 und der schweren Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg erhalten blieb —  und so  für die Mitglieder der jüdischen Gemeinde, die unter ihrem Dach eine orthodoxe und eine liberale Ausrichtung beherbergt, ein Symbol für Überlebenskraft und Neubeginn darstellt. 

Im Inneren der Synagoge tauchten die Jugendlichen noch tiefer in die Welt des Judentums ein: die eindrucksvolle Kuppel und die kunstvollen Verzierungen, der Aron Hakodesch, der heilige Schrein, in dem die mit kunstvollen Mänteln geschmückten Tora-Rollen aufbewahrt werden, zogen sofort die Aufmerksamkeit auf sich. Auch die Bima, das Lesepult in der Mitte des Raumes, veranschaulichte die zentrale Bedeutung der Tora im jüdischen Gottesdienst. Die Jugendlichen lauschten aufmerksam als die jüdischen Vertreter der Synagogengemeinde von den eigenen religiösen Traditionen, den Festen und der Bedeutung des Gebets im Alltag erzählten und nutzten die Gelegenheit, viele Fragen zu stellen — sei es zu den Gebetsriemen (Tefillin), der Kippa oder der Bedeutung des Sabbats. Besonders interessant waren die Momente, als die Gruppe mehr über die kleinen Details erfuhren, die kaum aufgefallen wären — zum Beispiel die kleinen Bonbons, die in einem riesengroßen Kronleuchter festhingen – ein Überbleibsel der ausgelassenen Bar Mizwa Feier eines 12jährigen Jungen am vergangenen Wochenende. 

Neben dem Besuch der Synagoge führte der Weg auch ins Museum Judengasse. Hier wurde die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Frankfurt auf lebendige Weise erfahrbar. Die Ausgrabungen der ehemaligen Judengasse, die einst das Zentrum des jüdischen Lebens in der Stadt war, gaben den Schülerinnen und Schülern einen konkreten Einblick in das Alltagsleben früherer Jahrhunderte. Von rituellen Gegenständen wie dem Kiddusch-Becher, der Chanukkia und einem faszinierenden Besamimturm bis hin zu den Geschichten jüdischer Familien wurde deutlich, wie tief verwurzelt das jüdische Leben in Frankfurt ist — und welche Brüche und Neuanfänge diese Gemeinschaft geprägt haben. 

Der Tag war weit mehr als nur eine Exkursion. Er war eine Einladung, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, andere Religionen und Kulturen nicht nur theoretisch zu behandeln, sondern mit allen Sinnen zu erleben und in einen echten Dialog zu treten. Es war natürlich spannend zu entdecken, wie viel Symbolik und Geschichte in einem einzigen Raum stecken – aber noch bedeutsamer zu spüren, wie wichtig Respekt, Offenheit und Empathie im Miteinander der Religionen sind. 

Walz 

Braucht es ein Soziales Pflichtjahr? Schüler am JEG erhalten Preis für herausragende Projektarbeit

Im aktuellen Schuljahr nahm eine 11. Klasse des Julius-Echter-Gymnasiums unter der Leitung ihres Politiklehrers, Herrn Fischer, erfolgreich am Schülerwettbewerb zur politischen Bildung 2024 teil und wurde mit einem Preis in Höhe von 1500 Euro ausgezeichnet. Die 47-köpfige Jury der BpB (Bundeszentrale für politische Bildung) würdigte die Arbeit der jungen Erwachsenen, die bei über 1.200 Einsendungen hervorstechen konnte.

Die Schülerinnen und Schüler des Politikkurses setzten sich wochenlang mit der Frage auseinander, ob ein soziales Pflichtjahr nach der Schulzeit eingeführt werden sollte, so wie es zum Beispiel Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier fordert, und verarbeiteten ihre Erkenntnisse in mehreren Kurzvideos, sogenannten Reels. Es wurden Chancen und Herausforderungen für das einzelne Individuum sowie kollektiv für die Gesellschaft abgewogen. Hierfür interviewten die Elftklässlerinnen und Elftklässler zahlreiche Expertinnen und Experten aus der Politik und vor allem aus sozialen Arbeitsbereichen. So wurden Gespräche mit Pflegern, Leiterinnen von Pflegeeinrichtungen oder auch mit Bundesfreiwilligendienstlern geführt, um möglichst viele Erfahrungen und Meinungen aufzugreifen. Bevor die Klasse jedoch ein abschließendes Fazit zu der Frage nach einem verpflichtenden sozialen Jahr ziehen konnte, wurde Kai Hohmann, Bürgermeister von Elsenfeld, sowie Bernd Rützel, Mitglied des Deutschen Bundestags, zu ihren Positionen befragt. Neben den zahlreichen Vorteilen, die ein solches soziales Pflichtjahr mit sich bringen würde, wie das Sammeln von Berufserfahrung und eine Verständigung zwischen den Generationen, sahen die Jugendlichen aber vor allem die Nachteile eines solchen Pflichtjahres stärker gewichtet. Demnach könnten unmotivierte junge Erwachsene die sozialen Träger noch weiter belasten. Vor allem sah die Schulklasse aber die Einschränkung der persönlichen Freiheit kritisch, die ein solches Pflichtjahr zur Folge hätte.

Worauf sich die Jugendlichen jedoch stets sowohl mit den Politikern als auch mit den Experten aus dem sozialen Arbeitsumfeld verständigen konnte, war der zentrale Gedanke, dass soziale Arbeit deutlich mehr Wertschätzung verdient und dementsprechend auch stärker vom Staat gefördert werden sollte.

Die Schülerinnen und Schüler der Politikklasse 11ac am JEG sind sich nach der wochenlangen Auseinandersetzung mit dem Thema sicher: Der soziale Zusammenhalt muss gewährleistet werden und jeder in der Gesellschaft kann dafür seinen Beitrag leisten. Das betrifft aber altersunabhängig alle Teile der Bevölkerung.

Die Klasse 11ac bedankt sich bei allen Mitwirkenden und ist hochzufrieden, dass ihr Engagement so gewürdigt wurde. 

Fischer

SMV Party

Auch in diesem Jahr findet wieder unsere SMV Party statt. Nachdem die letzte Party ein voller Erfolg war, war sofort klar: „Das müssen wir nochmal machen!“
Am 14.3.2025 ist es nun endlich wieder soweit. Unter dem Motto „White & Glitter“ laden wir die Schulfamilie ab der 7. Klasse herzlich zur zweiten SMV Party ein. Passend zum Motto können sich die Schülerinnen und Schüler kreativ entfalten – sei es durch funkelnde Accessoires, glitzernde Outfits oder passende Schminke. Ein DJ wird mit passender Musik für ausgelassene Tanzmomente sorgen und kleine von der SMV vorbereitete Überraschungen runden den Abend ab.

Wir freuen uns und können es kaum erwarten, die Halle wieder zum Beben zu bringen.
Eure SMV

„Kostbarster Unterricht an den Sterbebetten“

Das W-Seminar „Knockin` on Heaven`s Door“ zu Besuch auf der Palliativstation des Juliusspitals Würzburg

Am 3.2.2025 durfte das W-Seminar des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld „Knockin` on Heaven`s Door- eine mehrdimensionale Betrachtung von Leben und Tod“ die Palliativstation des Juliusspitals Würzburg besuchen.

Regina Raps, die Stationsleitung der Palliativstation Würzburg, legte uns das Gedicht „Unterricht“ von Hilde Domin ans Herz. Dies wird bereits in der Überschrift zitiert und soll unseren Artikel ummanteln.

Den Mantel (lat. pallium) ausbreiten möchten auch die Mitarbeitenden auf der Palliativstation. Die PatientInnen sowie ihre Angehörigen sollen wie mit einem schützenden Mantel umgeben werden – durch medizinische, psychologische und vor allem menschliche Unterstützung. Es bedarf keiner großen, angsteinflößenden medizinischen Apparaturen wie auf einer Intensivstation. „Hightouch statt Hightech“, wie es Frau Raps formuliert. Auf der Palliativstation geht es um den Menschen und dass sein letzter Lebensabschnitt möglichst schmerzfrei und harmonisch verläuft. Dafür steht den PatientInnen (und Angehörigen) auf der Station in Würzburg neben einer Gesprächstherapeutin, PhysiotherapeutInnen und SeelsorgerInnen auch eine Musiktherapeutin zur Seite. „Sie bringt in den Menschen“, wie Frau Raps sagt, „das Innerste zum Klingen, auf eine Art und Weise, wie es mit Worten nicht möglich wäre.“ Abschiednehmen, Wut, Erinnerung oder Trauer ausdrücken – mit Heavy-Metal oder Zauberharfe, all das ist für die Menschen auf der Palliativstation möglich.

„Alle Spiegel so klar wie ein See nach großem Regen, ehe der dunstige Tag die Bilder wieder verwischt.“

Der Bick in den Spiegel, in den möglichst wohnlich und komfortabel eingerichteten Zimmern, hat uns überrascht: wir hatten alle einen gesunden Teint. Das ist Absicht, wie Frau Raps uns erzählte. Die Spiegel sind getönt, damit die PatientInnen beim Blick in den Spiegel sich selbst nicht nur als krank und mangelhaft wahrnehmen. Die Situation sei für die PatientInnen belastend genug und viele fokussierten sich stark auf ihren gebrechlichen Körper, was sich negativ auf die Psyche auswirke. Deshalb versuchen die Station und viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, den Patienten den letzten Lebensabschnitt so angenehm wie möglich zu gestalten. Dazu zählt auch, dass PatientInnen mit dem „Wünschewagen“, wenn möglich und gewollt, Wünsche erfüllt werden.

„Jeder, der geht, belehrt uns ein wenig über uns selber. Kostbarster Unterricht an den Sterbebetten.“

Dieser Meinung ist auch Frau Raps. Auf unsere Frage, ob sich ihr Blick auf den Tod verändert hat, meinte Sie, dass sich vor allem ihre Sicht auf das Leben verändert habe durch die Beschäftigung mit Sterbenden. Sie habe ein neues Bewusstsein für Ihre Lebensgestaltung gewonnen durch Ihren, wie sie sagt, „sinnerfüllten und menschenfreundlichen Beruf“.  

Dass dieser Beruf nicht einfach ist, wurde uns allen schnell klar. In kürzester Zeit muss Vertrauen aufgebaut und wieder Abschied genommen werden, müssen Menschen versorgt und betreut werden und viel Trauer und Angst genommen und ausgehalten werden. Umso größer ist unsere Bewunderung für die Menschen, die diesen Beruf mit viel Einfühlungsvermögen, Freude und Engagement ausüben und damit gewährleisten, dass allen Menschen ein würdiges Abschiednehmen und Sterben ermöglicht wird.

Jede von uns hat aus dieser Exkursion etwas persönlich Bereicherndes mitgenommen, wie wir in der Nachbesprechung festgestellt haben. Wir bedanken uns daher ganz herzlich für diesen interessanten, informativen, beeindruckenden, eindrucksvollen, tiefgründigen, aufschlussreichen und wichtigen Einblick in die Palliativstation.

„Dein Tod und meiner der nächste Unterricht: so hell, so deutlich, dass es gleich dunkel wird.“ (Hilde Domin)

(Vera Müller im Namen des W-Seminars)

Unterricht

Jeder, der geht,

belehrt uns ein wenig

über uns selber.

Kostbarster Unterricht

an den Sterbebetten.

Alle Spiegel so klar

wie ein See nach großem Regen,

ehe der dunstige Tag

die Bilder wieder verwischt.

Nur einmal sterben sie für uns,

nie wieder.

Was wüssten wir je

ohne sie?

Ohne die sicheren Waagen,

auf die wir gelegt sind,

wenn wir verlassen werden.

Diese Waagen, ohne die nichts

sein Gewicht hat.

Wir, deren Worte sich verfehlen,

wir vergessen es.

Und sie?

Sie können ihre Lehre

nicht wiederholen.

Dein Tod und meiner

der nächste Unterricht:

so hell, so deutlich,

dass es gleich dunkel wird.

Hilde Domin

JEG in Spanien: Spannende Studienfahrt nach Talavera

Vom 23. bis 28. Januar 2025 unternahm das P-Seminar Spanisch des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld mit sechs Schülerinnen der 11. Jahrgangsstufe und ihrer Lehrerin Doris Engelbrecht eine Studienfahrt nach Spanien. Dank der finanziellen Förderung durch „Erasmus+“, einem Austauschprogramm der EU, bei dem die Schule seit 2023 akkreditiert ist, konnte diese Sprachreise der besonderen Art realisiert werden.

Mit dem Flieger ging es zunächst von Frankfurt nach Madrid und dann weiter nach Talavera de la Reina, einer Stadt mit ca. 80 000 Einwohnern in der spanischen Provinz Toledo. Dort wurde die Gruppe vom JEG sehr herzlich von den spanischen Lehrkräften Guillermo und Lydia empfangen und zur Jugendherberge begleitet.

Am zweiten Tag besuchte man erstmals die Gastschule San Isidro in Talavera de la Reina. Die Schülerinnen waren beeindruckt von der Schule, die sich auf Landwirtschaft und Gastronomie spezialisiert hat. Sie hatten die Gelegenheit, den großen schuleigenen Bauernhof mit seinen Tieren zu besichtigen, darunter Pferde, Kühe, Schafe und sogar ein Pfau. Welchen Mehrwert ein Pfau als landwirtschaftliches Nutztier eigentlich hat, blieb allerdings ein Rätsel. In den anschließenden Unterrichtsstunden konnten die Schülerinnen ihre Spanischkenntnisse vertiefen und hielten Präsentationen über berühmte deutsche Geistesgrößen, um anschließend auch landeskundlichen Vorträgen von spanischer Seite lauschen zu dürfen. Nach dem Unterricht erkundete die Gruppe auf eigene Faust die malerische Innenstadt von Talavera de la Reina. Am Samstag stand eine Visite Madrids auf dem Programm, wo sie neben anderen berühmten Sehenswürdigkeiten auch das Kunstmuseum „Reina Sofia“ besichtigte. Besonders beeindruckt waren die Schülerinnen von Picassos Monumentalgemälde „Guernica“, das die Schrecken des Spanischen Bürgerkriegs zum Thema hat.

Am Sonntag erhielten die JEG-Schülerinnen eine Stadtführung durch Talavera und erfuhren viel über die Kultur der Stadt, die für ihre handbemalten Kacheln, die sogenannten „Talaveras“, bekannt ist. Diese traditionelle Keramik wurde übrigens im Jahr 2019 in das Immaterielle Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen. Der Tag endete mit einem gemeinsamen Essen mit den spanischen Austauschlehrern.

Am Montag verbrachte die Gruppe ihren zweiten und letzten Tag in der Schule San Isidro und unternahm mit ihren Austauschpartnern einen Ausflug nach Toledo. Höhepunkt war eine Führung über die friedliche Koexistenz der verschiedenen Religionen im Mittelalter. Zwar regnete es in Strömen, aber das exzellente Mittagessen in einem Restaurant mit typisch spanischen Gerichten und die fürsorgliche Betreuung durch die spanischen Gastgeber am Abschlussabend machten diese Witterungsunbilden mehr als wett.

Mit schwerem Gepäck von den vielen Einkäufen kehrte die Gruppe vom JEG nach Deutschland zurück. Alle hoffen, dass dieser anregende und bereichernde Austausch fortgesetzt werden kann, und zwar mit einem Gegenbesuch der Spanier in Elsenfeld.

Hailie Neff