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Autor: Chris Ziegler

SMV Party

Auch in diesem Jahr findet wieder unsere SMV Party statt. Nachdem die letzte Party ein voller Erfolg war, war sofort klar: „Das müssen wir nochmal machen!“
Am 14.3.2025 ist es nun endlich wieder soweit. Unter dem Motto „White & Glitter“ laden wir die Schulfamilie ab der 7. Klasse herzlich zur zweiten SMV Party ein. Passend zum Motto können sich die Schülerinnen und Schüler kreativ entfalten – sei es durch funkelnde Accessoires, glitzernde Outfits oder passende Schminke. Ein DJ wird mit passender Musik für ausgelassene Tanzmomente sorgen und kleine von der SMV vorbereitete Überraschungen runden den Abend ab.

Wir freuen uns und können es kaum erwarten, die Halle wieder zum Beben zu bringen.
Eure SMV

„Kostbarster Unterricht an den Sterbebetten“

Das W-Seminar „Knockin` on Heaven`s Door“ zu Besuch auf der Palliativstation des Juliusspitals Würzburg

Am 3.2.2025 durfte das W-Seminar des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld „Knockin` on Heaven`s Door- eine mehrdimensionale Betrachtung von Leben und Tod“ die Palliativstation des Juliusspitals Würzburg besuchen.

Regina Raps, die Stationsleitung der Palliativstation Würzburg, legte uns das Gedicht „Unterricht“ von Hilde Domin ans Herz. Dies wird bereits in der Überschrift zitiert und soll unseren Artikel ummanteln.

Den Mantel (lat. pallium) ausbreiten möchten auch die Mitarbeitenden auf der Palliativstation. Die PatientInnen sowie ihre Angehörigen sollen wie mit einem schützenden Mantel umgeben werden – durch medizinische, psychologische und vor allem menschliche Unterstützung. Es bedarf keiner großen, angsteinflößenden medizinischen Apparaturen wie auf einer Intensivstation. „Hightouch statt Hightech“, wie es Frau Raps formuliert. Auf der Palliativstation geht es um den Menschen und dass sein letzter Lebensabschnitt möglichst schmerzfrei und harmonisch verläuft. Dafür steht den PatientInnen (und Angehörigen) auf der Station in Würzburg neben einer Gesprächstherapeutin, PhysiotherapeutInnen und SeelsorgerInnen auch eine Musiktherapeutin zur Seite. „Sie bringt in den Menschen“, wie Frau Raps sagt, „das Innerste zum Klingen, auf eine Art und Weise, wie es mit Worten nicht möglich wäre.“ Abschiednehmen, Wut, Erinnerung oder Trauer ausdrücken – mit Heavy-Metal oder Zauberharfe, all das ist für die Menschen auf der Palliativstation möglich.

„Alle Spiegel so klar wie ein See nach großem Regen, ehe der dunstige Tag die Bilder wieder verwischt.“

Der Bick in den Spiegel, in den möglichst wohnlich und komfortabel eingerichteten Zimmern, hat uns überrascht: wir hatten alle einen gesunden Teint. Das ist Absicht, wie Frau Raps uns erzählte. Die Spiegel sind getönt, damit die PatientInnen beim Blick in den Spiegel sich selbst nicht nur als krank und mangelhaft wahrnehmen. Die Situation sei für die PatientInnen belastend genug und viele fokussierten sich stark auf ihren gebrechlichen Körper, was sich negativ auf die Psyche auswirke. Deshalb versuchen die Station und viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, den Patienten den letzten Lebensabschnitt so angenehm wie möglich zu gestalten. Dazu zählt auch, dass PatientInnen mit dem „Wünschewagen“, wenn möglich und gewollt, Wünsche erfüllt werden.

„Jeder, der geht, belehrt uns ein wenig über uns selber. Kostbarster Unterricht an den Sterbebetten.“

Dieser Meinung ist auch Frau Raps. Auf unsere Frage, ob sich ihr Blick auf den Tod verändert hat, meinte Sie, dass sich vor allem ihre Sicht auf das Leben verändert habe durch die Beschäftigung mit Sterbenden. Sie habe ein neues Bewusstsein für Ihre Lebensgestaltung gewonnen durch Ihren, wie sie sagt, „sinnerfüllten und menschenfreundlichen Beruf“.  

Dass dieser Beruf nicht einfach ist, wurde uns allen schnell klar. In kürzester Zeit muss Vertrauen aufgebaut und wieder Abschied genommen werden, müssen Menschen versorgt und betreut werden und viel Trauer und Angst genommen und ausgehalten werden. Umso größer ist unsere Bewunderung für die Menschen, die diesen Beruf mit viel Einfühlungsvermögen, Freude und Engagement ausüben und damit gewährleisten, dass allen Menschen ein würdiges Abschiednehmen und Sterben ermöglicht wird.

Jede von uns hat aus dieser Exkursion etwas persönlich Bereicherndes mitgenommen, wie wir in der Nachbesprechung festgestellt haben. Wir bedanken uns daher ganz herzlich für diesen interessanten, informativen, beeindruckenden, eindrucksvollen, tiefgründigen, aufschlussreichen und wichtigen Einblick in die Palliativstation.

„Dein Tod und meiner der nächste Unterricht: so hell, so deutlich, dass es gleich dunkel wird.“ (Hilde Domin)

(Vera Müller im Namen des W-Seminars)

Unterricht

Jeder, der geht,

belehrt uns ein wenig

über uns selber.

Kostbarster Unterricht

an den Sterbebetten.

Alle Spiegel so klar

wie ein See nach großem Regen,

ehe der dunstige Tag

die Bilder wieder verwischt.

Nur einmal sterben sie für uns,

nie wieder.

Was wüssten wir je

ohne sie?

Ohne die sicheren Waagen,

auf die wir gelegt sind,

wenn wir verlassen werden.

Diese Waagen, ohne die nichts

sein Gewicht hat.

Wir, deren Worte sich verfehlen,

wir vergessen es.

Und sie?

Sie können ihre Lehre

nicht wiederholen.

Dein Tod und meiner

der nächste Unterricht:

so hell, so deutlich,

dass es gleich dunkel wird.

Hilde Domin

JEG in Spanien: Spannende Studienfahrt nach Talavera

Vom 23. bis 28. Januar 2025 unternahm das P-Seminar Spanisch des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld mit sechs Schülerinnen der 11. Jahrgangsstufe und ihrer Lehrerin Doris Engelbrecht eine Studienfahrt nach Spanien. Dank der finanziellen Förderung durch „Erasmus+“, einem Austauschprogramm der EU, bei dem die Schule seit 2023 akkreditiert ist, konnte diese Sprachreise der besonderen Art realisiert werden.

Mit dem Flieger ging es zunächst von Frankfurt nach Madrid und dann weiter nach Talavera de la Reina, einer Stadt mit ca. 80 000 Einwohnern in der spanischen Provinz Toledo. Dort wurde die Gruppe vom JEG sehr herzlich von den spanischen Lehrkräften Guillermo und Lydia empfangen und zur Jugendherberge begleitet.

Am zweiten Tag besuchte man erstmals die Gastschule San Isidro in Talavera de la Reina. Die Schülerinnen waren beeindruckt von der Schule, die sich auf Landwirtschaft und Gastronomie spezialisiert hat. Sie hatten die Gelegenheit, den großen schuleigenen Bauernhof mit seinen Tieren zu besichtigen, darunter Pferde, Kühe, Schafe und sogar ein Pfau. Welchen Mehrwert ein Pfau als landwirtschaftliches Nutztier eigentlich hat, blieb allerdings ein Rätsel. In den anschließenden Unterrichtsstunden konnten die Schülerinnen ihre Spanischkenntnisse vertiefen und hielten Präsentationen über berühmte deutsche Geistesgrößen, um anschließend auch landeskundlichen Vorträgen von spanischer Seite lauschen zu dürfen. Nach dem Unterricht erkundete die Gruppe auf eigene Faust die malerische Innenstadt von Talavera de la Reina. Am Samstag stand eine Visite Madrids auf dem Programm, wo sie neben anderen berühmten Sehenswürdigkeiten auch das Kunstmuseum „Reina Sofia“ besichtigte. Besonders beeindruckt waren die Schülerinnen von Picassos Monumentalgemälde „Guernica“, das die Schrecken des Spanischen Bürgerkriegs zum Thema hat.

Am Sonntag erhielten die JEG-Schülerinnen eine Stadtführung durch Talavera und erfuhren viel über die Kultur der Stadt, die für ihre handbemalten Kacheln, die sogenannten „Talaveras“, bekannt ist. Diese traditionelle Keramik wurde übrigens im Jahr 2019 in das Immaterielle Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen. Der Tag endete mit einem gemeinsamen Essen mit den spanischen Austauschlehrern.

Am Montag verbrachte die Gruppe ihren zweiten und letzten Tag in der Schule San Isidro und unternahm mit ihren Austauschpartnern einen Ausflug nach Toledo. Höhepunkt war eine Führung über die friedliche Koexistenz der verschiedenen Religionen im Mittelalter. Zwar regnete es in Strömen, aber das exzellente Mittagessen in einem Restaurant mit typisch spanischen Gerichten und die fürsorgliche Betreuung durch die spanischen Gastgeber am Abschlussabend machten diese Witterungsunbilden mehr als wett.

Mit schwerem Gepäck von den vielen Einkäufen kehrte die Gruppe vom JEG nach Deutschland zurück. Alle hoffen, dass dieser anregende und bereichernde Austausch fortgesetzt werden kann, und zwar mit einem Gegenbesuch der Spanier in Elsenfeld.

Hailie Neff

Action! Exklusiver Kameradreh von „Jugend Präsentiert“ in Berlin

Vergangene Woche hatten zwei Schülerinnen des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld, Maya und Melina Kroth, die besondere Gelegenheit, an dem „Top 20 Filmdreh“ des Wettbewerbs „Jugend Präsentiert“ in Berlin teilzunehmen. Dort erlebten die beiden drei spannende Tage voller Training, Dreharbeiten und unvergesslicher Momente. Doch was steckt eigentlich hinter dem Wettbewerb, und was passiert bei einem solchen Filmdreh?

Was ist „Jugend Präsentiert“?

„Jugend Präsentiert“ ist ein bundesweiter Wettbewerb, der Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bietet, ihre Präsentationsfähigkeiten in den Naturwissenschaften unter Beweis zu stellen. Jedes Jahr bewerben sich zahlreiche Jugendliche mit selbst erarbeiteten Präsentationen, die nicht nur fachlich fundiert, sondern auch spannend und verständlich sein müssen. Seit vielen Jahren ist das JEG dabei – und das sehr erfolgreich!

Der „Top 20 Filmdreh“

Der „Top 20 Filmdreh“ ist eine besondere Auszeichnung für die besten Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wettbewerbs. Hier erhalten sie die Chance, ihre Präsentationen professionell aufnehmen zu lassen – mit hochwertiger Technik, einem erfahrenen Team und wertvollen Coachings. Es geht nicht nur um die Aufzeichnung und Veröffentlichung der Präsentationen, sondern auch darum, die eigene Präsenz vor der Kamera zu verbessern und Medienkompetenz zu erwerben.

Am ersten Tag in Berlin erhielten die Schüler und Schülerinnen zunächst ein ausführliches Briefing. Dabei lernten sie das Produktionsteam sowie die Drehbedingungen kennen. Ein wichtiger Bestandteil war das Kompetenztraining, in dem sie lernten, wie sie sich vor der Kamera professionell verhalten, mit Nervosität umgehen und ihre Körpersprache gezielt einsetzen können. Nach der anstrengenden Anreise und einem Tag voll neuer Erfahrungen und Erkenntnisse ließ die Gruppe den Abend in einem asiatischen Restaurant ausklingen – definitiv der kulinarische Höhepunkt der Reise.

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Dreharbeiten. Zunächst absolvierten die Teilnehmenden ein Methodentraining, das sie gezielt auf ihre Präsentationen vorbereitete. Danach folgte die Generalprobe, bei der letzte Details optimiert wurden, bevor es schließlich ernst wurde – die finalen Aufnahmen begannen. Die Atmosphäre am Set war beeindruckend – mit professionellen Kameras, Beleuchtung und einem engagierten Team, das für perfekte Bedingungen sorgte. Jede Präsentation wurde mit höchster Präzision aufgezeichnet, um die besten Ergebnisse zu erzielen.

Nach dem intensiven Drehtag unternahm die Gruppe schließlich einen Abendspaziergang entlang der Spree. Dabei besuchte sie einige von Berlins bekanntesten Wahrzeichen wie die Warschauer Straße, den Bundestag, die East Side Gallery und natürlich das berühmte Brandenburger Tor. Zum Abschluss gab es ein kleines Fotoshooting in einer ikonischen Telefonzelle – eine bleibende Erinnerung an diesen besonderen Tag.

Der letzte Tag startete mit einem gemeinsamen Frühstück, bei dem die Teilnehmenden die Gelegenheit hatten, sich über ihre Erfahrungen auszutauschen. Daraufhin folgte wertvolles Feedback der Coaches. Schließlich hieß es Abschied nehmen, bevor sich alle auf die Heimreise begaben – nach einem erfolgreichen Filmdreh mit vielen neuen Eindrücken.

Der Top 20 Filmdreh von Jugend Präsentiert war für Melina und Maya Kroth vom JEG nicht nur eine besondere Auszeichnung, sondern auch eine wertvolle Erfahrung. Neben den professionellen Aufnahmen konnten sie ihr Präsentationsvermögen weiterentwickeln und Sicherheit vor der Kamera gewinnen. Denn Wettbewerbe wie Jugend Präsentiert zeigen, wie wichtig es ist, Wissen nicht nur zu besitzen, sondern es auch anschaulich zu vermitteln.

M. Kroth

„Lasst euch nicht vorschreiben, wen ihr zu lieben und zu hassen habt.“

Mit diesem eindringlichen und brandaktuellen Appell beendet Frau Knobloch das Online-Zeitzeugengespräch anlässlich des Internationalen Gedenktages an die Opfer des Holocaust und des 80. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Die Friedrich-Ebert-Stiftung hatte zu einer einstündigen Veranstaltung eingeladen und über 4.000 Schülerinnen und Schüler schalteten sich zu, um eine der letzten Zeitzeuginnen der Entrechtung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung durch das NS-Regime zu erleben.

Entlang der Fragen der Jugendlichen, die auch vom Julius-Echter-Gymnasium eingereicht wurden, berichtet Charlotte Knobloch eindrucksvoll und authentisch von der persönlichen Ausgrenzung als Kind und dem Gefühl, obwohl man doch nicht anders sei, anders behandelt zu werden. Die 92jährige erzählt, als sei es gestern gewesen, von der Begegnung mit den Ledermänteln der Gestapo und dem staatlichen Druck, der ihre Mutter dazu gebracht habe, die Familie zu verlassen. Aber sie berichtet auch von hilfsbereiten Menschen, die mit dem Einsatz ihres eigenen guten Rufs und Lebens, zu ihren Rettern geworden seien: eine katholische Bauernfamilie in Mittelfranken, bei der sie als uneheliche Tochter unter falschem Namen gelebt habe, und dem örtlichen Pfarrer, der dabei half, das jüdische Mädchen versteckt zu halten.

Auch mit dem Kriegsende bleibt die Unsicherheit, was mit ihr geschieht. „Ich wollte nicht zurück nach München, zu den Menschen, die uns so schlecht behandelt haben“, erinnert sich Charlotte Knobloch. Und auch daran, wie freundlich die Menschen plötzlich waren, um sich selbst „reinzuwaschen“. Klar teilt sie die Gesellschaft in „die Überlebenden“ und „die Täter“ und berichtet von einer nur langsamen juristischen und gesellschaftlichen Aufarbeitung, die vor allem medial angestoßen worden sei. In ihrem Leben blieben die Koffer für Jahrzehnte gepackt, um Deutschland zu verlassen.

Und heute? Heute blickt Charlotte Knobloch besorgt auf den wieder zunehmenden Antisemitismus und die wachsende Ausgrenzung in Deutschland. Das Wort „Jude“ empfinde sie bis heute als Schimpfwort. Gegen die um sich greifende Menschenverachtung setzt sie ihre Kraft und ihr Engagement und verdeutlicht die Bedeutung des Erinnerns für die deutsche Demokratie. Mit Nachdruck bittet sie ihre jungen Zuhörerinnen und Zuhörer, sich aktiv für Demokratie einzusetzen. Nicht die Frage, wie man sich damals verhalten hätte, sei entscheidend, sondern die Frage, wie man sich heute verhalte.

Auch nach dem Ende des Livestreams kann man in den Klassenzimmern der Elftklässler am JEG eine Stecknadel fallen hören. Charlotte Knoblochs Worte hallen nach. Ihre persönliche, authentische Schilderung verleiht dem Wissen um die Vergangenheit Nachdruck und macht Mut, für die eigenen Werte einzutreten.

Pfefferer