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Autor: Chris Ziegler

Zweiter Poetry Slam am JEG

Zum zweiten Mal fand in der Aula des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld ein Poetry Slam statt. Am 20. Januar um 18 Uhr stellten vier kreative junge Menschen ihre Texte einem begeisterten Publikum vor.

Schulleiterin Petra Hein zollte in ihrer Begrüßung den teilnehmenden Jugendlichen ihren Respekt dafür, dass sie den Mut haben, eigene, zum Teil sehr persönliche Texte vorzutragen. Hut ab! Als Moderatorenduo führten Lea Bachmann und Lilly Elzenheimer aus der Q 13 des JEG, beide selbst erfahrene Slammerinnen, souverän durchs Programm. Zu Beginn erklärten sie die Regeln: Es sollten nur eigene Texte präsentiert werden, und zwar innerhalb von 5 Minuten. Es gab zwei Runden; die Bewertung erfolgte durch das Publikum.

Zum Einstieg trug Lea Bachmann einen eigenen Slam mit dem Titel „Zwischen Pixeln und Erinnerungen“ vor. Dabei machte sie sich Gedanken um das Vergehen der Zeit und was am Ende von all den vielen Momentaufnahmen, die man auf dem Handy gespeichert hat, wirklich in Erinnerung bleibt. Josephine Verführt, die im letzten Jahr den Poetry Slam am JEG ins Leben gerufen hat, ist extra aus Trier angereist. Ihrem Beitrag „Ich hasse mich“ merkte man die Entstehungszeit während des Corona-Lockdowns an, denn die Beschäftigung mit vermeintlichen Unzulänglichkeiten rund um die eigene Körperlichkeit passte nur zu gut in diesen Zeitraum erzwungener Bewegungslosigkeit. Zum ersten Mal dabei ist Lizzy Fischermann vom JEG. Zur Freude aller Deutschlehrer bekannte sie, auf die Idee zu ihrem Text durch die Lektüre das Dramas „Faust“ gekommen zu sein. Ihr Text kreiste denn auch um existentielle Sorgen und Nöte, metaphorisch eingekleidet u. a. in eine Variation des Mythos von Narziss. Adelheid Stauder vom Miltenberger Butzbach-Gymnasium hatte sich in ihrem Slam vorgenommen, all den tollen Menschen zu danken, denen sie vielleicht noch ein Dankeschön schuldig ist. Ihr temporeicher Text war sicherlich einer der Höhepunkte des Abends. Zuletzt betrat Pelaja Aucello aus Aschaffenburg die Bühne, im Gepäck gleich zwei Texte, zwischen denen das Publikum wählen durfte. Der gekürte Beitrag hatte es in sich: An die Adresse der Erwachsenen gerichtet rechnete Pelaja schonungslos mit aktuellen politischen Fehlentwicklungen, insbesondere dem Erstarken autoritärer Bewegungen, ab. Mit einem Appell für Toleranz, Gleichheit und für den Respekt vor den Menschenrechten einer jeden Person endete dieser politischste Beitrag des Abends.

Bevor dann im Finale die beiden besten Teilnehmerinnen Lizzy und Adelheid gegeneinander antraten, wartete die Organisatorin Lilly Elzenheimer mit einem eigenen Slam auf; im Zwiegespräch mit einem lyrischen Du entwickelte sie Gedanken über das Zusammensein, das „eher so auf Standby“ verlaufe, so ihr Titel.

In Adelheids zweitem Text „Perfekt“ drehte sich alles um den Perfektionswahn, der ganz vergessen lässt, dass „Unebenheiten eben auch ihre schönen Seiten“ haben. Bei Lizzy dann „Gedanken auf dem Weg“: Wie im Titel angedeutet, thematisierte sie in ausdrucksstarken Bildern Verlustgefühle, die sich sozusagen beim gedankenverlorenen Umherschweifen einstellen.

Am Schluss entschied der Publikumsapplaus, der bei beiden Finalistinnen fast gleich stark aufbrandete, sodass eine kurze Beratung der Moderatorinnen notwendig wurde. Die Siegerin des Abends hieß dann Lizzy Fischermann. Gewonnen haben aber auch alle Zuhörenden, die dank der ideenreichen und vielstimmigen Beiträge gut unterhalten und vielleicht sogar zum Nachdenken angeregt wurden.

Thum

Sicherheitspolitik angesichts aktueller Unsicherheit

Vortrag des Jugendoffiziers am JEG

Am 13. Januar 2026 begrüßte Schulleiterin Petra Hein den Jugendoffizier der Bundeswehr, Hauptmann Laurin Sachße, am Julius-Echter-Gymnasium Elsenfeld. Vor den Schülerinnen und Schülern der Q12 referierte er über das Thema Sicherheitspolitik und gewährte dabei spannende Einblicke in die zukünftigen Herausforderungen für die Sicherheit der Bundesrepublik. Organisiert hatte die Veranstaltung Susanne Pfefferer im Rahmen des Fachs Politik und Gesellschaft.

Nach einer kurzen Einführung startete Hauptmann Sachße mit der zentralen Frage: Warum ist Sicherheitspolitik wichtig? Eine beklemmende Antwort darauf liefert der aktuelle Weltrisikobericht, der ein Bündel an möglichen Bedrohungsszenarien anführt, welche in zehn Jahren auf uns zukommen könnten – von den Folgen des Klimawandels bis hin zum Cyberwar. Aber auch der globale Anstieg an Falsch- und Desinformationskampagnen sei eine sicherheitspolitische Herausforderung. Jeder Punkt hängt mit den anderen zusammen. Deswegen betonte Sachße, dass eine funktionierende Demokratie informierte Bürgerinnen und Bürger braucht, die sich mit solchen Themen auseinandersetzen, um sich eine fundierte eigene Meinung zu bilden.

Internationale Zusammenarbeit und kollektive Sicherheit

Ein Schwerpunkt des Vortrags lag auf den internationalen Systemen der kollektiven Sicherheit. Internationale Organisationen wie EU, UNO, NATO und OSZE haben dabei eine Gemeinsamkeit: Sie wurden alle als Reaktion auf die Schrecken des Zweiten Weltkriegs ins Leben gerufen. Die Bundesrepublik hat seit ihrem Bestehen von diesen Institutionen entscheidend profitiert. Hauptmann Sachße hob hervor, dass diese vor allem in Krisenzeiten unverzichtbar sind. Er thematisierte auch die Bedeutung von Kooperation, selbst mit schwierigen Partnern, und betonte, dass nach Konflikten stets neue Wege der Zusammenarbeit gefunden werden müssen, um langfristig Frieden zu sichern. Insbesondere das Agieren der drei einflussreichsten Staatschefs – Wladimir Putin, Donald Trump und Xi Jinping – trägt nicht eben zur Beruhigung der Weltlage bei. Ihre politischen Entscheidungen und strategischen Interessen gefährden in unterschiedlichen Ausmaß die globale Sicherheitslage und stellen die internationale Gemeinschaft vor komplexe Probleme.

Im Zuge dieser internationalen Entwicklungen gewinnen neue Zusammenschlüsse wie BRICS und CRINK zunehmend an Bedeutung. Während BRICS für Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika steht, umfasst das Akronym CRINK die Staaten China, Russland, Iran und Nordkorea. Diese Gruppierungen verfolgen eigene sicherheitspolitische und wirtschaftliche Interessen; vor allem die CRINK-Staaten stellen dabei eine ernst zu nehmende Bedrohung für den Weltfrieden dar, wie der Krieg in der Ukraine zeigt. Am Beispiel dieses Konflikts erläuterte Sachße, wie sich die Kriegsführung durch technologische Innovationen verändert. Nach den anfänglichen Panzergefechten ist der Konflikt mittlerweile zu einem Grabenkrieg erstarrt, bei dem Artillerie, Raketen und Drohnen eine zentrale Rolle spielen.

Wegen dieser veränderten Weltlage sieht sich die Bundeswehr mit einer Vielzahl möglicher Bedrohungsszenarien konfrontiert, deren Eintritt heute noch nicht eindeutig vorhersehbar ist. Die Bandbreite reicht von konventionellen militärischen Angriffen bis hin zu hybriden Gefahren wie Cyberangriffen und Desinformationskampagnen. Die Unsicherheit über die konkrete Ausgestaltung dieser Risiken erfordert eine flexible und vorausschauende sicherheitspolitische Planung. Die Brisanz der Sicherheitslage in Europa illustriert Sachße mit einem Zitat von Carsten Breuer, dem Generalinspekteur der Bundeswehr: „Wir haben nicht mehr Frieden und nicht ganz Krieg.“

Landes- und Bündnisverteidigung: Die BRD als „Drehscheibe“

Sollte der Bündnisfall eintreten und sich die NATO in einem militärischen Konflikt befinden, ist Deutschland als Transitland von zentraler Bedeutung. Die logistische Unterstützung erfolgt dabei nicht nur durch militärische, sondern auch durch zivile Unternehmen wie Spediteure und die Deutsche Bahn. Deutschland fungiert im Krisenfall als „Drehscheibe“ für den Transport von Material und Personal innerhalb Europas und hat damit maßgeblichen Anteil am Gelingen kollektiver Sicherheit. Ein weiterer Aspekt betrifft die Frage, ob Deutschland dann ausreichend auf die Versorgung von Flüchtlingen, Kriegsgefangenen, Verwundeten und Gefallenen vorbereitet ist. Dies umfasst beispielsweise die Verfügbarkeit von Krankenhausbetten und die Organisation der medizinischen Versorgung im Falle eines größeren Konflikts.

Auf ein zentrales Anliegen seines Vortrags kam Sachße immer wieder zu sprechen: In einer Demokratie geht es darum, die Meinungsvielfalt zu bewahren, Desinformation entgegenzuwirken und die Kompromissfähigkeit innerhalb der Gesellschaft zu stärken. Diese Aspekte sind entscheidend, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt und Resilienz zu gewährleisten – gerade in einer Zeit, in der die Störmanöver Russlands in Europa eine zunehmende Bedrohung darstellen. Besonders wurde betont, dass der Einsatz der Bundeswehr stets das letzte Mittel der Wahl bleiben muss. Militärische Interventionen dürfen erst dann in Betracht gezogen werden, wenn alle anderen diplomatischen und politischen Möglichkeiten ausgeschöpft sind.

Als abschließenden Gedanken griff Sachße die Figur des Kairos aus der griechischen Mythologie auf, die für das Ergreifen günstiger Gelegenheiten steht. Denn angesichts der gefährlicher werdenden Sicherheitslage dürfe nun nicht weiter gezaudert werden, sondern Deutschland müsse sich entschlossen diesen Herausforderungen stellen.

Im Anschluss an den Vortrag fand eine lebhafte Fragerunde statt, in der sich viele interessierte Schülerinnen und Schüler zu Wort meldeten. Hauptmann Sachße nahm sich die Zeit, auf jede einzelne Frage ausführlich und differenziert einzugehen. Besonders bei der Frage nach der deutschen Verteidigungsfähigkeit lieferte er eine vielschichtige Antwort: Einerseits gab er teilweise Entwarnung, andererseits wies er auf Erfolge Russlands bei dem Bemühen um eine Vertiefung der Uneinigkeit innerhalb der Europäischen Union hin.

Neff/Thum

„Der Gestank der Freiheit“: Lesung mit Christoph Söller am JEG

Die Freiheiten der Französischen Revolution, erkauft mit Armut, Leid und Tod? Dieser Frage ging der Journalist und Autor Christoph Söller am 16. Dezember bei seiner Lesung vor Schülerinnen und Schülern der 12. Jahrgangsstufe am Julius-Echter-Gymnasium auf den Grund. Sein Debütroman „Der Gestank der Freiheit“ spielt im Europa des Jahres 1805 zur Zeit der Napoleonischen Kriege.

Söller, der hauptberuflich als Journalist für das ZDF tätig ist, wagte mit diesem Buch seinen ersten Schritt in die Belletristik. Genau recherchierte historische Fakten und eine emotional mitreißende Handlung sind dabei die großen Stärken des Romans. In seiner Lesung konzentrierte der Autor sich auf das Schicksal von Thibaut Dubois, einem jungen französischen Bauernsohn, der sich zunächst euphorisch der Armee Napoleons anschließt. Solidarität mit den Kameraden ist das Leitmotiv des Protagonisten, während Ruhm und Ehre ihn wenig kümmern. „Ein Held zu werden hatte er nicht im Sinn, nachdem er sein Dorf verlassen hat“, heißt es an einer Stelle des Textes. Der raue Umgangston der Soldaten, die harte Disziplin, aber auch das Gefühl des Außenseitertums eines Neulings – Söller gelingt es, den Erfahrungsraum des frühen 19. Jahrhunderts glaubwürdig und facettenreich zu reproduzieren.

Erfrischend dabei die Perspektive Thibauts, dessen Gedanken und Emotionen bei den Schülerinnen und Schülern auf breites Mitgefühl stießen. Euphorie, Verliebtheit und ein naiver Glaube an eine bessere Zukunft prägen den Beginn des Romans, doch dieser Ton kippt schnell. Im weiteren Verlauf verändert sich der Blick des Protagonisten auf den Feldzug in Deutschland grundlegend. Plünderungen, Gewissensbisse und die Erkenntnis, dass Gewalt ein fester Bestandteil des Krieges ist, lassen die anfängliche Euphorie zerbrechen. Der Tod wird zu einem ständigen Begleiter. Gefallene Kameraden, zerstörte Dörfer und eine erhängte Frau inmitten winterlicher Kälte – Söller findet einprägsame Bilder für die Grausamkeiten des Krieges. Eine wesentliche Erkenntnis des Romans wird in einem Dialog zwischen zwei Soldaten deutlich. Auf die Frage, ob er den Tod fürchte, folgt die Antwort: „Ja, ich glaube, es ist eine Frage des Respekts.“ Der Tod, so wird deutlich, verändert jeden, der ihm zu lange ausgesetzt ist.

In der anschließenden Fragerunde gab Söller bereitwillig Auskunft über die Entstehung des Romans. Etwa drei bis fünf Jahre habe der Schreibprozess gedauert, meist nebenbei, ohne festen Schreibplan. Die Französische Revolution sei zwar zeitlich weit entfernt, habe jedoch einen starken Bezug zur Gegenwart. Krieg, erklärte Christoph Söller den interessierten Schülerinnen und Schülern , sei damals ein gängiges politisches Mittel gewesen, während heute Diplomatie als Eckpfeiler politischen Handelns erachtet werde; das gerate aber leider zunehmend in Vergessenheit. Der Romanerstling fand schließlich nach einigen Anläufen seinen Weg in den Druck. Der Titel „Der Gestank der Freiheit“ ist gut gewählt, so das Fazit am Ende der Lesung am JEG. Denn in dem Buch wird bewusst nichts schön geredet und verharmlost, sondern das Narrativ von Napoleon als nachrevolutionärem Befreier wird hinterfragt und das welthistorisch bedeutsame Geschehen des Jahres 1805 aus der Sicht der Romanfiguren, darunter der einfache Soldat Dubois, spannend neu erzählt.

Neugierig geworden? In der JEG-Schulbücherei könnt ihr euch den Roman ausleihen.

Hailie Neff

Herzenswärme auf vier Rädern: JEG unterstützt die Johanniter-Weihnachtstrucker

Das Julius-Echter-Gymnasium Elsenfeld hat auch in diesem Jahr wieder eindrucksvoll bewiesen, dass der Geist der Weihnacht weit über die Schulmauern hinausreicht. Die gesamte Schulfamilie beteiligte sich mit viel Engagement an der traditionellen Johanniter Weihnachtstrucker-Aktion und konnte einen beeindruckenden Beitrag leisten: 61 liebevoll bestückte Pakete wurden am 10. Dezember 2025 auf die Reise geschickt, um bedürftigen Familien in Deutschland und Südosteuropa mit einer kleinen Gabe zu unterstützen.

Alle Pakete, die in den vergangenen Wochen in den Klassenzimmern und in den Familien gesammelt wurden, sind gefüllt mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und kleinen Geschenken, die den Empfängern sicherlich nicht ungelegen kommen. Von der Unterstufe bis zur Oberstufe, von den Lehrkräften und bis zu den Eltern – alle machten mit!

Besonderer Dank geht an die SMV, die wie jedes Jahr die Organisation und das Verladen der Pakete übernommen hat. Mit dieser Aktion in der Vorweihnachtszeit setzt das JEG ein Zeichen für Nächstenliebe und gesellschaftliche Verantwortung – ein fester Bestandteil des sozialen Engagements des Gymnasiums.

J. Wagner