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Autor: Chris Ziegler

„Der Gestank der Freiheit“: Lesung mit Christoph Söller am JEG

Die Freiheiten der Französischen Revolution, erkauft mit Armut, Leid und Tod? Dieser Frage ging der Journalist und Autor Christoph Söller am 16. Dezember bei seiner Lesung vor Schülerinnen und Schülern der 12. Jahrgangsstufe am Julius-Echter-Gymnasium auf den Grund. Sein Debütroman „Der Gestank der Freiheit“ spielt im Europa des Jahres 1805 zur Zeit der Napoleonischen Kriege.

Söller, der hauptberuflich als Journalist für das ZDF tätig ist, wagte mit diesem Buch seinen ersten Schritt in die Belletristik. Genau recherchierte historische Fakten und eine emotional mitreißende Handlung sind dabei die großen Stärken des Romans. In seiner Lesung konzentrierte der Autor sich auf das Schicksal von Thibaut Dubois, einem jungen französischen Bauernsohn, der sich zunächst euphorisch der Armee Napoleons anschließt. Solidarität mit den Kameraden ist das Leitmotiv des Protagonisten, während Ruhm und Ehre ihn wenig kümmern. „Ein Held zu werden hatte er nicht im Sinn, nachdem er sein Dorf verlassen hat“, heißt es an einer Stelle des Textes. Der raue Umgangston der Soldaten, die harte Disziplin, aber auch das Gefühl des Außenseitertums eines Neulings – Söller gelingt es, den Erfahrungsraum des frühen 19. Jahrhunderts glaubwürdig und facettenreich zu reproduzieren.

Erfrischend dabei die Perspektive Thibauts, dessen Gedanken und Emotionen bei den Schülerinnen und Schülern auf breites Mitgefühl stießen. Euphorie, Verliebtheit und ein naiver Glaube an eine bessere Zukunft prägen den Beginn des Romans, doch dieser Ton kippt schnell. Im weiteren Verlauf verändert sich der Blick des Protagonisten auf den Feldzug in Deutschland grundlegend. Plünderungen, Gewissensbisse und die Erkenntnis, dass Gewalt ein fester Bestandteil des Krieges ist, lassen die anfängliche Euphorie zerbrechen. Der Tod wird zu einem ständigen Begleiter. Gefallene Kameraden, zerstörte Dörfer und eine erhängte Frau inmitten winterlicher Kälte – Söller findet einprägsame Bilder für die Grausamkeiten des Krieges. Eine wesentliche Erkenntnis des Romans wird in einem Dialog zwischen zwei Soldaten deutlich. Auf die Frage, ob er den Tod fürchte, folgt die Antwort: „Ja, ich glaube, es ist eine Frage des Respekts.“ Der Tod, so wird deutlich, verändert jeden, der ihm zu lange ausgesetzt ist.

In der anschließenden Fragerunde gab Söller bereitwillig Auskunft über die Entstehung des Romans. Etwa drei bis fünf Jahre habe der Schreibprozess gedauert, meist nebenbei, ohne festen Schreibplan. Die Französische Revolution sei zwar zeitlich weit entfernt, habe jedoch einen starken Bezug zur Gegenwart. Krieg, erklärte Christoph Söller den interessierten Schülerinnen und Schülern , sei damals ein gängiges politisches Mittel gewesen, während heute Diplomatie als Eckpfeiler politischen Handelns erachtet werde; das gerate aber leider zunehmend in Vergessenheit. Der Romanerstling fand schließlich nach einigen Anläufen seinen Weg in den Druck. Der Titel „Der Gestank der Freiheit“ ist gut gewählt, so das Fazit am Ende der Lesung am JEG. Denn in dem Buch wird bewusst nichts schön geredet und verharmlost, sondern das Narrativ von Napoleon als nachrevolutionärem Befreier wird hinterfragt und das welthistorisch bedeutsame Geschehen des Jahres 1805 aus der Sicht der Romanfiguren, darunter der einfache Soldat Dubois, spannend neu erzählt.

Neugierig geworden? In der JEG-Schulbücherei könnt ihr euch den Roman ausleihen.

Hailie Neff

Herzenswärme auf vier Rädern: JEG unterstützt die Johanniter-Weihnachtstrucker

Das Julius-Echter-Gymnasium Elsenfeld hat auch in diesem Jahr wieder eindrucksvoll bewiesen, dass der Geist der Weihnacht weit über die Schulmauern hinausreicht. Die gesamte Schulfamilie beteiligte sich mit viel Engagement an der traditionellen Johanniter Weihnachtstrucker-Aktion und konnte einen beeindruckenden Beitrag leisten: 61 liebevoll bestückte Pakete wurden am 10. Dezember 2025 auf die Reise geschickt, um bedürftigen Familien in Deutschland und Südosteuropa mit einer kleinen Gabe zu unterstützen.

Alle Pakete, die in den vergangenen Wochen in den Klassenzimmern und in den Familien gesammelt wurden, sind gefüllt mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und kleinen Geschenken, die den Empfängern sicherlich nicht ungelegen kommen. Von der Unterstufe bis zur Oberstufe, von den Lehrkräften und bis zu den Eltern – alle machten mit!

Besonderer Dank geht an die SMV, die wie jedes Jahr die Organisation und das Verladen der Pakete übernommen hat. Mit dieser Aktion in der Vorweihnachtszeit setzt das JEG ein Zeichen für Nächstenliebe und gesellschaftliche Verantwortung – ein fester Bestandteil des sozialen Engagements des Gymnasiums.

J. Wagner

Experimentierfieber in der Vorweihnachtszeit: 7 Jahre „PiA“ am JEG

Wie ein Online-Adventskalender der Universität Göttingen aus dem Physiksaal einen beliebten Treffpunkt macht.

Was haben ein aufgerolltes Maßband, kalter Kaffee, die PhyPhox-App, ein Nudelsieb und eine Sanduhr gemeinsam? Am Julius-Echter-Gymnasium sind sie im Dezember die Werkzeuge für echte Detektivarbeit. Bereits im siebten Jahr in Folge verwandelte der Wettbewerb „Physik im Advent“ (PiA) den Physiksaal in einen Treffpunkt für physikinteressierte JEGler:innen.

Von der Theorie direkt in die Praxis Anstatt sich in der Pause vom Unterricht auszuruhen, hieß es für viele unserer Schüler:innen jeden Morgen: „Video ab, und ran an die Aufgabe“ Pünktlich zur ersten Pause wurde der Physiksaal zum Experimentierclub. Das Prinzip ist simpel, aber packend: Ein tägliches Video stellt ein physikalisches Rätsel vor – und die jungen Experimentatoren finden die Lösung der Aufgabe nicht durch Raten, sondern durch Machen. Es wurde gebastelt, ausprobiert, debattiert, und manchmal auch über verblüffende Ergebnisse gestaunt.

Teilnehmer aus vielen Jahrgangsstufen Besonders schön zu beobachten war auch 2025 wieder, wie Physik im Advent nicht nur die jüngeren Schülerinnen und Schüler begeistert, sondern auch ältere Semester sich am Experimentieren beteiligen. Ob Fünftklässler oder Oberstufenschüler – beim Tüfteln mit den Utensilien aus der „Einkaufsliste“ des Kalenders ziehen alle an einem Strang.

Preise, die sich sehen lassen können Natürlich steht der Spaß im Vordergrund, aber der Wettbewerb der Universität Göttingen lockt auch mit handfesten Argumenten. Wer fleißig richtige Ergebnisse einreicht, hat die Chance auf iPads, spannende Exkursionen, Abenteuer-Gutscheine oder sogar die begehrte Reise in die USA.

Ausblick Nach dem Erfolg in diesem Jahr ist klar: „Physik im Advent“ gehört mittlerweile zum festen Bestandteil der Adventszeit am JEG. Natürlich wird der Wettbewerb auch wieder im kommenden Jahr mit genauso viel Elan durchgeführt. Man darf gespannt sein, welche Aufgaben dann zu lösen sind. Wer also Lust hat, auf eine Extraportion Wissen und Spaß, darf sich gerne diesen Wettbewerb für den nächsten Advent schon mal vormerken.

Schlosser