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Autor: Chris Ziegler

Zukunftstag am JEG

Schülerinnen und Schüler lernen an einem Tag alles über Miete, Steuern, Finanzen und Krankenkassen

„Zukunftstag – Dein Crashkurs fürs Leben“. Am Dienstag, dem 23. Juli, stehen für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 des Julius-Echter-Gymnasiums nicht Mathe, Englisch oder Sport auf dem Stundenplan, sondern Finanzen, Steuern, Krankenkasse und Wohnen. Der Zukunftstag ist zu Gast – ein Projekttag, der den Jugendlichen Themen näherbringt, die später im Leben wichtig werden, aber in der Schule oft zu kurz kommen.

In einer kurzen Begrüßung im Hilde-Domin-Saal werden die Schüler zu Beginn gefragt, wie informiert sie sich bereits vor dem Projekttag in den Bereichen Finanzen, Steuer und Co. fühlen. Das Feedback fällt erwartungsgemäß aus: sicher fühlen sich nur wenige. Die meisten antworten mit „ein wenig“ oder „überhaupt nicht.“ Ziel des Zukunftstages ist es, das zu ändern.

Anschließend beginnen die Workshops zu den vier Themen. Diese werden von Experten der jeweiligen Branchen auf ehrenamtlicher Basis gehalten. Im Workshop Wohnen unter der Leitung von Werner Simcic (Poll Immobilien) geht es um Existentielles: Wie finde ich meine erste eigene Wohnung und welche Kosten kommen hier auf mich zu? Die verschiedenen Steuer- und Anstellungsarten sind Thema im Workshop Steuern von Steuerberater Matthias Andres. Warum es wichtig ist, schon früh daran zu denken, für das Alter vorzusorgen und warum man sich nicht alleine auf die gesetzliche Rente verlassen sollte – das lernen die Schülerinnen und Schüler vom Expertenteam Daniel Müller und Laura May von der Raiffeisenbank Elsavatal im Finanz-Workshop. Und schließlich geht es im Krankenkassenworkshop von Ramon Mintenbeck (BKK Akzo Nobel Bayern) darum, wie sich die Leistungen der verschiedenen Kassen unterscheiden und worauf man bei der Wahl der eigenen Krankenkasse achten sollte. Am Ende des Tages hat jeder die vier Workshops erlebt und sowohl Lehrkräfte als auch Schüler zeigen sich von diesem Angebot angetan: „Jetzt weiß ich über das Mieten definitiv besser Bescheid“, so eine Schülerin der 11C.

Seinen Ursprung hat der Zukunftstag in einem Tweet aus dem Jahr 2015. Damals schrieb eine Kölner Schülerin: „Ich habe keine Ahnung von Miete, Steuern und Versicherungen. Aber ich kann eine Gedichtanalyse schreiben. In vier Sprachen.“ Dieser Tweet löste eine Debatte über den Stand der ökonomischen Bildung in Deutschland aus. Auch Lorenzo Wienecke und Juri Galkin, damals selbst noch Schüler, sprach der Tweet an. Die beiden Kasseler Schülersprecher nahmen das Problem selbst in die Hand und gründeten 2019 den Zukunftstag.

Heute ist der Zukunftstag das Hauptprojekt der Initiative für wirtschaftliche Jugendbildung (IWJB gGmbH), die von Lorenzo Wienecke und Juri Galkin geleitet wird und 20 Mitarbeiter beschäftigt. Hinzu kommen etwa 60 Ehrenamtliche, die neben Studium oder Beruf zu Schulen reisen und Zukunftstage vor Ort leiten – einer davon nun am JEG Elsenfeld. Denn junge Menschen brauchen für den Start ins Erwachsenleben eben auch praktische Hilfestellung.

Anna Wienecke (IWJB gGmbH)/Thum

JiLs Barkeeping – Leckere Cocktails ohne Alkohol

Angekündigte 32 Grad und strahlend blauer Himmel sind eigentlich Anlass zur Freude, wenn man einen Schwimmbadtag geplant oder Ferien hat.

Die Aussicht, sechs Stunden lang in der prallen Sonne zu stehen, anstatt im Schulhaus im Unterricht vor sich hin zu dösen, wird nur dann zum Lichtblick, wenn man in dieser Zeit lernt, fruchtige Cocktails zu mixen mit viel Eis zum Kühlen!

Und so trafen sich um 7:55 zunächst noch müde 15 SuS der 11. Jahrgangsstufe mit Frau Englert von der Fachstelle für Suchtprävention des Landratsamtes Miltenberg, um sich zunächst einmal Gedanken zu machen: Warum wir Alkohol trinken? Warum eine Droge, die jährlich 20.000 unmittelbare Todesfälle verursacht, legal ist und bereits ab 16 Jahren erworben werden darf? Warum ein Zellgift, das die Zellen unseres Körpers bei der Einnahme und beim Abbau gleich zwei Mal vergiftet, sich so großer Beliebtheit erfreut? Wieviel Gramm reiner Alkohol pro Woche/ Tag für Frauen und Männer verträglich sind? Wieviel Gramm Alkohol in gängigen Konsummengen Bier, Wein, Sekt und Schnaps enthalten sind und was unter Alkoholeinfluss Unangenehmes bis Gefährliches passieren kann?

Nach Abschluss des theoretischen Teils war es endlich Zeit zur Tat zu schreiten. Das Saftmobil im Schulhof wurde in Besitz genommen, zunächst in seiner Funktionsweise erklärt und mit allen Zutaten zum Mixen ausgestattet. Und dann ging es tatsächlich an den praktischen Teil: Obst schneiden, Dekospieße herstellen und Shaken lernen. Zu Beginn noch etwas zaghaft und mit Angst, das Glas des Shakers kaputt zu machen, erwiesen sich einige SuS relativ schnell als tatsächliche Naturtalente. Besonderes Highlight war natürlich das anschließende Probieren.

Leider besteht jedoch das Cocktailmixen nicht nur aus Vergnügen, sondern am Ende muss geputzt und aufgeräumt werden. Doch unter der fachkundigen Anleitung von Frau Englert erledigte sich unter Mithilfe aller auch diese Hürde relativ schnell. Und so stand am Ende einem erfolgreichen Barmixerteam für das Schulfest am 12.7. nichts mehr im Wege, wovon Sie sich sicher alle selbst überzeugen konnten.

Ingenbleek

Entdeckungsreise nach Brüssel: Politik, Geschichte und Kulinarik hautnah erleben

Auf Einladung der bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit besuchten Frau Hanl und Herr Carolan mit 17 Schülerinnen und Schülern der Europa-AG sowie der Q11 vom 07. – 09. Juli 2024 die belgische Hauptstadt. Ziel war es in erster Linie, die europäische Politik hautnah zu erleben und mehr über die Institutionen der EU zu erfahren.

Am Sonntagmorgen starteten wir früh um 6:30 Uhr in Aschaffenburg mit dem Flixbus gen Brüssel. Gegen 15 Uhr erreichten wir die „Hauptstadt Europas“ und bezogen unsere Hotelzimmer. Nach einer kurzen Erholung von der langen Reise erkundeten wir die Stadt, insbesondere das kulinarische Angebot. Nach dem Verzehr der ersten belgischen Waffeln trafen wir uns mit Herrn Dollenmaier von der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. Nach einer kurzen Führung mit vielen Geheimtipps der Stadt ließen wir uns im Wolf Food Sharing Market nieder, um dort beim Abendessen die Vielfalt internationaler Gerichte zu entdecken.

Der Montag begann mit einer Stadtführung, die am beeindruckenden Marktplatz „Grand Place“ startete und einmal quer durch Brüssel zu den bekanntesten Attraktionen der Stadt verlief. Nach einem „Et voilà!“ informierte unser Guide Dominique an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten über deren Geschichte und erklärte uns diverse kuriose Hintergründe dazu. Anschließend besuchten wir sowohl die Europäische Kommission, als auch die Bayerische Vertretung bei der Europäischen Union, wo wir einen informative Vorträge hörten und Fragen zur Arbeit der Kommission bzw. Vertretung stellen konnten. Doch das Highlight des Tages war das “Role Play Game” im Parlamentarium. Hier schlüpften wir in die Rolle von Abgeordneten des Europäischen Parlaments, nahmen als Mitglieder verschiedener Fraktionen an Pressekonferenzen und Ausschusssitzungen teil und erlebten demokratische Entscheidungsprozesse hautnah.

Nach einem gemütlichen Frühstück am Dienstag stand der Besuch des Europäischen Parlaments auf dem Programm. Ein äußerst interessanter Vortrag und die Besichtigung des Plenarsaals gaben uns einen tiefen Einblick in die europäische Politik. Nach einem erlebnisreichen Aufenthalt in Brüssel traten wir schließlich die Rückreise mit der Bahn nach Aschaffenburg an.

Die Studienfahrt war für uns alle eine lehrreiche und spannende Erfahrung, die uns sowohl Brüssel als Stadt, als auch die Bedeutung der europäischen Zusammenarbeit näherbrachte.

Carolan

Baskerville – Sherlock Holmes‘ allererster Fall

Mittelstufentheater 2024 am JEG

Endlich kommt sie ans Tageslicht: die ganze Wahrheit über Sherlock Holmes! Wir kennen ihn alle, den genialen Detektiv. Aber wer weiß schon, dass er die Lösung seines ersten Falls Jamie Watson, der Zwillingsschwester des berühmten Doktors, verdankt? Mit dem Stück „Baskerville – Sherlock Holmes‘ allererster Fall“ von Annika Scheffel bezauberte das Mittelstufentheater mit ihrer Spielleiterin Lone Wulff am 9. Juli die Zuschauerinnen und Zuschauer im Julius-Echter-Gymnasium Elsenfeld.

Schulleiterin Petra Hein freute sich sichtlich, so viele Menschen in der Aula der Schule begrüßen zu dürfen. Dies sei für die Schauspieler ein schöner Lohn ihrer Mühe. Als Englischlehrerin ist sie vom Schauplatz des Stücks, dem viktorianischen England, sehr angetan.

Bereits die ersten Takte der Musik stimmten auf das Folgende ein, entstammten sie doch der erfolgreichen BBC-Serie „Sherlock“ und entführten das Publikum in die Baker Street zu dem berühmten Freundespaar Sherlock Holmes und Dr. Watson, wobei ersterer sich mit Emotionen wie Freundschaft bekanntermaßen schwer tut. Diese spannende Konstellation wurde von Mia Buhleier als Sherlock Holmes und Lily Kraske als John Watson eindrucksvoll verkörpert. Dass sie überhaupt zu einer Freundschaft gefunden haben, liegt in ihrem allerersten gemeinsamen Fall begründet, wie Watson dem Publikum nun im Folgenden genauer erzählen wird. Es beginnt das Stück im Stück: Die Bühne ist nun zweigeteilt, auf der einen Seite der Detektiv und sein Kompagnon als Erzähler, die andere Seite der Bühne versetzt die Zuschauer zurück in die Vergangenheit, wo alles begann: Holmes und Watson sind 12 Jahre alt und befinden sich in einem Klassenzimmer in London. Keine leichte Aufgabe für das Technikteam. Doch professionell und in Eigenregie wird die Bühne so ausgeleuchtet, dass immer der gerade Spielende im Rampenlicht steht.

Jung-Sherlock war damals schon eine Nervensäge, die überall aneckte. Helena Dörr interpretiert ihre Figur mit viel spielerischer Freude und gibt überzeugend den großen Exzentriker. Ebenso scheint Felix Dominik als dem jungen Watson die Rolle auf den Leib geschrieben; mit trockenem Humor und einer gehörigen Portion Skepsis stellt er nicht nur den emotionalen Gegenpart zum bisweilen allzu genialischen Holmes dar, sondern sorgt im Publikum auch für viele Lacher. In der Schule stößt auch noch Johns aufgeweckte Zwillingsschwester Jamie (Mia Leibmann) hinzu. Das Ermittlerteam ist nun komplett. Wegen Geldschwierigkeiten müssen die beiden ihre Ähnlichkeit nutzen und immer abwechselnd die Schulbank drücken, um Schulgeld zu sparen. Mathilda Rein, die hier, als eine von mehreren Rollen, in diejenige der Lehrerin schlüpft, strahlt Strenge aus und schafft so eine beklemmende Schulatmosphäre.

Die Zwillinge haben aber noch ganz andere Probleme: Ihre Mutter ist spurlos verschwunden! Endlich eine Möglichkeit für den jungen Sherlock, sein brillantes Gehirn für die Lösung dieses Falls einzusetzen. Dabei zeigt er seine eher unangenehmen Eigenschaften und geht mit seiner Arroganz und seiner schroffen Direktheit zunächst allen auf die Nerven. Doch schnell findet er heraus, wo die Verschwundene sein könnte, nämlich – man ahnt es bereits – in Dartmoor, genauer gesagt in Baskerville. Dort tut sich eine heiße Spur im seltsamen Gasthaus „Zum tanzenden Pony“ auf, bei dem die Wirtin, glaubhaft gespielt von Mirka Frank, dem Trio die Geschichte vom mysteriösen Hund von Baskerville, der im Moor sein Unwesen treiben soll, auftischt. Dann folgt eines der Glanzstücke der drei Ermittler, die überhaupt jede Pointe punktgenau setzen und auch hier in einem furios-verwirrenden Dialog, bei dem sie sich fragen, ob die Info über den Höllenhund eine Falle sei oder nicht, beim Publikum für viel Heiterkeit sorgen.

Spannend und lustig geht es weiter, der Fall nimmt Fahrt auf. Im „Tanzenden Pony“ tauchen weitere seltsame Gestalten in Form von Gräfin Grantham (ebenfalls Mathilda Rein) und ihrem Tunichtgut von Sohn, Lord Patrick, auf. Dieser wird, herrlich überdreht, von Danica Adams dargestellt. Plötzlich sehen sich die Detektive auch noch mit einem Fall von Erbschleicherei konfrontiert, bei dem ein mysteriöser Geist, der von der zwielichtigen Lady Rosamund, (Mirka Frank) beschworen wird, eine wichtige Rolle spielt. Damit nicht genug macht sich auch der Hund von Baskerville mit schaurigen Geheul bemerkbar. Während der Recherche kommen sich Jamie und Sherlock näher, zumindest nach Ansicht von John, der bei seiner Schwester mehr als nur Interesse für die Denkleistungen des jungen Genies vermutet. Die Geisterbeschwörung wird von Holmes bald als Schwindel entlarvt, auch wenn der „Geist“, gespielt von Danica Adams, wirklich sehens- und vor allem hörenswert war. Nach einem Streit ist dann auch noch John verschwunden. In dieser Situation gibt Schwester Jamie in einem Monolog ihre Gefühlslage preis und hat damit einen ganz starken Auftritt. Höhepunkt des Geschehens ist der Showdown am Baskerville-Felsen im finsteren Wald von Dartmoor, dem Fundort eines Schuhs der Mutter der beiden Kinder. Dank des gelungenen Bühnenbilds eine wirklich gruselige Atmosphäre! Auch der Nebel fehlt natürlich nicht.

Dann klärt sich alles auf, nicht zuletzt auf Grund von Jamie Watsons Spürsinn: Lord Patrick und Lady Rosamund haben Emma Watson in einer Höhle gefangen gehalten, weil sie ihnen bei ihren Betrügereien versehentlich in die Quere gekommen ist. Die Befreiung der Mutter und die Verhaftung der beiden Missetäter sorgen für ein Happy End. Doch halt, dem Rätsel um den Hund von Baskerville ist man nicht näher gekommen. Das heben sich die Erwachsenen Sherlock Holmes und Dr. Watson für später auf. Das letzte Wort hat dann nicht der Hund, dessen schauriges Geheul von Lone Wulff aus dem Off täuschend nachgeahmt wird, sondern das Freundespaar in der Baker Street, wo man bei einer Tasse Tee die Erzählung des Falls ausklingen lässt, den nicht, wie Holmes zugeben muss, er allein, sondern das Team gelöst hat.

Der wohlverdiente Applaus für die großartige Leistung aller Mitwirkenden setzte den Schlusspunkt eines gelungenen Theaterabends des Mittelstufen-Ensembles am JEG.

Thum