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Autor: Chris Ziegler

Volles Haus – Übertrittsabend am Julius-Echter-Gymnasium Elsenfeld

Was tun nach der Grundschule? Mittlerweile ist das Übertrittszeugnis der 4. Klasse zum „kleinen Abitur“ mutiert; nicht wenige Eltern stellt die Wahl der weiteren Schullaufbahn vor echte Probleme; zentrale Frage dabei: Wie kann mein Kind bestmöglich gefördert werden? Hilfestellung wollen die weiterführenden Schulen leisten: Am 7. März lud das Julius-Echter-Gymnasium Elsenfeld deshalb interessierte Eltern zum Informationsabend ein und stellte das vielfältige Angebot der Schule vor.

MINT-Bildung am JEG

Die Naturwissenschaften werden am JEG wahrlich nicht vernachlässigt, wie die Auszeichnung als MINT-freundliche Schule beweist. Die vielen Wahlkurse und AGs, die den Besuchern an diesem Abend in der Aula mit viel Liebe zum Detail präsentiert wurden, belegen dies augenfällig. Besonders angetan hatte es den Besuchern die Informatik; dort konnte man die VR-Brille ausprobieren und in virtuelle Realitäten abtauchen.

Der sprachliche Zweig

Am JEG werden Fremdsprachen nicht nur gelehrt, sondern auch gelebt. Zahlreiche Austauschprogramme helfen dabei, die im Unterricht erworbenen Sprachkenntnisse in der Praxis zu erproben. Gefördert durch das EU-Programm Erasmus+, pflegt das JEG gute Beziehungen zu Kooperationsschulen u. a. in England, Frankreich, Spanien und Indien, die den Teilnehmern erlebnisreiche Auslandsaufenthalte ermöglichen.

Politik und Gesellschaft

Ab der 8. Klasse können die Schüler am JEG die Fächer Politik und Gesellschaft sowie Sozialpraktische Grundbildung besuchen. Kern des sozialwissenschaftlichen Zweiges ist die Vermittlung von Demokratiekompetenz, also das Verstehen politischer und gesellschaftlicher Zusammenhänge. Denn nur wer Politik versteht, kann sich auch aktiv einbringen. Daneben werden Kritikfähigkeit und Urteilskompetenz geschult, etwa in der Europa-AG.

Tutoren und Profilklassen

Für die persönliche Betreuung der neuen Fünftklässler, spielerisches Erkunden des Schulhauses sowie die Eingewöhnung am Gymnasium gibt es die Tutorinnen und Tutoren – erfahrene JEGler der Klassen 10 und 11. Auch am Aufbau der Klassengemeinschaft sind die Tutoren maßgeblich beteiligt.

Neben Klassenzusammenhalt und Gemeinschaftsgefühl bietet die Unterstufe auch zwei besondere Profilklassen, nämlich eine Sport- wie auch eine iPad-Klasse in der 5. und 6. Jahrgangsstufe. Was darf es sein? Sportliche Aktivitäten oder Förderung der Medienkompetenz – die beiden Profilklassen stehen bereit!

Ein Tipp von Petra Hein

In ihrem abschließenden Vortrag zog Schulleiterin Petra Hein für die Eltern das Fazit der vielen Eindrücke des Abends: Sollte ihr Kind eine Gymnasialempfehlung erhalten, dann würde sie auch davon Gebrauch machen. Und warum nicht am JEG? Natürlich nur, wenn der Sprößling dies auch will. Die Zweigwahl sei zwar wichtig, entscheide aber nicht alles. Elementar ist, dass die gewählte Schulform den Bedürfnissen des Kinds entspreche – nicht umgekehrt. Die Kinder befanden sich übrigens währenddessen in der Sporthalle, wo die Sportfachschaft des JEG ein weiteres wichtiges Bedürfnis stillte, nämlich das nach Bewegung.

Thum

Launch des JEG-Minecraft-Servers

Im Rahmen des Wahlfachs Informationstechnologie ist im Schuljahr 2023/2024 ein bisher einzigartiges Projekt entstanden – ein schuleigener, völlig selbst gehosteter Minecraft-Server. Aufgrund unseres performanten Servers in einem deutschen Rechenzentrum ist es somit möglich, mehrere 100 Spieler gleichzeitig unsere “JEG-World” betreten zu lassen.

Ziel ist es, die Schule möglichst originalgetreu und mit Liebe zum Detail nachzubauen, um somit einen tieferen Einblick in das Gebäude und vor allem das Schulleben zu ermöglichen.

Den Spielern bietet sich somit – neben dem bereits vorhandenen 3D-Schulhausrundgang – die Möglichkeit, das Schulgebäude sowie das Außengelände zu betreten und nahezu alle Räume auf eigene Faust zu erkunden.

Hierbei werden dem Spieler wichtige Informationen an die Hand gegeben und es ist angedacht, auch schulnahe Minispiele (wie beispielsweise die Bestimmung menschlicher Organe in der Biologie, das Lösen von einfachen Code-Aufgaben in der Informatik, aber auch das Fahren mit einem MTB über das Schulgelände für das Wahlfach Mountainbiking) zu implementieren. Ebenfalls ist geplant, sich mit NPCs (non playable characters = vom Computer gespielte Mitspieler) in Form von Lehrkräften unterhalten zu können, um Informationen über ihr Fach oder weitere Funktionen zu erhalten.

Durch die offene und nahezu unbegrenzte Minecraft-Welt sind den Möglichkeiten – auch für künftige Erweiterungen – quasi keinerlei Grenzen gesetzt – es bedarf also nur kreativer Vorstellungskraft und technischer Affinität. Dass es hierbei längst nicht mehr um reines Gamen, sondern handfeste Inhalte der Informatik (wie beispielsweise das Programmieren) geht, sollte an dieser Stelle nicht verschwiegen werden…

  • Server-Domäne: minecraft.julius-echter-gymnasium.de 
  • Minecraft Version: Java

Ziegler

11. Klasse: Politische Bildung in München

„Fahren Sie gar nicht erst woanders hin, ich sage Ihnen, es geht nichts über München. Alles andere in Deutschland ist Zeitverschwendung“, meinte Literaturnobelpreisträger Ernest Hemingway.

Auch Vertreterinnen und Vertreter der bayerischen Landespolitik werden nicht müde, die Schönheit und Besonderheit Bayerns und seiner Landeshauptstadt hervorzuheben. Zwischen „Laptop und Lederhose“, wie der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog konstatierte, liegen eine vielfältige Kunst- und Kulturlandschaft, ein weites Feld bayerischer, deutscher und europäischer Geschichte und eine besonderen politischen Rolle in der föderalistischen Landschaft.

Angesichts der Lernbereiche der Jahrgangsstufe 11 „Geschichte erinnern“ sowie „Migration in Bayern“ im Fach Geschichte als auch der Auftrag „Die föderale Demokratie Deutschlands mit[zu]gestalten“ im Fach Politik und Gesellschaft liegt nichts näher, als dem Gefühl des „Mia san mia“ und der besonderen Rolle Bayerns im deutschen Föderalismus mit einem Besuch der Landeshauptstadt auf den Grund zu gehen.

Die Studienfahrt nach München für die gesamte 11. Jahrgangsstufe findet erstmals mit dem neuen G9 im Schuljahr 2023/24 statt und dient vor allem einer vertieften politischen Bildung der Jugendlichen.

Das Programm umfasst zentrale und besondere Aspekte der historischen und politischen Entwicklungen Bayerns. Der Schwerpunkt liegt zum einen in der Entdeckung der nachhaltigen Spuren des Königreiches Bayern, Münchens als Stadt der Revolution 1918, des Hitlerputsches 1923 und der demokratischen Entwicklung nach 1945. Zum anderen ermöglicht ein Besuch des bayerischen Landtages eine lebenswirkliche Auseinandersetzung mit der aktuellen Landespolitik und Partizipationsmöglichkeiten auf Landesebene. Die Nähe zum ersten Konzentrationslager in Dachau soll genutzt werden, um Erinnerungskultur zu erforschen, die Begegnung mit Vertreter*innen der Landespolitik um politische Institutionen aus erster Hand kennenzulernen. Münchens vielfältige Museenlandschaft baut Brücken zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und lässt die eigene Verantwortung in der Geschichte erahnen.

„Was ist Reisen? Ein Ortswechsel? Keineswegs! Beim Reisen wechselt man seine Meinungen und Vorurteile.“ (Anatole France)

Pfefferer

Französisch mal anders: FranceMobile begeistert Schüler am JEG

Am Mittwoch, den 21. Februar 2024, durften die Französischschülerinnen und -schüler der 6. Jahrgangsstufe sowie aus zwei 5. Klassen Frankreich und die französische Sprache hautnah und interaktiv erleben.

Das FranceMobile, eine Initiative des Deutsch-Französischen Jugendwerks in Zusammenarbeit mit dem Institut Français, zielt darauf ab, Kinder spielerisch für die französische Sprache und die frankophone Kultur zu begeistern und Interesse an unserem Nachbarland zu wecken.

Die beiden Lektoren Iseult und Hugo animierten und motivierten die Gruppen mit verschiedenen interaktiven Methoden zum Sprechen und wiederholten somit nicht nur bekannte grammatische Strukturen, sondern vermittelten den Schülerinnen und Schülern auf spielerische Art und Weise neue Begriffe.

In einem Würfelspiel beantwortete die Schülergruppe der 6. Klassen beispielsweise Fragen zu Alter, Hobbys und Vorlieben. Ein Höhepunkt war sicherlich das Spiel „Baguette gegen Paris“. Bei diesem Spiel waren alle Kinder mit vollem Körpereinsatz dabei und versuchten Punkte für ihr Team zu erringen. Dabei waren nicht nur Französischkenntnisse, sondern auch Schnelligkeit gefragt.

Vollen Einsatz zeigten auch die Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen: Sie lernten mit großer Begeisterung ihre ersten französischen Wörter und Sätze.

Eine positive Erkenntnis war, dass man nach sechs Monaten Französischunterricht durchaus in der Lage ist, 45 Minuten mit einem Muttersprachler zu „überstehen“. Dies zeigt, dass Sprachenlernen nicht nur sinnvoll und effektiv ist, sondern auch sehr unterhaltsam sein kann. Der Besuch des FranceMobil am JEG war also ein voller Erfolg und hat allen Beteiligten großen Spaß gemacht.

Berres

Der Teufel zu Gast am JEG

Warum einen über 200 Jahre alten Text als Theater sehen? – Weil er zeitlos ist! Zu diesem Schluss kam der Teufel in der Aufführung von „Faust – Der Tragödie erster Teil“. Am Mittwoch, den 21.02.2024, brachte Ekkehard Voigt mit seinem „Theater als ob“ dieses Stück auf die Bühne am Julius-Echter-Gymnasium.

Der Zuschauerraum bestand eigentlich aus Schülerinnen und Schülern der Qualifizierungsstufe, die Voigt aber kurzerhand zu Adepten seiner Teufelsschule ernannte – eine originelle und kreative Interpretation von Goethes Meisterwerk. Die Grundfrage, die der Teufel behandelte, lautete: Wie konnte Mephisto Faust in seinem Sinne manipulieren? Der Teufel führte anhand dieser Fragestellung durch das ganze Stück und stellte dies immer wieder exemplarisch heraus, indem er die einzelnen Szenen diesbezüglich erläuterte.

Das Publikum wurde immer wieder mit einbezogen, alle mussten darauf gefasst sein, selbst aktiv werden zu müssen: Sei es durch das Darstellen eines Spitzbogens, einer Vitrine oder – wie im Falle der Schulleiterin Petra Hein – als Mitglied einer Jury, die beurteilen sollte, ob Marthe gut dargestellt wurde. Das minimale Bühnenbild unterstützte die gelungene Inszenierung.

Nach der Aufführung kam die Q12 mit Herrn Voigt in einen gewinnbringenden Austausch über seine Ein-Mann-Faust-Inszenierung im Besonderen und über das Theater im Allgemeinen. Seine Klarstellung, dass er als Mensch anders agiere als in seiner Rolle als Teufel, nahmen die Schülerinnen und Schüler dem sympathischen Schauspieler sofort ab. Theater sei für ihn kein Beruf, sondern eine Lebenseinstellung, zu der er erst über mehrere Umwege gefunden habe.

Am liebsten spielt Voigt alleine: „Da bin ich selbst der Boss und kann jede Rolle spielen, die ich will.“ Das sei im herkömmlichen Theaterbetrieb mit seinen Zwängen und auch Intrigen kaum möglich. Damit man jeden der von ihm dargestellten Figuren leicht identifizieren kann, hat sich Voigt jedes Mal eine bestimmte Körperhaltung mit je eigener Gestik, Mimik und Sprechmelodik überlegt. „Ihr glaubt nicht, wie schwer es ist, diese ganze Textmasse auswendig zu lernen“, so der Schauspieler im Gespräch. Interessante Einblicke in den künstlerischen Prozess und die Interpretation der Charaktere, und das vom Fachmann. Und mal eben so mit ein paar Dingen die Aula des JEG in eine Bühne verwandeln, das macht ihm so schnell keiner nach!

Kneisel/ Thum