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Autor: Chris Ziegler

Kinder der Einen Welt

Die Kinder auf dem Bild sitzen in einem überfüllten Klassenzimmer auf alten Holzbänken und schauen gebannt auf die Leinwand vor ihnen. In jeder Klasse sind mindestens 70 Schülerinnen und Schüler in dem kleinen Dorf in Tansania in Ostafrika. Kein Kind schaut in die Kamera. Viel zu sehr ist ihre Aufmerksamkeit gefesselt von den Ereignissen auf der Leinwand. Sie sehen zum ersten Mal einen Film und sind gleichzeitig zusammen mit Kindern aus Deutschland die Protagonisten.

Was brauchen Kinder, um glücklich zu sein?

Diese Frage wird Kindern in Tansania und in Deutschland im Rahmen des Bildungsprojekts „Kinderwelten“, das in den gleichnamigen Film gipfelte, gestellt. So erzählt Saanika Amembal vom DAHW (Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe) in Würzburg den Schülerinnen und Schülern der 6. Klassen im Rahmen ihres Vortrags über Kinder der Einen Welt. Unterscheiden sich die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder in verschiedenen Teilen der Erde? Finden sie überall die gleiche Beachtung und vor allem: Werden ihre Rechte gewahrt?

Bildung ist ein Privileg in Tansania. Wer zu arm ist, kann nicht in die Schule, da die Eltern die Schuluniform und die Hefte nicht bezahlen können.

Anhand dieses Projekts und vieler Bilder von ihrem Aufenthalt in Tansania bringt Frau Amembal den Schülerinnen und Schülern das Leben der Kinder in Tansania näher und vermittelt ihnen im Verlauf von eineinhalb Stunden ein anschauliches Bild von ihrer Lebensfreude, aber auch ihren Bedürfnissen und Wünschen, die doch teils sehr verschieden sind, wenn die Kinder in Ostafrika sich nicht einen Fußballplatz wünschen, sondern für uns so Selbstverständliches wie Trinkwasser in der Schule.

Beim Open Mic in Elsenfeld wurden Spenden für das DAHW gesammelt. Umso beeindruckter waren die Kinder jetzt, dass diese für den Bau eines Brunnens vor der Schule verwendet wurden. Denn der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist ein Grundrecht für alle Menschen und die Kinder mussten in der Pause 45 Minuten laufen, um Trinkwasser zu holen. Nun gibt es fließendes Wasser aus der Leitung.

Jeder von uns kann dabei mithelfen, dass Gerechtigkeit in unserer Welt möglich wird, so dass wir EINE Welt werden!

Schmitt

Toller Erfolg beim Landesfinale von Jugend forscht

1. Platz für Elisabeth Fischermann und Tom Kreßbach mit „Power inside: eine essbare Batterie für nichtinvasive Diagnoseverfahren“

Großer Jubel beim Jugend forscht Landesfinale: Elisabeth Fischermann und Tom Kreßbach haben mit ihrer Arbeit „Power inside: eine essbare Batterie für nichtinvasive Diagnoseverfahren“ den 1. Platz im Fachbereich Chemie gewonnen!

Das Besondere: Die beiden Jungforscher entwickelten die zweite essbare Batterie der Welt – mit einer 200- bis 500-fach höheren Kapazität als die erste, die 2023 von einem italienischen Team vorgestellt und vom TIME Magazine unter die 200 besten Erfindungen des Jahres gewählt wurde.

Mit ihrer bahnbrechenden Innovation haben Lizzy und Tom die Tür zu völlig neuen Anwendungen aufgestoßen: essbare Elektronik könnte künftig nichtinvasiv den Magen-Darm-Trakt überwachen, Vitalfunktionen kontrollieren oder sogar zur Früherkennung von Krebs beitragen.

Jetzt heißt es: Daumen drücken fürs Bundesfinale Ende Mai in Hamburg – wir sind stolz und hoffen auf den nächsten großen Erfolg!

Ein riesiger Dank geht an Dr. Roland Full für seine engagierte Betreuung und an alle, die das Projekt finanziell unterstützt haben:
den Lions-Club Main-Spessart Obernburg, den Freundeskreis des JEG, den Verband der Chemischen Industrie und den Sponsorpool Jugend forscht Bayern.

Mit diesem Erfolg setzt sich die beeindruckende Serie fort: vier Landessiege in Folge im Fachbereich Chemie – einfach Wahnsinn!

J. Giegerich

Vielfalt (er)leben: Inklusionssporttag der 6. und 8. Klassen

Am Donnerstag, dem 27. März, fand am Julius-Echter-Gymnasium eine besondere Sportveranstaltung statt, nämlich ein Inklusionssporttag für die 6. und 8. Klassen. Der Bayerische Behindertensportverband (BVS) war mit zwei Referenten, Klaus Gläser und Romy Pawellek vor Ort, um mit den Schülerinnen und Schülern Rollstuhlbasketball durchzuführen. Weitere Aktivitäten waren Goalball, Orientierungslauf mit Blindenstöcken, Sitzvolleyball und ein Sinnesparcours.

Organisiert von Bernd Gehring und mit Unterstützung von Vera Müller und Sabine Hellwig gelang es der Fachschaft Sport, ein tolles Event auf die Beine zu stellen.

Als Erstes begannen die 6. Klassen in der Sporthalle mit ihren Aktivitäten. Die 8. Klassen starteten dann um 10.25 Uhr und beendeten den Inklusionstag pünktlich um 12.55 Uhr.

Beim Sitzvolleyball mussten die Schülerinnen und Schüler ohne Beineinsatz klarkommen. Beim Rollstuhlbasketball zeigten einige viel Geschick im Umgang mit dem für sie ungewohnten Hilfsmittel. Der Orientierungslauf und Sinnes-/Blindenparcours machte den Schülerinnen und Schülern klar, dass ohne partnerschaftliche Hilfe buchstäblich nichts geht.

Ein beeindruckendes Programm, das anschaulich zeigte, wie auch Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen gleichermaßen sportlich aktiv sein können. Sport verbindet eben und macht gemeinsam am meisten Spaß! Eine Erfahrung, welche die Schülerinnen und Schüler vom JEG dank dieser Veranstaltung mit allen Sinnen (er-)leben konnten.

Thum

Julius-Echter-Gymnasium Elsenfeld als PASCH-Schule ausgezeichnet

Das Julius-Echter-Gymnasium Elsenfeld durfte sich in der letzten Woche über eine besondere Ehrung freuen: Der Pädagogische Austauschdienst des Sekretariats der Kultusministerkonferenz (PAD) und das Auswärtige Amt haben die Schule mit der PASCH-Plakette ausgezeichnet. Hinter der Abkürzung PASCH verbirgt sich eine besondere Initiative, nämlich das Projekt „Schulen: Partner der Zukunft“. Diese würdigt die langjährige engagierte Schulpartnerschaft mit der Delhi Public School Bangalore East in Indien.

Die Plakette ist ein Zeichen der Anerkennung für den fortwährenden Einsatz der Schule im Bereich des internationalen Austauschs. Geehrt fühlen dürfen sich insbesondere die für die Durchführung und Organisation verantwortlichen Lehrkräfte, aber natürlich auch alle Schülerinnen und Schüler, die all die Jahre über teilgenommen und damit ihren Beitrag für Weltoffenheit, interkulturellen Austausch und gegenseitige Toleranz geleistet haben.

Mit der Ehrung reiht sich das Julius-Echter-Gymnasium in einen illustren Kreis von etwa 124 Schulen in Deutschland ein, die als PASCH-Schulen anerkannt sind. Bereits seit 2010 ermöglicht das JEG seinen Schülerinnen und Schülern durch den Austausch mit der Partnerschule in Indien eine Alteritätserfahrung der besonderen Art. Dabei werden nicht nur soziale und interkulturelle Kompetenzen gestärkt, sondern auch der Blick über nationale Grenzen und kulturelle Unterschiede hinaus geschärft. Zwei Wochen lang tauchen die Schülerinnen und Schüler dabei in den Alltag des jeweiligen Gastlandes ein und lernen viel über den jeweils anderen – sei es durch gemeinsam Feste feiern wie das indische Lichterfest Diwali oder einen typisch bayerischen Abend oder einfach durch den Besuch des jeweiligen schulischen Unterrichts.

Besonders groß ist die Freude über den erneuten Austausch mit der Partnerschule in Bangalore: Im Juni wird eine Delegation von Schülerinnen und Schülern aus Indien in Elsenfeld erwartet, während sich im November eine Gruppe vom JEG auf den Weg nach Bangalore machen wird. Die Fortführung dieses Programms stellt sicher, dass die Schülerinnen und Schülern am Julius-Echter-Gymnasium auch weiterhin von diesem internationalen Netzwerk profitieren werden.

J. Wagner

Wir haben sehr wohl alle Tassen im Schrank!

Demokratieerziehung mit den „Omas gegen Rechts“

In weißer Warnweste und mit dem Teppichklopfer in der Hand steht eine Oma vor der Tafel der Klasse 10B des Julius-Echter-Gymnasiums. Ein seltener Anblick. Karin Pavlicek wirkt engagiert und dynamisch. Sie strahlt und freut sich auf die Gesprächsrunde mit den Schülerinnen und Schülern, die sich in den letzten Stunden des Politikunterrichts mit Interessenverbänden und Protestkultur auseinandergesetzt haben. Zusammen mit ihrer Kollegin Susanne Stasunik stellt sie die seit 2017 bestehende zivilgesellschaftliche Initiative „Omas gegen Rechts“ vor, erläutert ihr Engagement und ihre politischen Forderungen. Die stetig wachsende Vereinigung setzt sich aktiv gegen Rechtsextremismus, Rassismus und demokratiefeindliche Tendenzen ein und nutzt Protestformen als wichtiges Mittel der politischen Teilhabe.

Im Rahmen einer offenen Gesprächsrunde informieren die beiden Vertreterinnen der Miltenberger „Omas gegen Rechts“ die Schülerinnen und Schüler am JEG über ihre Ziele, Motive und Forderungen. Sie berichteten von ihren Aktionen, Demonstrationen und ihrem Einsatz für eine lebendige Demokratie. Dabei werden sie auch nach Begegnungen mit Drohungen, Hass und Hetze gefragt, die ihnen in ihrer Arbeit begegnen. Die Omas freuen sich über die interessierten, aber auch kritischen Fragen der Jugendlichen und beantworten sie offen und ehrlich – auch dass es nach der Bundestagswahl nun um eine Neuausrichtung des Engagements gehe. Ein humorvolles Highlight des Gesprächs ist die Erwähnung der Aktion „Tassen für Friedrich Merz“, die als Symbol für kreative Protestformen dient und die Bedeutung von Meinungsfreiheit unterstreicht. Aber auch die Teilnahme am Christopher Street Day zeigt das vielfältige Engagement und den Einsatz für eine offene, tolerante Gesellschaft der Omas.

Am spannendsten ist sicherlich die Frage, weshalb man sich im Alter so engagiert, im Gegensatz zu vielen jungen Menschen, um deren Zukunft es doch gehe. „Uns ging und geht es gut“, ist die so einfache und doch schwergewichtige Antwort. Obwohl beide Frauen in ihrem Leben soziale und gesellschaftliche Herausforderungen erlebten, betonen sie, dass gerade die soziale Unterstützung und das freie Reisen und die Möglichkeit, sich frei äußern zu können, ihr Leben geprägt und wertvoll gemacht habe. Dies gewährleiste nur eine Demokratie! Wir möchten, dass ihr, dass unsere Kinder und unsere Enkelkinder es genauso gut haben, so das starke Statement der Omas gegen Rechts.

Pfefferer