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Autor: Chris Ziegler

Rabenväter aus Überzeugung

Am 10. Juli startete die Exkursion zweier Biokurse der 12. Klassen des Julius-Echter-Gymnasiums zum Zoo Frankfurt. Bei Kaiserwetter ging es mit dem Zug vom Hauptbahnhof Aschaffenburg los. In den verschiedenen Gehegen beobachteten die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe das komplexe Sozialverhalten der Primaten. Angeleitet durch ein Skript wurden mit Hilfe von Beobachtungsaufträgen das Fressverhalten, die Rangordnung und die Kinderbetreuung verschiedener Affenarten analysiert. Während der Silberrücken dem Treiben seiner Gorillaweibchen und seinen Kindern noch entspannt zuschaute, war von den Schimpansen-Männchen noch weniger zu erwarten. Angesichts der nahen Verwandtschaft mit uns doch durchaus erstaunlich. Aus dem Skript konnten die Schülerinnen und Schüler entnehmen, dass es auch liebevolle Affenväter gibt, die sich aufopfernd um ihren Nachwuchs kümmern. Ein Beispiel hierfür sind die Männchen der Siamang. Deren Affenliebe erstreckt sich über das gemeinsame Fressen, Beisammensitzen, Spielen und die Fellpflege der Kleinen. Durch die Analyse der Paarbeziehungen der verschiedenen Affenarten wurde das Verhalten der Männchen allerdings nachvollziehbar. Während die Siamangs monogam sind und ihrem Partner die Treue halten, geht es bei den Zwergschimpansen zu wie in einer Hippiekommune der 70er Jahre. Die vorher im Unterricht behandelte Kosten-Nutzen-Analyse bei tierischen Verhaltensweisen brachte nun Licht ins Dunkel. Die Investition an Zeit und Anstrengung des männlichen Siamangs ist hinsichtlich der sicheren Vaterschaft plausibel. Entsprechend gilt das Gegenteil für die Schimpansen-Männchen. Der Silberrücken hingegen investiert seine Energie in die Verteidigung seines Harems, weshalb auch er tendenziell zum Rabenvater verkommt. Nach diesen tiefgründigen Beobachtungen zum Sozialverhalten blieb natürlich noch Zeit für die Erkundung der vielen anderen Tiere des Zoos. Am frühen Nachmittag kehrten die Kurse unter den Leitungen von Herrn Wagner und Herrn Pöhner nach Aschaffenburg zurück.

Pöhner

Ernährungstag der 5. Klasse: Alles Gemüse oder was?

Beim Ernährungstag am 14. Juli drehte sich für die Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse alles rund um gesunde Ernährung und einen bewussten Lebensstil. Los ging es in der Schulmensa mit Brot, Brötchen und ganz viel Obst und Gemüse. Daraus sollten die Fünftklässler dann unter Anleitung von Susanne Vogt und den Tutoren ein gesundes Frühstück zaubern. Zum Glück verlief alles reibungslos und alle Finger blieben heil!

Nach der Zubereitung des Frühstücks, ging es informativ weiter: Unter der Leitung von Bernd Gehring lernten die Kinder, welche Nährstoffe unser Körper braucht, um konzentriert, leistungsfähig und gut gelaunt durch den Schulalltag zu kommen. In anschaulichen Beispielen wurde erklärt, warum ein ausgewogenes Frühstück so wichtig ist, wie Zucker den Körper beeinflusst und weshalb frisches Obst, Gemüse und Vollkornprodukte täglich auf dem Speiseplan stehen sollten.

Ein besonderes Augenmerk lag auch auf dem sozialen und emotionalen Aspekt des Essens. Gemeinsame Mahlzeiten mit Familie oder Freunden fördern nicht nur die Kommunikation, sondern tragen auch nachweislich zu einem stressfreieren und glücklicheren Leben bei.

Luena Reinhard

Den Kindern ganz nah – Martine Letterie stellt ihr Buch „Kinder von fern“ am JEG vor

„Warum schreibst du vom Krieg, wenn du noch keinen erlebt hast, wir aber schon?“ – Mit dieser Frage wurde Martine Letterie im Rahmen einer Lesung während der Corona-Pandemie von einer Schülerin konfrontiert. So entstand der Wunsch, Flüchtlingskindern eine Stimme zu verleihen und ihre Erlebnisse in dem Buch „Kinde von fern“ aufzuschreiben.

Martine Letterie besuchte am 15.07.2025 im Rahmen des White Ravens Festivals, welches von der internationalen Jugendbibliothek in München veranstaltet wird, das Julius-Echter-Gymnasium und stellte ihr soeben neu erschienenes Buch „Kinder von fern“ knapp 100 Schülerinnen und Schülern der fünften Jahrgangsstufe vor.

Zunächst durften der Schriftstellerin allerlei Fragen gestellt werden. Diese reichten von der Anzahl von ihr verfassten Bücher über die Ideensammlung für ihre Geschichten bis zu den Verdienstmöglichkeiten als Autorin. Die fünfte Jahrgangsstufe zeigte sich sehr interessiert und lauschte dann gebannt den Worten der ehemaligen Lehrerin, als sie die Entstehungsumstände zu ihrem aktuellen Buch darlegte.

Interaktiv ging es weiter, denn nun sollten als besondere Aufgabe alle einen Brief aus Samuels Sicht an seinen Opa schreiben. Hier wollten die kreativen Köpfe gar nicht mehr mit dem Schreiben aufhören, aber schließlich waren alle Werke eingesammelt und Martine Letterie präsentierte einige von ihnen. Als besondere Überraschung wurden drei Kinder ausgelost, welche ein Buch von ihr geschenkt bekamen. Abschließend erhielten alle noch eine signierte Autogrammkarte. Die fünften Klassen waren sehr beeindruckt und begeistert von der Lesung am Julius-Echter-Gymnasium.

Die Lesung hat wieder eindrucksvoll gezeigt, dass in einer Welt voller Krisen und Probleme der persönliche Austausch, das einander Zuhören und das von einander Lernen sehr wichtig sind. Literatur kann Erlebtes verarbeiten und aufarbeiten, Literatur kann neue Verständniswege eröffnen. Literatur kann zu einem Perspektivwechsel beitragen. Auch bei schwierigen Themen wie Flucht und Vertreibung. Gerade, wenn sie so lebendig und warmherzig präsentiert wird wie von Martine Letterie.

Kneisel

Erfolg beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen für JEG

Eine Gruppe talentierter Schülerinnen der Klasse 8B des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld hat beim diesjährigen Bundeswettbewerb Fremdsprachen in der Kategorie TEAM Schule einen beachtlichen Erfolg erzielt. Mit ihrem englischsprachigen Beitrag „Common mental illnesses in teenagers“ gewannen die Schülerinnen Emma Eisert, Mia Müller, Maria Schäfer und Greta Wengerter einen zweiten Preis auf Landesebene.

Der Wettbewerb, der Lernende aus ganz Deutschland dazu ermutigt, ihre Fremdsprachenkenntnisse kreativ einzusetzen, bot der Gruppe die Gelegenheit, ein aktuelles und wichtiges Thema zu bearbeiten. Die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema und die überzeugende Präsentation spiegeln das Engagement und die Teamarbeit der Schülerinnen wider.

Zur Würdigung dieses Erfolges wurden die Schülerinnen gemeinsam mit ihrer betreuenden Lehrkraft Petra Voß zur bayerischen Landespreisverleihung im Max-Joseph-Saal der Münchner Residenz eingeladen. Dort hatten sie die Gelegenheit, ihre Leistungen zu feiern und sich mit anderen erfolgreichen Teams auszutauschen. Kultusministerin Anna Stolz betonte im Vorfeld die Bedeutung von Sprachen in der heutigen Welt: „Sprachen verbinden – sie öffnen Türen, schaffen Verständnis und machen neugierig auf die Welt. Der Bundeswettbewerb Fremdsprachen ist dafür die perfekte Bühne.“

Petra Voß war sehr stolz auf die Leistung der Schülerinnen: „Dieser Erfolg ist eine wunderbare Anerkennung für die Arbeit und den Einsatz, den meine Schülerinnen gezeigt haben.“

Der Gewinn des zweiten Preises ist ein Beweis dafür, dass Engagement und Zusammenarbeit zu großartigen Ergebnissen führen können. Ministerialdirigent Dr. Wolfgang Mutter gratulierte stellvertretend für die Kultusministerin und lobte die Schülerinnen und Schüler für ihre beeindruckenden Leistungen: „Herzlichen Glückwunsch zu diesen Spitzenleistungen! In einer immer stärker vernetzten Welt sind Sie mit Ihren kreativen und durchdachten Projekten genau am Puls der Zeit.“

Wir gratulieren den Schülerinnen herzlich zu diesem Erfolg und wünschen ihnen weiterhin viel Erfolg und Freude beim Lernen und Entdecken neuer Herausforderungen!

Voß

„Der Herr der Diebe“: Spannendes Schultheater am JEG

Venedig –nicht nur Traumziel für verliebte Milliardäre, sondern für jeden, der seinem tristen Alltag entkommen will. Auch die Brüder Prosper und Bo sind auf Flucht: Nach dem Tod ihrer Mutter sollen sie voneinander getrennt werden. In Venedig treffen sie den „Herrn der Diebe“ und ein märchenhaftes Abenteuer beginnt. Auf die Bühne, sprich die Aula des Julius-Echter-Gymnasiums, gebracht hat das gleichnamige Stück nach einem Roman von Cornelia Funke die Mittelstufen-Theatergruppe mit ihrer Regisseurin Lone Wulff am 3. Juli.

Prosper (Lily Kraske) und sein kleiner Bruder Bo (Maria Schäfer) verstecken sich vor ihrer Tante Esther (Mia Müller) und ihrem ebenfalls Kinder eher hassenden Gatten Max (Mathilda Rein). Denn die beiden wollen nur Bo adoptieren, der kleine Prosper soll ins Waisenhaus. Dafür dass sich die zahlreich erschienen Zuschauer ebenfalls in die Lagunenstadt versetzt fühlen, sorgt die AG „Schulspiel und Kulissen“ von Vera Henzel mit ihrem bunten und bis ins Detail liebevoll gestalteten Bühnenbild. Großartig etwa das chaotische Büro von Detektiv Getz (Helena Dörr), der Prosper und Bo im Auftrag von Tante und Onkel finden soll. Helena verkörpert den sympathischen Detektiv, der sich am Schluss gegen seine Auftraggeber stellt und zum Freund der Ausreißer wird, mit sichtlicher Freude und perfektem Timing. Das gilt natürlich ebenfalls für die anderen Mitglieder des spiellustigen und sehr textsicheren Ensembles, so dass Souffleuse Nele Ramstöck nicht gebraucht wurde.

Gemeinsam mit Wespe (Greta Wengerter), Riccio (Tina Schüßler) und Mosca (Felix Dominik), allesamt ohne Eltern, folgen Prosper und Bo Scipio, dem Herrn der Diebe (Mia Leibmann), den sie bald als Betrüger entlarven werden. Denn der angeblich arme Schlucker entpuppt sich als Sohn aus reichem Hause, der unter seinem kaltherzigen Vater, Dr. Massimo (Emma Eisert) zu leiden hat. Doch dann erhält Scipio den Auftrag eines Conte, von Danica Adams herrlich zwielichtig dargestellt, etwas aus dem Haus von Ida Spavento (Mia Buhleier) zu stehlen, einen Gegenstand mit magischen Kräften, der das Leben aller an der Geschichte Beteiligten mehr oder minder stark verändern wird – und das Verhältnis des Herrn der Diebe zu seiner Bande kitten kann. Auch das Schicksal von Bo und Prosper wendet sich schließlich zum Guten.

Es bereitet großes Vergnügen, bei diesem Theaterevent dabei zu sein; Spielleiterin Wulff hat alle Register gezogen: Rasant und spannungssteigernd reiht sich Szene an Szene, bis hin zu einer grandiosen Verfolgungsjagd im Boot durch die Kanäle des nächtlichen Venedigs. Auch die Rollenverteilung passt, jede Figur überzeugt. Lily und Maria als Brüderpaar agieren gekonnt miteinander und Mia als Meisterdieb Scipio hat am Höhepunkt des Stückes einen großen Auftritt, als er sich vom Kind zum Erwachsenen verwandelt und so seinem fiesen Vater entkommt – dank eines alten magischen Karussells, dessen fehlendes Teil der Conte hat stehlen lassen. Und nicht zu vergessen die tolle Leistung von Mirka Frank in der Rolle des Hehlers Barbarossa, der nicht nur ahnungslose Touristen sondern auch die Kinderbande übers Ohr hauen will. Dabei zerstört Barbarossa das Karussell, so dass es in Flammen aufgeht, was durch rot flackernde Scheinwerfer schaurig illuminiert wird; nur einer von vielen Coups des Technik-Teams von Sebastian Tausch.

Begeistertes Händeklatschen am Ende des Stückes ist der Lohn für die vielen Probestunden und auch das Signal, dass man aus Venedig wieder ans JEG und den Schulalltag zurückgekehrt ist. Schade!

Thum