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Autor: Chris Ziegler

Online-Lesung des Autors John von Düffel

„Muss man die ganze Welt retten, um den See vor der eigenen Haustüre zu retten?“

Online-Lesung des Autors John von Düffel zu seinem Roman „Der brennende See“. 
Eine Veranstaltung für die 12. Jahrgangsstufe des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld

Schonmal von dem „brennenden See“ gehört? Was sich nach Humbug anhört, existiert tatsächlich: Der Bellandur-See in Bangalore, Indien, sondert einen hoch entzündlichen Giftschaum ab, der durch ungefilterte Chemikalien, die von der Industrie in das Gewässer geleitet werden, entsteht. Die Folge: Der See „brennt“ an manchen Tagen.
Für John von Düffel, erfolgreicher Schriftsteller, Theaterautor und Dramaturg, war besagtes Phänomen ein „wesentlicher Impuls“ für seinen 2020 veröffentlichten Roman „Der brennende See“, wie er in der Online-Lesung für die Jahrgangsstufe 12 des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld am 07.12.2021 verriet. Neben den zahlreichen Wetterberichten, die jedem einzelnen Kapitel vorangestellt sind, spielen auch die menschliche Abhängigkeit von Wasser, der Kampf für die Umwelt sowie das heikle Thema Erbe, mit dem die Hauptfigur Hannah nach dem Tod ihres Vaters konfrontiert wird, eine entscheidende Rolle. Dieser Roman ist eine interessante, lesenswerte Lektüre, die auch als Hommage an die vielfältigen Wassererlebnisse des Autors verstanden werden kann. Nicht zufällig finden sich hier ebenfalls Motive seines preisgekrönten Werks „Vom Wasser“ wieder.
„Wasser ist ein poetisches Element, das zu einem Politikum geworden ist“, so von Düffel. Der Bellandur-See sei nur ein Beispiel dafür. Bezüglich Umwelt- und Klimaschutz rät von Düffel deshalb: „Statt die ganze Welt retten zu wollen, kann es auch der See vor der eigenen Haustür sein“. 
Die Veranstaltung diente trotz allem nicht nur dem Plädoyer für Klimaschutz, sondern bot vor allem Anlass zum persönlichen Gespräch zwischen Schülern und Autor. Das Literarische Quartett, das sich am JEG schon einer langen Tradition erfreut, tauschte sich mit John von Düffel nach der Lesung einer ersten Romanpassage über ihre Eindrücke aus. Auf die Frage, ob es eine Fortsetzung von „Der brennende See“ gebe, erwiderte der Autor schmunzelnd, dass ein zweiter Teil, wenn auch eher unwahrscheinlich, dennoch „nicht ausgeschlossen“ sei.
Das Fazit am Ende der kurzweiligen Lesung: Neben vielen aufschlussreichen Einblicken in das Leben eines Schriftstellers konnten sich die Zuhörenden mit dem Autor auch über aktuelle klimapolitische Themen wie „Fridays for Future“ austauschen. Ein herzliches Dankeschön an John von Düffel für sein Bestreben, alle Fragen der Schülerinnen und Schüler stets geduldig, freundlich und ehrlich zu beantworten. 
Ihm selbst hat die Lesung offensichtlich auch Spaß gemacht, wie er in einer Email an die Veranstalter verriet:
„Das JEG Elsenfeld wird seinem guten Ruf als literaturoffene und dialogbereite Schule auch unter Corona-Bedingungen mehr als gerecht: Von der Schulleitung über das engagierte Kollegium bis hin zu den Schülerinnen und Schülern mit ihren Leseeindrücken, kritischen und klugen Fragen hat es sich auch im digitalen Format niemand nehmen lassen, der Literatur auf die Spur zu kommen. Mehr Dialog geht kaum von Kachel zu Kachel. Es war eine der gelungensten und muntersten Digitallesungen überhaupt. Herzlichen Dank dafür!“

Und wer weiß, vielleicht kann beim nächsten Wiedersehen schon „Der brennende See, Teil 2“ besprochen werden …?

Sabrina Ball

Vorlesewettbewerb am Julius-Echter-Gymnasium

Von Gefangenen, Computerspielen und Schweinen

Der britische Fantasy-Autor Terry Pratchett (1948-2015) ist für seinen humorvollen Blick auf die Welt bekannt. In seinen Büchern kommen Abenteuer nicht zu kurz und über diese äußerte er sich wie folgt: „Abenteuer! Die Leute reden davon, als sei es etwas Erstrebenswertes, doch in Wirklichkeit ist es ein Synonym für schlechtes Essen, wenig Schlaf und sonderbare Personen, die ständig versuchen, einem spitze Dinge in den Leib zu stecken.“
Und Abenteuern widmeten sich auch die Protagonist*innen der Bücher, die es ins Finale des JEG-Vorlesewettbewerbs am 6.12.2021 geschafft hatten: Lily Kraske (6A) ging mit „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ ins Gefängnis, Finn Marquart (6B) begleitete in „Galactic Gamers – Der Quantenkristall“ den Protagonisten auf einen anderen Planeten, Linus Rothermich (6C) verlieh dem Sams in der Schule eine Stimme und Rosa Hegmann (6D) ließ ein Vater-Tochter-Gespräch mit den wohl typischen Problemen aus „Emma und das vergessene Buch“ präsent werden. Danach durften alle Teilnehmer*innen „Rennschwein Rudi Rüssel“ auf der Suche nach einem neuen Zuhause begleiten.
In einem spannenden und knappen Finale konnte sich Lily Kraske durchsetzen und erhielt einen Buchgutschein, alle anderen Teilnehmer*innen bekamen neben den Urkunden als Klassensieger*in ebenfalls einen fair gehandelten Schokonikolaus in Anwesenheit von Schulleiterin OStDin Petra Hein überreicht.
Vielen Dank an alle Teilnehmer*innen für ihre Bereitschaft, auch in den schwierigen Pandemiezeiten ihre Begeisterung für das Lesen hochzuhalten! Denn Terry Pratchett sagte: „Die Menschen machen das Leben so interessant. Sie haben es geschafft in einem Universum voller Wunder die Langeweile zu erfinden.“ Dieser Langeweile kann man aber trotz aller oben genannten Unannehmlichkeiten am besten durch ein Abenteuer in einem guten Buch entkommen…

Kneisel

Auszeichnung als „MINT-freundliche Schule“ und „Digitale Schule“

In der vergangenen Woche zeichnete die Bildungsinitiative „MINT Zukunft schaffen“ das Julius-Echter-Gymnasium Elsenfeld erneut als „MINT-freundliche Schule“ und „Digitale Schule“, aus, zwei Titel, welche die Schule bereits wiederholt innehatte und nun für drei weitere Jahre führen darf. Dem regelmäßigen Leser dürfte nicht entgangen sein, dass sich die Schulfamilie des JEG in letzter Zeit über viele verschiedene Preise und Auszeichnungen freuen durfte: Genannt seien etwa „Umweltschule in Europa“, „Gute, gesunde Schule Bayern“, „Fairtrade Schule“ und „Inklusionsschule“. Alle Auszeichnungen lassen sich den Bereichen digitale Praxis, Umweltschutz, Nachhaltigkeit und soziales Miteinander zurechnen und ergänzen sich gegenseitig; ein ganzheitlicher Ansatz also, bei dem die Schülerinnen und Schüler für die aktuellen Herausforderungen sensibilisiert werden.
Wie das funktioniert, kann man an den beiden Projekten, mit welchen sich das JEG für die Auszeichnung als MINT-freundliche bzw. Digitale Schule beworben hat, gut erkennen.
Bei dem Hackdays-Projekt von „Make Your School“, einer Initiative der Organisation Wissenschaft im Dialog (WiD), handelt es sich um deutschlandweite Veranstaltungen, bei denen sich Schülerteams überlegen, wie sie ihre Schule mithilfe digitaler und technischer Lösungen bereichern können. Bei den letzten beiden Veranstaltungen 2019 und 2021 waren Schülerteams des JEG mit dabei. Mit viel Begeisterung wurde konstruiert, gebohrt und programmiert. Ein digitales Bezahlsystem für die Mensa, ein Putzroboter und eine Sensorik zum Erfassen des „Toten Winkels“ beim Fahrradfahren sind nur einige Beispiele für den Erfindungsreichtum der Schülerinnen und Schüler.
Im Rahmen des zweiten Projekts „GO PRESENT – von Schülern lernen“ beschäftigt sich eine Schülergruppe damit, anschauliche und adressatenbezogene Präsentationen im Bereich der MINT-Fächer zu gestalten, und das sehr erfolgreich: Hervorgegangen aus dem Wahlkurs „Jugend präsentiert“ war das Team rund um Lehrer Jörg Giegerich seit 2015 immer im Bundesfinale vertreten, zweimal sogar als Gewinner! Um ihr Wissen weiterzugeben, wurde extra eine Schülerfirma gegründet. Das Portfolio der angebotenen Dienstleistungen ist so vielseitig wie interessant: Für die kommunale Abfallwirtschaft des Landratsamts Miltenberg hat GO PRESENT etwa eine Umweltkampagne zur Müllvermeidung lanciert. Heraus kamen vier Plakate, die im ganzen Landkreis zu sehen sind.
Wer stillsteht, fällt zurück. Deswegen laufen im Schülerteam die Vorbereitungen zu neuen Aktionen, darunter eine Fortbildung für die deutsche Schule in Madrid.
Nur dank externer Partner lässt sich die breite Palette hochkarätiger Angebote im MINT-Bereich realisieren. So wären die großen Erfolge der letzten Jahre bei „Jugend forscht“ ohne die Unterstützung durch Dr. Roland Full nicht möglich gewesen. Und mit der Firma „agilimo Consulting“ arbeitet das JEG im Bereich des digitalisierten Lehrens und Lernens seit Jahren erfolgreich zusammen.

Thum

Physik im Advent

Jetzt wird`s naturwissenschaftlich

An der Aktion „Physik im Advent“, die von der der Georg-Universität Göttingen ausgerichtet wird, nehmen mehr als 40 000 Schülerinnen und Schüler aus aller Welt teil und führen die in Kurzvideos beschriebenen Versuche durch, Diese Aktion findet nun zum dritten Mal auch am JEG statt.
Seit dem ersten Dezember treffen sich interessierte Schülerinnen und Schüler zur ersten Pause im Physiksaal, um gemeinsam diese Versuche durchzuführen. An jedem Adventstag gibt es ein neues interessantes, aber einfach durchzuführendes Experiment, dessen Ausgang die Jungforscherinnen und Jungforscher allergings selbst herausfinden müssen, um dann die richtige Antwort auf der Homepage „Physik im Advent“ ankreuzen zu können. 
Kurios mutet bisweilen die Liste der Gegenstände an, die man zu den Versuchen  parat haben muss. Da ist zum Beispiel von Cocktailtomaten und  Mehl die Rede oder von Multivitamintabletten und sogar „von durch Anrauung erzeugtem Milchglas“. Sieht man dann das Video zum Versuch, wird schnell klar wie die Gegenstände einzusetzen sind.
Dass die Schülerinnen und Schüler dabei viel Spaß haben, kann man den Fotos entnehmen. Auch Schulleiterin Petra Hein ließ es sich nicht nehmen, den Experimentatoren bei ihren Versuchen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und sie bei der Findung der richtigen Antwort zu unterstützen. 

Schlosser

Lesung Tobias Krejtschi (2021)

„Die Brück´ am Tay“ von Theodor Fontane: Ein Blick hinter die Kulissen der Illustrationen: 


Online-Lesung des Kinder- und Jugendbuchillustrators Tobias Krejtschi für die siebten Klassen des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld

„When shall we three meet again?“ Das ist nicht nur das weltbekannte Zitat der drei bösen Hexen aus William Shakespeares Werk Macbeth, sondern auch Inspiration des deutschen Schriftstellers Theodor Fontanes für die Ballade „Die Brück´ am Tay“. Im Mittelpunk seines Werkes steht das verheerende Zugunglück mit 75 Todesopfern, das sich am 28 September 1879 in Schottland ereignete und als „Tay Bridge Disaster“ bekannt ist.
Tobias Krejtschi, renommierter und vielfach ausgezeichneter Kinder- und Jugendbuchillustrator, entwarf die Zeichnungen zu Fontanes Ballade. In einer Online-Vorlesung am Donnerstag, den 28.01.2021, gewährte er den Schülerinnen und Schülern der 7. Jahrgangsstufe des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld einen spannenden Blick hinter die Kulissen. Während seines Vortrags beantwortete er Fragen rund um seinen Beruf als Illustrator und sein Privatleben. 
Im Nachfolgenden sind einige Antworten von Tobias Krejtschi auf die Fragen der Schülerinnen und Schüler: 

Schüler: Herr Krejtschi, haben Sie als Kind viel gelesen?
Tobias Krejtschi: Ja, das habe ich. Der Hang und das große Interesse am Buch kamen hauptsächlich daher, dass meine Tante von Beruf Bibliothekarin war und mir meine Oma als kleines Kind immer sehr viel vorgelesen hat.

S.: Und wie sah es in der Schule aus: Waren Sie gut in Deutsch? 
TK: Geht so. Ich war ein typischer Dreier-Schüler (lacht).

S.: Um auf das Thema der Vorlesung zurück zu kommen – Was mögen Sie besonders an Balladen?
TK: Eine Ballade ist für mich immer eine spannungsgeladene Geschichte. Meist spielt sie in der Vergangenheit und dementsprechend beschäftige ich mich auch häufig mit historischen Ereignissen. Diese Recherche ist ein wichtiger Teil meines Berufes und es macht mir sehr viel Spaß.

S.: Wie und wo finden Sie am Besten Anreize für neue Ideen?
TK: Viele meiner Bücher sind durch das Reisen inspiriert; ich binde Erlebnisse, die ich währenddessen gemacht habe, in die Geschichten ein. Ein Beispiel ist „Wie der Kiwi seine Flügel verlor“, was einer alten Sage aus Neuseeland entstammt.

S.: Wie lange dauert es dann im Schnitt, bis ein Buch komplett fertig illustriert und bereit zum Verkauf ist?
TK: Meistens zwei bis drei Monate (…); das ist die Zeit, die mir der Verlag gibt.

S.: Was ist Ihr momentanes Lieblingsbuch und gibt es Autoren, die Sie häufiger lesen?
TK: Ich lese vieles, da kann ich mich nur schwer auf ein Lieblingsbuch festlegen (lacht). Allerdings mag ich (…) die Harry-Potter-Bücher sehr gerne.

S.: Sind Ihre Eltern auch Illustratoren, wie Sie?
TK: Nein, ganz und gar nicht (lacht). Mein Vater ist Ingenieur und meine Mutter war Chefsekretärin (…).

S.: Letzte Frage: Was wollten Sie als kleiner Junge später mal werden?
TK: Immer Detektiv! Und später auch Paläontologe, denn ich war ein großer Fan von Dinos (lacht).

Im Namen aller Siebtklässler sowie von Deutschlehrer Benjamin Götzinger, der die Vorlesung organisierte und souverän moderierte, ein herzliches Dankeschön an Tobias Krejtschi für den farbigen und anschaulichen Vortrag.
Alle Beteiligten freuen sich darauf, den sympathischen Autor auch mal leibhaftig nach der hoffentlich nicht allzu fernen Wiederaufnahme des Schulbetriebs am Julius-Echter-Gymnasium begrüßen zu dürfen.