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Autor: Chris Ziegler

U 16-Poetry Slam im Bürgerzentrum wird zur Sternstunde des Genres

„Mich haben die jugendlichen Poeten sehr beeindruckt!“

Mit dem Begriff „Sternstunde“ sollte man nicht zu verschwenderisch umgehen, aber was am Donnerstagabend zwischen 19 und 21.30 Uhr vor gut 300 Besuchern im Elsenfelder Bürgerzentrum zu sehen und zu hören war, hat diese Bezeichnung auf jeden Fall verdient. 12 Jugendliche, elf Mädchen und ein Junge im Alter von maximal 16 Jahren von Untermain boten gut zwei Stunden lang alle Facetten dieser Literatur- und Bühnenform, die vor mehr als drei Jahrzehnten ihren Siegeszug von den USA in alle Welt angetreten hat. Seit mehr als 20 Jahren ist der deutsche Sprachraum offenbar ein besonders blühendes Biotop. Die Organisatoren, der Poetry-Slam-Kurses der Schülerakademie und die Kleinkunstbühne Kochsmühle waren wohl selbst am meisten vom großen Erfolg überrascht. Fast volles Haus im großen Saal trotz des lauen Sommerabends, der ins Freie lockte, mindestens 15 Besucher, die an diesem Abend erstmals mit Slam in Berührung kamen, und am Ende minutenlanger Beifall – besser hätte es nicht laufen können. Acht Akteure auf der Bühne – sieben Slammerinnen und die glänzende Moderatorin Anna Stock – haben schon mindestens einen der Kreativkurse der Schülerakademie Untermain besucht, vier Mädchen und ein Junge meldeten sich auf den Aufruf hin und viele Schularten waren vertreten. Fünf Minuten durften die Auftritte mit den selbst geschriebenen Texten lang sein, die Sieger von drei Vierergruppen qualifizierten sich für das Finale nach der Pause. Und an diesem Abend waren fast alle Facetten des Slam zu hören: Altersgerecht nahm die Liebe, nahmen Beziehungen viel Raum ein: Pelaja Aucello bot bei ihrem Bühnendebut eine schöne Liebeserklärung: „Du bist wie ein warmer Abend am See, an dem sich alles so unendlich richtig anfühlt“. Luana Kalig fasste ebenfalls den Wert der Liebe für ihr Leben in Worte und sie weiß: „Liebe bedeutet Verantwortung und Teamarbeit“. Lea Bachmann bewies bei ihrer souveränen Performance, dass Poetry beim Thema „Liebe“ die Kitschgefahr vermeiden kann: „Das Gefühl, das sie vorher noch nie hatte: zu schweben über Wolken aus Watte.“ Rhema Liwatwa berührte mit dem Text über ihre Mutter, „die mich schon liebte, bevor ich geboren war“. Auch Schwierigkeiten sprachen die Mädchen verblüffend offen an wie Kathleen Eichelsbacher. Sie fand bei ihrem ersten Slam viel Aufmerksamkeit mit ihrem ganz unpathetisch vorgetragenen Seufzer „Ich weiß nicht, was ich machte, dass mich meine Klasse so sehr hasste“. Großen Beifall bekam Ahmad Alrazzouq, der vor viel Jahren aus Syrien an den Untermain fliehen konnte und den Kriegsschrecken in Syrien bewegend in Worte fasste: „Ich stehe eines Tages auf, gucke aus dem Fenster. Ich sehe keine Kinder, die glücklich spielen, sondern Rauch, kaputte Häuser, Eltern tragen ihre Kinder, weil die verletzt sind – Blut überall.“

Wie viele Spielarten des Slam möglich sind, bewiesen vor allem die Mädchen, die schon Erfahrung auf Slambühnen haben und neben tiefgründiger Lyrik auch witziges Storytelling bis zu großer Bühnenpräsenz mit ausgefeilten Comedyelementen boten. Das galt vor allem für Katharina Werner, die die Zuhörer als „meine lieben Nashörnchen ansprach und mit ihrer „Klemmsteinparabel“ viel spontanen Beifall einheimste. Kaum weniger mitreißend war Lena Amends „Fantastisches Prinzip des Lebens“ mit dem artistisch-virtuosen Einsatz von Adjektiven und dem Satz: „Aufgeben ist keine Option.“

Darüber, wer die jeweilige Vierergruppe gewonnen hatte und damit ins Finale einzog, entschied der Beifall der Zuhörer, beurteilt durch die Ohren der Moderatorin und durch einen geeichten Dezibel-Messer. Josefine Verführt verfehlte den Einzug nur um ein Dezibel und überzeugte mit ihrem intensiven, sehr sensiblen Vortrag. Die drei Vorrundensiegerinnen lieferten sich ein spannendes Finale, das Paulina Etzel mit einem szenisch mitreißenden Text gegen den Schönheitswahn für sich entschied, nachdem sie schon in der Vorrunde mit ihrem „Liebe(r) nicht“ zum Thema Asexualität begeistert hatte. Sie kratzte zweimal an der 100-Dezibel-Grenze, konnte sich als Siegestrophäe den kleinen Mühlstein der Kochsmühle umhängen und lag damit vor Lilli Elzenheimer, die mit ihrem informativen und witzigen Slam über ihren Frankreichaustausch gepunktet hatte und im Finale mit ihrem „Ich habe Angst“ überzeugte, einem Slam der in das tröstliche „Zum Glück lebe ich mein Leben nicht allein“ mündete. Elisabeth Fischermann hatte in der Vorrunde flächendeckend Begeisterung und Lachsalven ausgelöst, als sie über ihre „Amnesie“ im schönsten Storytelling sprach, mit den „Regentropfen“ landete sie im Finale auf Platz 3.

Sieger waren aber tatsächlich alle, die sich auf die Bühne gewagt und die Zuhörer zwischen 8 und 80 Jahren zwei Stunden lang verzaubert hatten. Ein älterer Besucher fasste am Ausgang seine Eindrücke so gut in Worte, dass die als ein Art kluges Resümee des Abends gelten können: „Mich haben die jugendlichen Poeten sehr beeindruckt: ihr Sprachgefühl, die intellektuellen Leistungen, ihr Mut, ihr Innerstes preiszugeben – und dann Anna, die zeigt, wo es mit den Slammern hingehen kann.“ Diese „Anna“ ist die 16-jährige Anna Stock, die an diesem Abend mit „Hey Diggi“ tatsächlich ahnen ließ, in welche Höhen auch die längst längst guten Slammerinnen noch vorstoßen können, und die mit großem Charme und professioneller Souveränität die Rolle der Moderatorin übernommen hatte. So ganz nebenbei bewies dieser Slamabend noch, dass die Einrichtung der Kreativkurse der Schülerakademie vor elf Jahren sicher zu den besten Entscheidungen des Kultusministeriums seit langem zählen. Viele Akteure und Besucher haben sich schon den U 20-Slam vorgemerkt, der am 24.7. im Hof der Mildenburg steigt.

Heinz Linduschka

Die TeilnehmerInnen des Slam im Bürgerzentrum:

Elf Schülerinnen und ein Schüler aus einer Mittelschule, einer Realschule und vier Gymnasien vom Bayerischen Untermain im Alter von 14 bis 16 Jahren nahmen am U 16-Poetry Slam im Bürgerzentrum teil: Ahmad Alrazzouq (15), Erlenbach; Pelaja Aucello (16), Volkersbrunn; Lena Amend (14), Haingrund; Lea Bachmann (15), Elsenfeld; Kathleen Eichelsbacher (16), Hofstetten; Lilli Elzenheimer (14), Obernburg; Paulina Etzel (16), Amorbach; Elisabeth Fischermann (14), Obernburg; Luana Kalig (15), Hausen; Rhema Liwatwa (15), Obernburg; Josefine Verführt (15), Dammbach; Katharina Werner (16), Stockstadt. Fünf der zwölf Teilnehmerinnen stellte das JEG Elsenfeld, die Schule, in der in den letzten acht Jahren mehrere Poetry-Slam-Kurse der Schülerakademie Untermain stattgefunden haben.

Erfolge beim Finale des Vorlesewettbewerbs in Spanisch für die 8. Klasse

Las Alpujarras ist ein Gebiet südlich von Granada am Fuß der Sierra Nevada in Andalusien. Eine Gruppe Jugendlicher begibt sich auf einen Wanderausflug in ein kleines Dorf, das nur zu Fuß erreicht werden kann. Auf dem Weg begegnen sie zwei gruseligen Männern und müssen einige Hindernisse überwinden, wozu auch das Durchqueren eines Baches mit kaltem Wasser gehört.

Den Beginn des Romans mit lebendigen Stimmen korrekt vorzulesen – und das auch noch auf Spanisch – das war eine große Herausforderung für die Finalistinnen des Vorlesewettbewerbs am Dalberg-Gymnasium, an dem außer dem JEG und den Gastgebern auch noch Mitstreiter des Gymnasiums Amorbach teilnahmen. Selina Atik (8A) gewann für ihre korrekte Aussprache und den fast schauspielerischen Vortrag den zweiten Preis unter den sechs Teilnehmer*innen. Ida Scheurich (8C) zeigte den Mut, aus der Quarantäne online zugeschaltet am Wettbewerb teilzunehmen – sie hatte die Technik im Griff und konnte so auch ihren ausdrucksstarken Beitrag abliefern. Die Jury setzte sich aus sechs spanischen Muttersprachlern zusammen, die beeindruckt waren von der hohen Qualität der Vorträge. Insbesondere die unbekannten Texte wurden erstaunlich korrekt und lebendig vorgelesen. Die Finalistinnen hatten zuvor den Klassenentscheid gewonnen, dem sich etliche SchülerInnen freiwillig gestellt hatten und fleißig die Aussprache und das Lesen geübt hatten.

Nächstes Jahr wieder? Das wissen wir noch nicht, aber wenn möglich, ist das JEG natürlich dabei!

¡Enhorabuena, Selina e Ida!

Engelbrecht

Europatag

Schicksalsmonat Mai: Am 8. Mai endet mit der Kapitulation Nazi-Deutschlands der Zweite Weltkrieg in Europa, am 9. Mai gedenkt Russland des Endes des „Großen Vaterländischen Krieges“. Für die EU schließlich ist der 9. Mai der Europatag. In diesem Jahr wird er erstmals auch am Julius-Echter-Gymnasium in Elsenfeld groß gefeiert. Die neu-gegründete Europa-AG hat sich dazu im Vorfeld ausführlich mit einer brandaktuellen, vor allem aber bewegenden Thematik beschäftigt: dem Krieg in der Ukraine und der Rolle der Europäischen Union.

Für den 9. Mai hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Europa-AG für die 6. Klassen eine Doppelstunde mit dem Titel „Frieden für Europa“ vorbereitet. Während dieser wurden verschiedene Inhalte altersgerecht erläutert und Hintergrundwissen vermittelt. Es blieb aber genügend Zeit, um Fragen der Sechstklässler zu beantworten. Im Mittelpunkt der Doppelstunde standen die friedenssichernde Wirkung der Europäischen Union, die Rolle der NATO sowie die Standpunkte der beiden Kriegsparteien Russland und Ukraine. Keine leichte Kost! Aber nur, wer ausreichend informiert ist, kann sich eine eigene Meinung bilden und seinen Standpunkt fundiert vertreten. So funktioniert Demokratie, und dafür steht die EU.

Höhepunkt des Projekttages war eine abschließende Diskussionsrunde, in der Fragen nach der Mitgliedschaft der Ukraine in EU und NATO diskutiert oder auch die Lieferung von schweren Waffen besprochen wurden. Die Sechstklässlerinnen und Sechstklässler waren ausgesprochen neugierig; viele offene Fragen konnten die Schülerinnen und Schüler der Europa-AG klären.

Die nächste Veranstaltung am JEG zum Thema Europa findet bereits am 23. Mai statt. Dann empfängt die Europa-AG den Wahlkreisabgeordneten für Main-Spessart, MdB Alexander Hoffmann, zu einem Gespräch.

Carolan, Giloj

„Big Challenge“ am JEG

189 Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen stellten sich am 5. Mai der BIG CHALLENGE – einem landesweiten Englischwettbewerb in dem sie ihr Können in 45 spannenden Fragen und Aufgaben unter Beweis stellen durften. Nun heißt es warten und Daumen drücken, wie viele der attraktiven Preise den Weg an unsere Schule finden werden! Die Preisverleihung im Juli wird von unseren TeilnehmerInnen aus der Unterstufe schon gespannt erwartet!

Walz/Wulff