Doppelte Premiere bei Abiturfeier am JEG

Am 26. Juni fand die feierliche Verabschiedung der Abiturientinnen und Abiturienten des Julius-Echter-Gymnasiums statt – und konnte gleich mit zwei Neuheiten aufwarten: Zum einen war es der erste Abiturjahrgang des neuen neunjährigen Gymnasiums, zum anderen fand die Überreichung der Zeugnisse nicht in der Aula der Schule statt, sondern wegen der Rekordhitze in der Untermainhalle. Traditionell hatten die Abiturientinnen und Abiturienten ihren besonderen Tag zuvor in der Elsenfelder Christkönigskirche mit einer ökumenischen Andacht begonnen, bei der sich die Religionslehrerinnen kreativ und hintersinnig dem diesjährigen Abiturmotto „Abicolada – 9 Jahre mitgemischt“ annäherten.
In der Untermainhalle dann die Fortsetzung mit der Begrüßung durch die beiden Abiturientinnen Lea Bachmann und Lilli Elzenheimer. Sie stimmten ihre Mitschülerinnen und Mitschüler auf einen „Sommer voller Reisen und Abenteuer“ ein, erinnerten aber auch an vergangene kritische Momente, wie das Homeschooling während der Coronapandemie. Ein besonderer Dank für ihre Unterstützung galt den Eltern und Lehrkräften. Nun könne man, voller Stolz auf das Erreichte, mit „großen Schritten“ durchs Leben gehen; nach neun Jahren des Mitmischens sei es nun an der Zeit, aufzubrechen.
Landrat Björn Bartels überbrachte die Glückwünsche des Landkreises zum bestandenen Abitur. Dieses sei ein gutes Fundament für den weiteren Lebensweg, der nicht nur aus Plänen und Pflichten bestünde; Bartels gab zu bedenken, dass es auch des richtigen Moments bedürfe, um entscheidende Weichenstellungen im Leben erfolgreich zu absolvieren.
Auch Elsenfelds Bürgermeister Kai Hohmann sprach dem Jahrgang seine Anerkennung aus. Dieser sei nicht nur der „heißeste“ gewesen, so Hohmann augenzwinkernd angesichts von 40 Grad Außentemperatur, sondern auch derjenige, der den technologischen Wandel in Form der Künstlichen Intelligenz erstmals zu spüren bekam. Seine Botschaft: „KI fühlt nicht, ihr schon.“ Unsere Zeit sei besonders auf diese menschliche Intelligenz angewiesen.
Mit einer berühmten Maxime wandte sich sodann Joachim Oberle vom Freundeskreis des JEG an die Abiturienten: „Sapere aude!“ Das Zitat des Philosophen Emmanuel Kant drückt für ihn aus, worauf es ankommt, nämlich darauf, den eigenen Verstand zu gebrauchen, um in schwierigen Zeiten nicht vom Weg abzukommen.
Marion Lebold, Vorsitzende des Elternbeirats, griff in ihrer Rede das Abiturmotto auf: Kein guter Cocktail ohne die richtigen Zutaten; übertragen auf die Abiturienten seien dies die vielen Erfahrungen, die sie am JEG gemacht hätten. Zum Schluss erinnerte Lebold daran, dass das „Mitmischen“ nie aufhöre.
„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ Mit diesem Zitat von Hermann Hesse leitete Schulleiterin Petra Hein ihre Ansprache ein. Um für diesen Neuanfang nach der Reifeprüfung gewappnet zu sein, hatte Hein zwei Dinge mitgebracht: Ein Abi T-Shirt und einen kleinen Koffer. Das T-Shirt symbolisiere die Zeit am JEG, die nun unwiderruflich vorbei ist. Der Koffer signalisiert: „Ich bin bereit, dich dorthin zu begleiten, wo du noch nicht warst. Aber du musst entscheiden, was mitkommt. Leere Fächer füllen sich nicht von allein.“ Somit stehen die beiden Utensilien für Vergangenheit und Zukunft des Abiturjahrgangs – und nicht zuletzt für die Verantwortung, die jeder zu tragen habe.
Musikalische Beiträge von Emma Ballmann (Klavier und Gesang), dem Vokalensemble der Q13 sowie von Angelina Hötzel und Felicia Scherf (Gesang) umrahmten stimmungsvoll die Veranstaltung.
Nach der feierlichen Zeugnisübergabe durch Landrat und Schulleiterin fand im Bürgerzentrum Elsenfeld der Abend bei Musik, Cocktails und Tanz seinen heißen Abschluss.
Thum






