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Wir haben sehr wohl alle Tassen im Schrank!

31. März. 2025

Demokratieerziehung mit den „Omas gegen Rechts“

In weißer Warnweste und mit dem Teppichklopfer in der Hand steht eine Oma vor der Tafel der Klasse 10B des Julius-Echter-Gymnasiums. Ein seltener Anblick. Karin Pavlicek wirkt engagiert und dynamisch. Sie strahlt und freut sich auf die Gesprächsrunde mit den Schülerinnen und Schülern, die sich in den letzten Stunden des Politikunterrichts mit Interessenverbänden und Protestkultur auseinandergesetzt haben. Zusammen mit ihrer Kollegin Susanne Stasunik stellt sie die seit 2017 bestehende zivilgesellschaftliche Initiative „Omas gegen Rechts“ vor, erläutert ihr Engagement und ihre politischen Forderungen. Die stetig wachsende Vereinigung setzt sich aktiv gegen Rechtsextremismus, Rassismus und demokratiefeindliche Tendenzen ein und nutzt Protestformen als wichtiges Mittel der politischen Teilhabe.

Im Rahmen einer offenen Gesprächsrunde informieren die beiden Vertreterinnen der Miltenberger „Omas gegen Rechts“ die Schülerinnen und Schüler am JEG über ihre Ziele, Motive und Forderungen. Sie berichteten von ihren Aktionen, Demonstrationen und ihrem Einsatz für eine lebendige Demokratie. Dabei werden sie auch nach Begegnungen mit Drohungen, Hass und Hetze gefragt, die ihnen in ihrer Arbeit begegnen. Die Omas freuen sich über die interessierten, aber auch kritischen Fragen der Jugendlichen und beantworten sie offen und ehrlich – auch dass es nach der Bundestagswahl nun um eine Neuausrichtung des Engagements gehe. Ein humorvolles Highlight des Gesprächs ist die Erwähnung der Aktion „Tassen für Friedrich Merz“, die als Symbol für kreative Protestformen dient und die Bedeutung von Meinungsfreiheit unterstreicht. Aber auch die Teilnahme am Christopher Street Day zeigt das vielfältige Engagement und den Einsatz für eine offene, tolerante Gesellschaft der Omas.

Am spannendsten ist sicherlich die Frage, weshalb man sich im Alter so engagiert, im Gegensatz zu vielen jungen Menschen, um deren Zukunft es doch gehe. „Uns ging und geht es gut“, ist die so einfache und doch schwergewichtige Antwort. Obwohl beide Frauen in ihrem Leben soziale und gesellschaftliche Herausforderungen erlebten, betonen sie, dass gerade die soziale Unterstützung und das freie Reisen und die Möglichkeit, sich frei äußern zu können, ihr Leben geprägt und wertvoll gemacht habe. Dies gewährleiste nur eine Demokratie! Wir möchten, dass ihr, dass unsere Kinder und unsere Enkelkinder es genauso gut haben, so das starke Statement der Omas gegen Rechts.

Pfefferer