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Autor: Chris Ziegler

Oberstufe: Romfahrt

Aufgrund des fremdsprachenorientierten Schulprofils des JEG organisiert die Fachschaft Latein regelmäßig Exkursionen in der Region, z.B. ins Römermuseum in Obernburg, ins Pompejanum in Aschaffenburg oder in den Rokokogarten in Veitshöchheim. Die Schülerinnen und Schüler vertiefen auf diesem Wege die Kenntnisse, die sie während des Lateinunterrichts erlangt haben. Zudem erhalten sie einen Einblick in das Fortwirken der lateinischen Sprache und der römischen Kultur. Dadurch wird die Antike für die Schüler konkret erfahrbar.

Für die älteren Schüler bietet sich dafür eine Fahrt nach Rom ganz besonders an: Gerade im Zentrum des ehemaligen Römischen Reiches wird die Antike so lebendig und hautnah erfahrbar, wie nirgendwo anders. Die siebentägige Fahrt findet alle 2 Jahre Anfang Oktober für ca. 30 Schülerinnen und Schüler statt, die Latein in der Oberstufe belegen. Wir bieten damit den Schülerinnen und Schülern, die so viele Jahre Latein in der Schule gelernt haben, die Möglichkeit, einen Eindruck von dieser faszinierenden Stadt zu erhalten und ihre Kenntnisse praktisch vor Ort anzuwenden.

Als Highlights besichtigen wir z.B. das Kolosseum, das Forum Romanum, das Pantheon, die Katakomben, die römische Thermen und viele weitere antike Bauwerke, die zum großen Teil auch im Unterricht behandelt wurden. Ein Augenmerk wird aber auch auf andere Sehenswürdigkeiten und natürlich das christliche Rom gerichtet, z.B. anhand des Vatikans, in dem Latein immer noch gesprochen und geschrieben wird, und insbesondere durch einen Besuch des Petersdoms.

Frankreichaustausch mit dem Collège Sainte-Thérèse in Saint-Pierre-en-Auge

Seit dem Jahr 2009, in dem es Frau OStDin Hein gelang, dank ihrer Heimatgemeinde Kleinwallstadt den Kontakt zum Collège Sainte-Thérèse in Saint-Pierre-en-Auge, der Partnergemeinde von Kleinwallstadt, herzustellen, gibt es einen alle zwei Jahre im März im Wechsel mit dem England-Gruppenaustausch stattfindenden Schüleraustausch für die 9. Jahrgangsstufe, an dem ungefähr 20 Jugendliche teilnehmen können.

Diese Austauschmaßnahme wurde zunächst von Frau Hein und Herrn Trosbach betreut, nach dem Wechsel von Frau Hein in die Schulleitung dann von Herrn Trosbach und Frau Dr. Wagner. Auf französischer Seite sorgt Frau Delphine Baudry seit vielen Jahren für einen reibungslosen Ablauf der Austauschfahrten. Ein besonderes „highlight“ war der Austausch 2015, als Frau Hein, Frau Baudry und Herr Trosbach zum Thema „70 Jahre Ende des 2. Weltkriegs“ einen Themenaustausch mit speziellen Museumsbesuchen, Führungen und Workshops (u.a. im Mémorial-Museum in Caen bzw. in Würzburg) sowie ein gemeinsames Kunstprojekt organisierten.


Bezuschusst wird die gesamte Austauschmaßnahme vom Bezirk Unterfranken, dem Deutsch-Französischen Jugendwerk und der Gemeinde Kleinwallstadt. Auf dem Programm in Frankreich stehen in der Regel eine Führung durch die Partnerschule und der Besuch des Unterrichts, eine Besichtigung von Saint-Pierre samt der berühmten Abteikirche, außerdem eine Fahrt an die normannische Küste zu den Landungsstränden der Alliierten samt einem geführten Besuch des D-Day-Museums in Arromanches. Ein absoluter Höhepunkt ist ohne Zweifel die Fahrt zum Weltkulturerbe Mont Saint-Michel, bei der die deutschen Jugendlichen die Gelegenheit bekommen, die wunderbare gotische Abteikirche mit ihrem berühmten Kloster sowie den eindrucksvollen Markt des kleinen normannischen Städtchens kennenzulernen.

Außerdem steht immer auch ein Besuch der Käserei Graindorge auf dem Programm, der den Schülerinnen und Schülern des JEG die Normandie als „pays des vaches et du fromage“ näherbringt, auch in Form einer kleinen „dégustation“ der berühmten prämierten AOC-Käse. Am Ende einer sehr intensiven Woche voller neuer Eindrücke und gemeinsamer Erfahrungen organisiert das französische Partnerschaftskomitee traditionell ein Abschiedsfest mit Pizza und von den Gasteltern zubereiteten normannischen Spezialitäten, das immer einen sehr gelungenen Abschluss darstellt.

Der Gegenbesuch der französischen Gäste findet normalerweise im April oder Mai statt und bietet ebenso viele interessante neue interkulturelle Erfahrungen. Besonders wertvoll ist in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass der Markt Kleinwallstadt als Partnergemeinde von Saint-Pierre-en-Auge diese Austauschmaßnahme finanziell mit unterstützt und der Bürgermeister der Marktgemeinde es sich jedes Mal nicht nehmen lässt, beim Empfang der französischen Gäste diese persönlich am JEG zu begrüßen. Dafür den herzlichen Dank der ganzen Fachschaft Französisch!

Was das Programm in Deutschland betrifft, so lernen die jungen Franzosen und Französinnen die Schule bei einer unterhaltsamen Schulrallye kennen und nehmen natürlich am Unterricht ihrer Gastschüler und –schülerinnen teil. Gemeinsame Ausflüge nach Frankfurt sowie nach Miltenberg (Besuch der Brauerei Faust), Würzburg (Besuch der Festung Marienberg bzw. der Residenz) und nach Aschaffenburg (Führung im Pompejanum) sind weitere Highlights der Woche in Bayern. 

Ein gemeinsamer Bowlingabend in Obernburg trägt ebenfalls dazu bei, die neu geschlossenen Freundschaften in geselliger Runde zu vertiefen. Am wichtigsten aber für die Jugendlichen sowohl in Frankreich als auch in Deutschland ist die Gelegenheit, Einblicke in das Familienleben im Gastland zu nehmen und den Alltag dort hautnah mitzuerleben. So bauen sich vielleicht auch langfristige Kontakte auf, die gerade in der derzeitigen Situation der Europäischen Union besonders wichtig erscheinen! Das ist es nämlich, was der berühmte französische Dichter Charles Baudelaire mit „Voyager – c’est partir pour partir“ meinte: ein anderes Land zu bereisen, um gleichzeitig innerlich zu neuen Horizonten aufzubrechen!

Ein besonderes Dankeschön geht deshalb auch immer an den Bezirk Unterfranken, der beide Austauschmaßnahmen finanziell fördert.

Frankreichaustausch über das Brigitte-Sauzay-Programm

Im Rahmen des Brigitte-Sauzay-Programms, benannt nach der Dolmetscherin von François Mitterrand und Beraterin des ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder, können Schülerinnen und Schüler aus Deutschland und Frankreich drei Monate im jeweils anderen Land verbringen und zusammen mit ihrer Austauschpartnerin bzw. ihrem Austauschpartner die Schule besuchen.

Das Programm beruht auf Gegenseitigkeit, wobei die Teilnehmenden ihren Aufenthalt nicht gleichzeitig, sondern nacheinander absolvieren. Auf diese Art können sie sich gegenseitig ihre Kultur und Lebensart nahe bringen. Die Schülerinnen und Schüler entdecken dabei ihr Nachbarland sowie ein anderes Schulsystem, sammeln damit interkulturelle Erfahrungen, gewinnen an Eigenständigkeit und verbessern ihre Kenntnisse in der Partnersprache.

Die Regeldauer des Aufenthalts liegt bei drei Monaten, wobei mindestens 6 Wochen lang die Schule besucht werden muss. Organisation wie auch Terminvereinbarungen liegen in der Verantwortung der beiden Austauschfamilien, wobei das JEG bei der Vermittlung von Austauschpartnerinnen bzw. – partnern wie auch bei der Organisation behilflich ist. Der Aufenthalt wird finanziell vom deutsch-französischen Jugendwerk (DFJW) mit einem pauschalen Fahrtkostenzuschuss unterstützt. Ansprechpartnerin ist Frau Hirdina.

Das beigefügte Foto mit ehemaligen Sauzay-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern des JEG hat inzwischen zeitgeschichtliche Bedeutung erlangt, da es in einem in Frankreich verwendeten Deutschlehrbuch veröffentlicht ist. Hoffen wir, dass künftig noch viele unserer Schülerinnen und Schüler diese wertvolle Austauscherfahrung machen können!

Lesung Bernhard Setzwein (2020)

„Meine Bücher sind Geschichtenspeicher“

Der Autor Bernhard Setzwein bespricht mit Schülern des JEG seinen Roman „Die grüne Jungfer“.

Ein weiteres Mal war der renommierte Schriftsteller Bernhard Setzwein ‑ bekannt für seine Romane „Der böhmische Samurai“ und „Nicht kalt genug“ ‑ in der Aula des Julius-Echter-Gymnasiums im Rahmen des „Literarischen Quartetts“, eines Projekts der Fachschaft Deutsch, zu Gast. Vier Schüler der zehnten Klassen, die stellvertretend für die Jahrgangsstufe als Kritiker ausgewählt worden waren, besprachen am 19. Februar untereinander sowie gemeinsam mit dem Autor den zuvor gelesenen Roman „Die grüne Jungfer“.

Dieser 2003 veröffentlichte Roman, der erste Teil einer Trilogie, handelt von dem böhmischen Ort Hlavanice, welcher nach 40 Jahren durch die Ereignisse des Herbstes 1989, dem „Fall des Eisernen Vorhangs“, wieder zum „Mittelpunkt Europas“ wird. Die Handlung spielt an einem einzigen Tag, wird jedoch durch Rückblenden in die Vergangenheit ausgeweitet, wodurch die Historie Hlavanices ins Licht rückt: die Blütezeit des örtlichen Schlosses, Okkupationsjahre unter den Nationalsozialisten, die Deportation der Juden sowie die Vertreibung der Sudetendeutschen. Das Buch erzählt eine typisch mitteleuropäische Geschichte, in der die zahlreichen Akteure von immer neuen Schicksalsschlägen gebeutelt werden.

Nachdem die vier Schülerinnen und Schüler das Buch einfühlsam, manchmal allerdings auch kritisch rezensiert hatten, meldete sich nun der Autor zu Wort. Während der „Diskussionsrunde“ ging er sachlich auf die Aussagen der Zehntklässler ein und beantwortete verständlich deren Fragen. Setzwein informierte beispielsweise über die Wahl der Ortschaft und historischen Hintergründe in der „Grünen Jungfer“, was positiv zum Verständnis des Romans seitens der Schüler beitrug. Auf die Frage, wie er „auf solche Lebensgeschichten der einzelnen Charaktere“ gekommen sei, antwortete Setzwein, dass er zum Teil die Lebensgeschichten seiner Familie und Freunde habe einfließen lassen.

Anschließend gab der 59-Jährige den Schülern einen Einblick in den Alltag eines freiberuflichen Schriftstellers und Theaterautors, was ebenfalls auf großes Interesse stieß.

Alles in allem handelte es sich bei der Veranstaltung also keineswegs um eine, wie böse Zungen vielleicht skeptisch anmerken würden, langweilige, steife Autorenlesung, sondern um einen sehr angeregten und spannenden Austausch zwischen Schülern und Autor.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Bernhard Setzwein, der an diesem Vormittag so geduldig und offen mit den Fragen sowie dem ein oder anderen Kritikpunkt der Schüler bezüglich seines Buches „Die grüne Jungfer“ umging.

Am Schluss der Veranstaltung bedankte sich der Autor bei dem „Literaturquartett“ sowie allen Zuhörern für die inspirierende Diskussion und verabschiedete sich mit dem Hinweis auf ein mögliches erneutes Wiedersehen.

Hilde-Domin-Preis

Zum ersten Mal vergab die Fachschaft Deutsch des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld den Hilde-Domin-Preis. Aufgabe war, zum Thema „Zivilcourage“ einen Text zu verfassen. Den ersten Preis, einen Buchgutschein über 50 Euro, gewann die Schülerin Josefine Verführt aus der Klasse 8 A. Den zweiten Platz belegte Alissa Zankl (8 C); Dritte wurden mit einer Gemeinschaftsarbeit Eleni Katsavria, Sina Kunkel und Mia Press aus der Klasse 9 B. Für die Zweit- und Drittplatzierten gab es ebenfalls einen Buchgutschein in Höhe von 30 bzw. 15 Euro. Dass der Hilde-Domin-Preis in diesem Jahr überhaupt vergeben werden konnte, ist nicht zuletzt dem Freundeskreis des JEG zu verdanken, der sofort bereit war, das Vorhaben der Fachschaft Deutsch mit einer großzügigen Spende zu unterstützen. Herzlichen Dank an dieser Stelle!

Am Julius-Echter-Gymnasium gibt es einen Hilde-Domin-Saal. Aber wer war eigentlich Hilde Domin?

Hilde Domin (1909- 2006), war eine deutsche Schriftstellerin jüdischen Glaubens. Bekanntheit erlangte sie vor allem als Lyrikerin. Sie floh vor den Nazis ins Exil und kehrte erst 1961 dauerhaft nach Deutschland zurück. Dass Domin auch einige Male zu Lesungen ans JEG kam, ist Dr. Heinz Linduschka, langjährigem Deutschlehrer am JEG, zu verdanken, der den ersten Kontakt herstellte und auch für die Umbenennung des Mehrzweckraums im Erdgeschoß der Schule in „Hilde-Domin-Saal“ verantwortlich zeichnete. Damit sollte auch der überwiegend weiblichen Schülerschaft am JEG ein positives Rollenvorbild angeboten werden, wozu der Namenspatron unseres Gymnasiums, Fürstbischof Julius Echter, nur bedingt taugt.

Damit der Name Hilde Domin wieder einen Platz im Schulleben des JEG erhält, hatte die Fachschaft Deutsch im März die Schüler*innen der Mittelstufe zu einem Schreibwettbewerb eingeladen, der sich deutlich auf Domins Werk bezieht.

Domins „Postulat“, ihre Forderung, ist heute aktueller denn je.

Ich will einen Streifen Papier
so groß wie ich
ein Meter sechzig
darauf ein Gedicht
das schreit
sowie einer vorübergeht
schreit in schwarzen Buchstaben
das etwas Unmögliches verlangt
Zivilcourage zum Beispiel diesen Mut den kein Tier hat
Mit-Schmerz zum Beispiel
Solidarität statt Herde
Fremd-Worte
heimisch zu machen im Tun 

Mensch
Tier das Zivilcourage hat (…)

In diesem Jahr wurde Domins Gedicht „Postulat“, zum Anlass genommen, sich mit dem Thema „Zivilcourage“, auseinanderzusetzen. Dass diese Thema aktueller denn je ist, zeigt schon ein kurzer Blick in die Zeitung. Denn Mut im Alltag, um gegen gesellschaftliche Missstände vorzugehen und Benachteiligten aktiv zu helfen, ist auch ein Anliegen Domins; der Mensch ist eben ein „Tier das Zivilcourage hat“.

Ursprünglich sollte die Preisverleihung im April stattfinden, aber wegen der Schulschließung auf Grund der Covid-19-Pandemie musste das Datum weit nach hinten verschoben werden. Diese ist auch dafür verantwortlich, dass die Preisvergabe in eher bescheidenem Rahmen in Form einer Urkundenverleihung von statten ging, aber mehr war aufgrund der geltenden Hygienebestimmungen nicht möglich. Umso mehr freut sich die Fachschaft Deutsch über die vielen qualitativ hochwertigen Einsendungen, von denen die besten nachfolgend nachzulesen sind.