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Exkursion der Q11 zum Nürnberger Dokumentationszentrum „Reichsparteitagsgelände“

04. Apr. 2022

Wer schon einmal vor der Kongresshalle in Nürnberg stand, der weiß um die beeindruckende, geradezu erschlagende Größe dieses monumentalen Bauwerkes, das dem berühmten Colosseum stark ähnelt. Ursprünglich für Tagungen der NSDAP konzipiert, dient der 39 Meter hohe Koloss heute vor allem als Räumlichkeit für das dortige Museum samt Interimsausstellung „Nürnberg – Ort der Reichsparteitage“.

Um sich vor Ort selbst ein Bild von der nationalsozialistischen Macht, Gewalt und Größe zu machen, besuchte die Jahrgangsstufe Q11 des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld am 30.03.2022 das ehemalige Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Während der von den Lehrkräften geleiteten Führung über das Gelände zeigten sich die Schüler sichtlich schockiert über die Ausmaße der Monumentalarchitektur des Dritten Reiches: Exorbitante NS-Bauten wie das Zeppelinfeld, das um das Zwölffache größer als ein herkömmliches Fußballfeld ist, oder die „Große Straße“, bestehend aus 60. 000 massiven Granitplatten, zieren das um den Dutzendteich angelegte historische Areal. Kurz gesagt: Die „Faszination und Gewalt“ der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland finden sich zweifelsohne in den noch erhaltenen Bauwerken wieder. Trotzdem scheint über dem gesamten Gelände unentwegt die Frage zu schweben, was mit derartigen Überresten des NS-Zeit geschehen soll. Überreste, die der unentwegten Kriegspropaganda sowie den zahlreichen Masseninszenierungen, die damals elitären Sonderveranstaltungen glichen, gedenken. Heute gelten die Bauwerke jedoch vielmehr als historisch wertvolle Zeitzeugen inmitten der Stadt, die 1933-1938 das Zentrum der Macht der NS-Reichsparteitage war.

Rückblickend bot die Exkursion nach langwieriger Corona-Pause eine willkommene Abwechslung vom üblichen Schulalltag und ergänzte den Geschichtsunterricht obendrein durch Realbegegnungen mit architektonisch-historischen Zeugnissen. Sowohl Lehrer als auch Schüler zeigten sich neben einem Spaziergang an der frischen Luft besonders begeistert von dem hautnahen Blick in die nationale Vergangenheit Deutschlands. Überwältigt von den zahlreichen neuen Eindrücken und Erkenntnissen zum Thema Nationalsozialismus traten die Schüler und ihre Lehrkräfte schließlich die Heimfahrt an. Die Q11 bedankt sich zu guter Letzt bei den engagierten Lehrkräften der Fachschaft Geschichte unter Leitung von Herrn Schweizer, die für die Organisation und Leitung dieser interessanten, äußerst lehrreichen Exkursion verantwortlich waren.

Sabrina Ball

© Julius-Echter-Gymnasium Elsenfeld