Am Donnerstag, dem 27. Januar 2022, um 19.00 Uhr, findet ein Online-Informationsvortrag für interessierte Schüler/innen und Eltern zur neuen Einführungsklasse im Schuljahr 2022/2023 statt. Unter folgendem Link können Sie teilnehmen:
Wer mit offenen Augen durch unser Schulhaus läuft, dem dürfte nicht entgangen sein, dass seit vergangener Woche auffällig viele Schülerinnen und Schüler mit dunkelroten Kapuzenpullis unterwegs sind. Und wer noch genauer hinschaut, stellt fest, dass auf jedem Kleidungsstück das Kürzel „JEG“ zu finden ist. Denn nachdem uns im vergangenen Schuljahr Corona bei dem Projekt „Neue Schulkleidung“ einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte, konnte die SMV, gemeinsam mit ihren Verbindungslehrkräften Lone Wulff und Jan-Martin Matjak, endlich dieses Vorhaben realisieren. Passend zum Schuljubiläum 2022 gibt es gleich eine Sonderausgabe mit einem speziellen 50-Jahre-JEG-Logo aus der Werkstatt von Kreativkopf Bastian Kraus! Mit der Schulkleidung möchte die SMV dazu beitragen, die Identifikation mit dem JEG zu erhöhen und z. B. bei Schulveranstaltungen durch einen Look mit Wiedererkennungsfaktor präsent zu sein. Für das JEG als Fair Trade Schule ist es selbstverständlich, dass die Kleidung aus fairem Handel stammt und aus Bio-Baumwolle hergestellt ist.
Über 300 bestellte Teile
Doch bevor die ersehnten Pullis und T-Shirts in die Hände der glücklichen Käuferinnen und Käufer gelangen konnten, war eine lange Phase generalstabsmäßiger Planung vonnöten; wegen der Covid 19-Pandemie dauerte nicht nur die Auswahl des Angebots länger, weil sich Preise und Verfügbarkeit der Ware geändert hatten, sondern auch die Anprobe selbst war ein Problem, da hier die Hygienevorgaben penibel eingehalten werden mussten. Überraschend schnell und reibungslos ging dann die Verteilung der Kleidungsstücke am 14. und 15. Dezember über die Bühne. Die Mühe der SMV hat sich gelohnt: Mehr als 300 Bestellungen von insgesamt über 500 Teilen sind ein deutliches Indiz für die Identifikation der Schülerschaft mit „ihrem“ JEG.
„Muss man die ganze Welt retten, um den See vor der eigenen Haustüre zu retten?“
Online-Lesung des Autors John von Düffel zu seinem Roman „Der brennende See“. Eine Veranstaltung für die 12. Jahrgangsstufe des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld
Schonmal von dem „brennenden See“ gehört? Was sich nach Humbug anhört, existiert tatsächlich: Der Bellandur-See in Bangalore, Indien, sondert einen hoch entzündlichen Giftschaum ab, der durch ungefilterte Chemikalien, die von der Industrie in das Gewässer geleitet werden, entsteht. Die Folge: Der See „brennt“ an manchen Tagen. Für John von Düffel, erfolgreicher Schriftsteller, Theaterautor und Dramaturg, war besagtes Phänomen ein „wesentlicher Impuls“ für seinen 2020 veröffentlichten Roman „Der brennende See“, wie er in der Online-Lesung für die Jahrgangsstufe 12 des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld am 07.12.2021 verriet. Neben den zahlreichen Wetterberichten, die jedem einzelnen Kapitel vorangestellt sind, spielen auch die menschliche Abhängigkeit von Wasser, der Kampf für die Umwelt sowie das heikle Thema Erbe, mit dem die Hauptfigur Hannah nach dem Tod ihres Vaters konfrontiert wird, eine entscheidende Rolle. Dieser Roman ist eine interessante, lesenswerte Lektüre, die auch als Hommage an die vielfältigen Wassererlebnisse des Autors verstanden werden kann. Nicht zufällig finden sich hier ebenfalls Motive seines preisgekrönten Werks „Vom Wasser“ wieder. „Wasser ist ein poetisches Element, das zu einem Politikum geworden ist“, so von Düffel. Der Bellandur-See sei nur ein Beispiel dafür. Bezüglich Umwelt- und Klimaschutz rät von Düffel deshalb: „Statt die ganze Welt retten zu wollen, kann es auch der See vor der eigenen Haustür sein“. Die Veranstaltung diente trotz allem nicht nur dem Plädoyer für Klimaschutz, sondern bot vor allem Anlass zum persönlichen Gespräch zwischen Schülern und Autor. Das Literarische Quartett, das sich am JEG schon einer langen Tradition erfreut, tauschte sich mit John von Düffel nach der Lesung einer ersten Romanpassage über ihre Eindrücke aus. Auf die Frage, ob es eine Fortsetzung von „Der brennende See“ gebe, erwiderte der Autor schmunzelnd, dass ein zweiter Teil, wenn auch eher unwahrscheinlich, dennoch „nicht ausgeschlossen“ sei. Das Fazit am Ende der kurzweiligen Lesung: Neben vielen aufschlussreichen Einblicken in das Leben eines Schriftstellers konnten sich die Zuhörenden mit dem Autor auch über aktuelle klimapolitische Themen wie „Fridays for Future“ austauschen. Ein herzliches Dankeschön an John von Düffel für sein Bestreben, alle Fragen der Schülerinnen und Schüler stets geduldig, freundlich und ehrlich zu beantworten. Ihm selbst hat die Lesung offensichtlich auch Spaß gemacht, wie er in einer Email an die Veranstalter verriet: „Das JEG Elsenfeld wird seinem guten Ruf als literaturoffene und dialogbereite Schule auch unter Corona-Bedingungen mehr als gerecht: Von der Schulleitung über das engagierte Kollegium bis hin zu den Schülerinnen und Schülern mit ihren Leseeindrücken, kritischen und klugen Fragen hat es sich auch im digitalen Format niemand nehmen lassen, der Literatur auf die Spur zu kommen. Mehr Dialog geht kaum von Kachel zu Kachel. Es war eine der gelungensten und muntersten Digitallesungen überhaupt. Herzlichen Dank dafür!“
Und wer weiß, vielleicht kann beim nächsten Wiedersehen schon „Der brennende See, Teil 2“ besprochen werden …?
Der britische Fantasy-Autor Terry Pratchett (1948-2015) ist für seinen humorvollen Blick auf die Welt bekannt. In seinen Büchern kommen Abenteuer nicht zu kurz und über diese äußerte er sich wie folgt: „Abenteuer! Die Leute reden davon, als sei es etwas Erstrebenswertes, doch in Wirklichkeit ist es ein Synonym für schlechtes Essen, wenig Schlaf und sonderbare Personen, die ständig versuchen, einem spitze Dinge in den Leib zu stecken.“ Und Abenteuern widmeten sich auch die Protagonist*innen der Bücher, die es ins Finale des JEG-Vorlesewettbewerbs am 6.12.2021 geschafft hatten: Lily Kraske (6A) ging mit „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ ins Gefängnis, Finn Marquart (6B) begleitete in „Galactic Gamers – Der Quantenkristall“ den Protagonisten auf einen anderen Planeten, Linus Rothermich (6C) verlieh dem Sams in der Schule eine Stimme und Rosa Hegmann (6D) ließ ein Vater-Tochter-Gespräch mit den wohl typischen Problemen aus „Emma und das vergessene Buch“ präsent werden. Danach durften alle Teilnehmer*innen „Rennschwein Rudi Rüssel“ auf der Suche nach einem neuen Zuhause begleiten. In einem spannenden und knappen Finale konnte sich Lily Kraske durchsetzen und erhielt einen Buchgutschein, alle anderen Teilnehmer*innen bekamen neben den Urkunden als Klassensieger*in ebenfalls einen fair gehandelten Schokonikolaus in Anwesenheit von Schulleiterin OStDin Petra Hein überreicht. Vielen Dank an alle Teilnehmer*innen für ihre Bereitschaft, auch in den schwierigen Pandemiezeiten ihre Begeisterung für das Lesen hochzuhalten! Denn Terry Pratchett sagte: „Die Menschen machen das Leben so interessant. Sie haben es geschafft in einem Universum voller Wunder die Langeweile zu erfinden.“ Dieser Langeweile kann man aber trotz aller oben genannten Unannehmlichkeiten am besten durch ein Abenteuer in einem guten Buch entkommen…