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Berufsorientierung für die 9. Klassen im Fach W/R

27. Mrz. 2022

„Was willst du werden, wenn du mal groß bist?“ Mit dieser Frage sehen sich Schülerinnen und Schüler meist ungern konfrontiert. Denn im Schutzraum Schule lässt sich der Ernst des Lebens trefflich ausblenden. Was liegt da näher, als das Leben in den Unterricht zu holen? So geschehen am Julius-Echter-Gymnasium Elsenfeld. Dort besuchten an vier Terminen im Februar und März 2022 sieben Absolventinnen und Absolventen des JEGs die 9. Jahrgangsstufe im Rahmen des Fachs Wirtschaft und Recht. Organisiert wurde die Veranstaltung von Lehrerin Ute Vogel als Teil des Projekts „Talente aus dem JEG“ anlässlich des 50jährigen Schuljubiläums.

Die Herausforderungen am Übergang vom Gymnasium in den Beruf sind aktuell größer denn je. Auf der einen Seite steht die Vielfalt an möglichen Ausbildungs- und Studienangeboten, auf der anderen Seite stehen junge Menschen mit ihren jeweiligen Talenten und Vorlieben. Beides muss miteinander abgeglichen und möglichst in Einklang gebracht werden. Dieser Abgleich erfolgt in einem mehrjährigen Prozess, beginnend ab Jahrgangsstufe 9, im Rahmen eines im Lehrplan verankerten Moduls zur beruflichen Orientierung. In einer ersten Phase sollen die Schülerinnen und Schüler sich ihrer eigenen Neigungen und Fähigkeiten bewusst werden und mit den Möglichkeiten der Berufswelt vergleichen. Dabei lernen sie, unterschiedliche Informations- und Beratungsangebote zielgerichtet auszuwerten. In einer eher praxisorientieren zweiten Phase des Moduls stehen ein Bewerbungstraining sowie die Durchführung eines Einstellungstests auf dem Programm.

Zum Abschluss des Moduls konnten sieben ehemalige Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Projekts „Talente aus dem JEG“ dafür gewonnen werden, über ihren eigene Berufs- und Studienwahlprozess zu berichten. Live oder über die schuleigene Videoplattform besuchten sie ihre „alte“ Schule, um den Unterricht für die Neuntklässler mit interessanten Präsentationen über ihre eigenen Studiengänge zu bereichern.

Leon Schreiber wollte in der neunten Klasse noch Philosoph werden und war sich sicher, dass er nie etwas studieren würde, wofür man Mathe braucht. Heute studiert er nach einer Ausbildung zum Fachinformatiker Medieninformatik in Berlin. Beeindruckend war auch der Vortrag von Bastian Jung, der mit dem TV Großwallstadt als Arbeitgeber dual studiert und damit hautnah für und mit der ersten Handball-Mannschaft des TVG arbeitet. Schülernah informierte Steffi Leikam, die bereits kurz vor ihrem Staatsexamen steht, über das Medizinstudium und räumte mit einigen gängigen Vorurteilen bezüglich ihres Studiengangs auf. Ebenfalls kurz vor dem ersten Staatsexamen steht Konstantin Hirdina, allerdings nicht in Medizin, sondern in Jura. Er studiert in München und absolvierte ein Auslandsjahr in Frankreich. Einen außergewöhnlichen und sehr abwechslungsreichen Weg stellte Ann-Sophie Stripp vor, die ein duales Studium im gehobenen auswärtigen Dienst im Bundesaußenministerium absolviert. Noch ganz am Anfang ihres Studiums in Hamburg steht Dara Stahl, wo sie den Studiengang Sozialökonomie gewählt hat.

Auch Christine Löbel, als Berufs- und Studienberaterin vom BiZ Aschaffenburg ebenfalls beim Modul Berufsorientierung dabei, war vom Besuch der ehemaligen JEGler ganz angetan. Spontan regte sie an, dieses Konzept in den nächsten Jahren fortzuführen. Wird gemacht!

Thum/Vogel