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Überall im JEG steckt Erasmus!

24. Juli 2026

Seit 2023 nimmt das JEG als vollakkreditierte Einrichtung an Erasmus Plus teil. Das Programm wird immer selbstverständlicher Teil des Schullebens und alle Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte profitieren zunehmend vom europäischen Motto „enriching lives, opening minds“.

Den Auftakt der von Erasmus Plus geförderten Aktivitäten bildete im Oktober die Reise von unserer Schulleiterin Frau Hein und dem Datenschutzbeauftragten Herrn Beck zum „Job-Shadowing“ an der im vergangenen Jahr neu gewonnenen Partnerschule in Oslo. Zwei Tage konnten die beiden den norwegischen Kollegen über die Schulter schauen und das persönliche Kennenlernen und damit das Verhältnis zwischen dem JEG und der Dønski Videregående Skole auch auf Schulleitungs-Ebene vertiefen. Ein besonderes Augenmerk legten beide auf das Thema Digitalisierung und Datenschutz und konnten viele neue Erkenntnisse gewinnen. Volker Beck fasst dies in seinem Erfahrungsbericht wie folgt zusammen:

„Norwegen ist Deutschland bei der Digitalisierung weit voraus, wie man auch im Alltag außerhalb der Schule sieht. Für das digitale Lernen haben die dortigen Schulen gute Voraussetzungen geschaffen, insbesondere in der IT-Infrastruktur, beim für Wartung und Betreuung zuständigen Personal und bei der 1:1-Ausstattung ab der 1. Klasse, Lehrerdienstgerät, Diensthandy und eigener Arbeitsplatz (in der Regel in Sechser-Büros) für jede Lehrkraft mit inbegriffen. Die Selbstverständlichkeit, mit der Schüler im Unterricht mit digitalen Arbeitsformen und Inhalten umgehen, zeigt, dass es von klein auf fest in den Schulalltag verankert ist.

Digitales Lernen eröffnet ehemals unvorstellbare Möglichkeiten zur Individualisierung und Differenzierung im Unterricht, automatisierte Vorgänge können dabei auch den Vor- und Nachbereitungsaufwand begrenzen. Digitale Methoden und Inhalte sind aber kein Selbstläufer, die Qualität und damit der Erfolg von Unterricht hängt auch im 21. Jahrhundert stark von der Präsenz und vom Engagement der Lehrkraft ab.

Themen wie Einschränkungen wegen Datenschutz und -sicherheit sind universell, ihre Bewertung ist in den verschiedenen Ländern trotzdem teilweise gegensätzlich. Schulen haben keine andere Wahl als mit den ihnen dadurch gegebenen Möglichkeiten und gesetzten Schranken umzugehen und das Beste daraus zu machen.

Darüber hinaus bleibt als Ergebnis dieses inhaltlich lehrreichen Kurzaufenthalts in Norwegen die Einsicht, dass es auch persönlich eine sehr wertvolle Erfahrung war, im interkulturellen Austausch die Arbeitswelt von Lehrkräften in Norwegen aus nächster Nähe erleben zu dürfen und aus den dabei kennengelernten guten Seiten der dortigen Schule den Ansporn mitzunehmen, die Entwicklung der eigenen Schule in diese Richtung voranzutreiben. Gleichzeitig bleibt aber auch aus den direkt miterlebten weniger guten Seiten des norwegischen Schulalltags die Einsicht, dass viele Selbstverständlichkeiten am JEG tatsächlich wertvoll sind und in der weiteren Schulentwicklung bewahrt werden sollten. Dazu gehört insbesondere das respektvolle Miteinander innerhalb der ganzen Schulfamilie sowohl im Unterricht als auch in den Pausen.“

Zu einem weiteren „Job-Shadowing“ brachen Herr Gehring und Frau Vogt in den Pfingstferien nach Norwegen auf. Da die Partnerschule in Oslo sich sehr stark in der Sportförderung profiliert, legten die beiden Lehrkräfte den Fokus auf Sport- und Gesundheitserziehung und machten ebenso wertvolle Erfahrungen.

Die zweite Runde des Norwegen-Schüleraustauschs mit Teilnehmenden der Q12 verlief dieses Schuljahr unter der Regie von Frau Zimmermann und Herrn Wagner als voller Erfolg. Das gemeinsam erarbeitete Projekt war reich an Themen und Ideen. Neben der Erkundung der Umgebung (Oslo, Frankfurt, Würzburg, Elsenfeld…) wurden der Umgang mit Fremdenfeindlichkeit und mit Stereotypen, der Vergleich von Sitten und Gepflogenheiten beider Länder und nicht zuletzt das Ausüben landestypischer Freizeitaktivitäten fokussiert und in Präsentationen festgehalten. Der gemeinsame Abschlussabend beim Gegenbesuch am JEG erzählte von einem  munteren Miteinander. Die Schülerinnen und Schüler haben in den zwei Wochen in Norwegen und Deutschland eindrucksvoll bewiesen, wie gut sie trotz teilweise großer Unterschiede zusammenarbeiten können und haben ansprechende Präsentationen voller spannender Erkenntnisse erstellt. Nicht zuletzt das gemeinsame Kochen öffnete die Sinne für das Neue und Andere.

Barbate in der Nähe von Cádiz ist schon eine Institution am JEG – der Schüleraustausch der Spanischlernenden der 10. Jahrgangsstufe mit der Partnerschule I.E.S Vicente Aleixandre in Andalusien ist für viele ein Höhepunkt der Schullaufbahn. Der Besuch der Spanier im Januar stand diesmal im Zeichen des Winters und Schneefalls – ein für die Südeuropäer wahrlich magisches Erlebnis. Einmal mehr staunten die Andalusier über die Ruhe im Unterricht und brachten in das Leben am JEG die ihnen so eigene Spontaneität ein. In Andalusien arbeiteten die Schülerinnen und Schüler dann in Begleitung von Frau Hanl und Frau Ebert an einem Projekt zur Inklusion, das sich anbot, da die Partnerschule auch eine Förderschule auf ihrem Campus integriert. So wurde nicht nur Spanisch gelernt, sondern ganz im Sinne von Erasmus auch der Blick auf Vielfalt und Inklusion gelenkt. Da die Partnerschule in Spanien in ihrem Land nicht von Erasmus-Geldern profitiert, müssen die andalusischen Eltern die Reise nach Deutschland immer selbst privat finanzieren. Drücken wir den spanischen KollegInnen die Daumen, dass auch sie bald eine zuverlässigere Finanzierungsquelle für das gemeinsame Projekt finden, so dass diese schöne Tradition auch in Zukunft weitergelebt werden kann.

Doch nicht nur die Reisen ins europäische Ausland samt der mit den anderen Schulen erarbeiteten Projekte werden von Erasmus vollständig finanziert. Für das JEG sind auch die Mittel äußerst wertvoll, die bei den Reisen nicht ausgegeben werden und dann für andere Vorhaben zur Verfügung stehen. So konnten wir aus Restgeldern der Antragsrunde 24/25 die Studienfahrten der Q13 nach Kopenhagen und Süd-England großzügig mit 200€ pro Teilnehmenden unterstützen. Einzelne Unternehmungen des England-Austauschs beim Besuch in Deutschland wurden finanziert. Die Robotics-AG profitiert von einem neuen Baukasten, die Schülerbibliothek wurde aufgestockt, für den Makerspace wurde Material gekauft, Lehr- und Übungsbücher für das Cambridge Advanced Certificate wurden angeschafft und von der SMV wurden Schulkleidung und Socken für Gastgeschenke erworben.

So kann man ohne zu übertreiben das Fazit ziehen:

Überall im JEG steckt Erasmus!

Engelbrecht