Wenn man erkennt, dass Worte mehr als Buchstaben sein können

Lena Theobald stellt ihren Erzählband „Sternschnuppen“ vor
Eine besondere Begegnung durften die Schülerinnen und Schüler der 11C am 25.03.2026 erleben: Drei Jahre nach ihrem Abitur am JEG kehrte Lena Theobald auf Einladung ihres ehemaligen Deutschlehrers Joachim Schweizer an ihre alte Schule zurück, um aus ihrem ersten Erzählband „Sternschnuppen“ zu lesen und mit der Klasse über unterschiedliche Facetten der Auseinandersetzung mit Literatur ins Gespräch zu kommen.
Lena Theobalds Erstlingswerk versammelt eine Reihe von Briefen, die sich auf sehr unterschiedliche Weise mit den großen Themen des Lebens auseinandersetzen. In poetischer und zugleich zugänglicher Sprache schreibt die Autorin über Freude, Familie und Glück, aber auch über Schmerz, Einsamkeit und den Tod. Es sind Briefe über den Lauf des Lebens – gerichtet an eine kleine Sternschnuppe. Gemeinsam entfalten sie eine zusammenhängende Geschichte über Erinnerungen, Sehnsucht und eine Liebe, die über Zeit und Entfernung hinaus Bestand hat.
Im Verlauf der Lesung stellte Lena Theobald ausgewählte Passagen ihres Werkes vor. Hervorzuheben ist hierbei die eindrucksvolle Art, mit der die Autorin ihre Texte vortrug. Mit ruhiger Stimme, spürbarer Sensibilität für Sprache und einem feinen Gespür für die Stimmung ihrer Worte gelang es ihr, die Atmosphäre ihrer Briefe lebendig werden zu lassen. Besonders eindrucksvoll war eine Textstelle, die anschließend gemeinsam mit der Klasse exemplarisch erschlossen wurde. Dabei wurde deutlich, wie vielschichtig und komplex die Autorin ihren Text konzipiert und wie stark sie mit Bildern und Symbolen gearbeitet hat.
Anschließend verfassten die Schülerinnen und Schüler eigene kreative Texte zu einem Kapitel – mit bemerkenswertem Ergebnis: Viele der entstandenen Beiträge zeichneten sich durch sprachliche Gestaltungskraft und eine große emotionale Tiefe aus. Die einfühlsamen und reflektierten Auseinandersetzungen mit der Vorlage zeigten eindrucksvoll, wie intensiv sich die Klasse auf die literarische Arbeit eingelassen hatte.
Im folgenden Gespräch mit der Autorin entwickelte sich ein lebendiger Austausch. Die Klasse zeigte großes Interesse und stellte sowohl persönliche als auch allgemeine Fragen. So wollten die Schülerinnen und Schüler wissen, wie die Autorin zum Schreiben gekommen sei und wie ihr Jurastudium mit dem Verfassen so emotionaler und tiefgründiger Texte zusammenpasse. Die Offenheit der Autorin und die Neugier der Klasse führten zu einem Gespräch, das über den Unterricht hinausging und einen authentischen Einblick in kreative Prozesse und persönliche Motivation gab.
Zwei Schülerinnen der Klasse bringen ihre Eindrücke von der Lesung mit besonders treffenden Worten auf den Punkt: „Heute hat man gemerkt, dass Worte mehr sein können als nur Buchstaben – sie können Welten öffnen, Gedanken verändern und Spuren im Herzen hinterlassen. Danke für diese inspirierende Begegnung und die Einblicke in eine so besondere Geschichte.“
Schweizer