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Abi 2020

Mit Abstand die Besten

Es ist ein besonderer Jahrgang, der am 17. Juli verabschiedet wird – nicht mit Glanz und Glorie, wie die Absolventen es sich gewünscht haben, sondern mit Abstand. „Wir wären auch ohne Corona in die Geschichte des JEG eingegangen“, so die selbstbewussten Abiturienten in ihrer Rede. In der Tat handelt es sich um einen außergewöhnlichen Jahrgang, es sind die ersten Schüler, die sich bei Einführung der Mittelstufe Plus gegen die Mehrheit ihrer Mitschüler für das G8 entschieden haben und nun mit „Quereinsteigern“, die über die Einführungsklasse den Weg in die Oberstufe genommen haben, ihr Abiturzeugnis in Empfang nehmen. Zudem ist es ein sehr erfolgreicher Abiturjahrgang, der die Schule verlässt. Unter dem Motto „Die Goldenen Zwanziger“ wollten sie das mit einem „Abend voller Glanz und Stil“ feiern.

„Doch dann kam Corona“ dürfte der am häufigsten bemühte Satz der aufgrund der Pandemie fast intimen Feierstunde zur Zeugnisverleihung sein. Ihnen fehlen wichtige, liebe Menschen, so bestimme bei aller Freude auch Traurigkeit ihre Gefühle, so Katharina Kurz und Amira Sanli in ihrer Rede zu einem „Abitur unter Ausnahmezuständen“. Gemäß ihres Selbstbildes „mit Abstand die Besten“ machen die Absolventen zusammen mit der Schulfamilie aber „aus allem das Beste“. Mit Maske, Abstand und jeweils einer Begleitperson werden sie mit einem Hauch Gold feierlich in der Schulaula verabschiedet. Für abwesende Familienmitglieder und Lehrkräfte wird das Ereignis als Videostream übertragen.

Das „Luxuswunder“ der Verwandlung von Wasser zu Wein bei der Hochzeit zu Kanaan zeige, dass Feiern ein wichtiges Bedürfnis im Leben des Menschen sei. Es mag an Gesang mangeln, so Lone Wulff und Sebastian Tausch in einer kurzen Andacht, aber es gibt auch „spuckefreie“ Musikinstrumente, die die Veranstaltung in Form von Solo-Auftritten von Judith Brenner (Gitarre) und Isabella Xiao (Violine) glanzvoll untermalen. Im Spannungsfeld der mottostiftenden Goldenen Zwanziger und der Coronakrise wird ein Jahrgang gewürdigt, der die Krise nicht nur als Herausforderung, sondern durchaus als Chance sieht – und sehen soll, wie Schulleiterin Petra Hein sowie die Festredner betonen. Mit dem Wissen „lernen zu müssen, ohne zu wissen, ob die Prüfung überhaupt stattfindet“ haben die Schüler eine große Hürde genommen, zollt Petra Hein ihnen Respekt. Sie spannt den Bogen zu den 20ern des letzten Jahrhunderts, die Parallelen in einer „tiefen Verunsicherung, aber auch großen Fortschritten“ aufwiesen. „Schließt Freundschaft mit der Unsicherheit“, um Kreativität zu entwickeln, rät sie den Schulabgängern. „Nehmen Sie Ihr Studium ernst, aber nicht zu ernst. Auch Freude und Fröhlichkeit gehören zu einer erfolgreichen Ausbildung“, gab der Stellvertreter des Landrats Bernd Schötterl zu bedenken. Kai Hohmann, Bürgermeister des Marktes Elsenfeld, äußerte die Hoffnung, dass die Schüler gerade angesichts der gegenwärtigen Krise ihr Leben meistern, obwohl sie „keine Ahnung von Steuern, Mieten und Versicherungen“ hätten. Erst spät realisiere man, wie sehr die Schulzeit geprägt habe. Dieses besondere Band zu Schulzeit und Schulfamilie, das die Schüler in einer Fotoshow visualisieren, bittet Jörg Giegerich als Vertreter des Freundeskreises in einer erfrischend emotionalen Zaubershow nicht zu zerschneiden. Auf die Absolventen wartet kein Ball, aber ein kurzer Tanz mit ihren Kursleiterinnen Andrea Schneider und Susanne Pfefferer, die den Jahrgang mit einer humoristischen Schauspiel-Einlage im Stil der 1920er Jahre charakterisieren und ihnen ihre guten Wünsche für die Zukunft mit auf den Weg geben. Zwischen goldenen Ballons nehmen abschließend die Abiturientinnen und Abiturienten ihr Reifezeugnis entgegen, um ihre „Goldenden Zwanziger“ nun selbst zu gestalten.

Engelbrecht / Pfefferer

 

Abiturmotto: "Die goldenen 20er - mit Abstand die Besten"

Anna Siegel errreichte die Traumnote 1,0


 

Judith Brenner erreichte die Taumnote 1,0


 

StRin Wulff und StR Tausch stimmen während einer Andacht im Freien auf die Zeugnisverleihung ein