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Fairtrade Schule


 


 

Soziales Handeln in einer digitalen und globalen Welt
Julius-Echter-Gymnasium ist „Fairtrade-School“

Seit zwei Jahren arbeitet eine kleine Gruppe von Schülern und Schülerinnen unter der Leitung der Lehrkräfte Susanne Pfefferer und Kilian Kneisel tatkräftig daran, die Welt und ihre Schule ein klein wenig fairer zu gestalten. Aufgrund ihres unermüdlichen Engagements hat das JEG nun einen Meilenstein erreicht: die offizielle Ernennung zur 770. FairTrade-School in Deutschland.
Am Freitag, dem 26. Februar, erfolgt die Verleihung des Titels – aufgrund der aktuellen Corona-Regelungen nur auf digitalem Wege. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, fairen Handel weiter in den Schulalltag zu integrieren und Schüler und Schülerinnen zu motivieren, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und konkrete Handlungsoptionen für ihren Alltag aufzuzeigen.
Den Schülerinnen und Schülern ist es dabei besonders wichtig, Fair Trade nicht nur als den fairen Handel zu verstehen, sondern als faires Handeln zu begreifen. Fair zu seiner Umwelt zu sein, bedeutet nicht nur, die Arbeitskraft anderer zu schätzen und fair zu bezahlen, sondern sich nachhaltig und umweltbewusst zu verhalten. 
Mit zahlreichen Projekten haben die Jugendlichen und ihre Lehrkräfte sich auf dem Weg zur Auszeichnung darum bemüht, den fairen Handel im Schulalltag zu verankern und ein Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung zu schaffen. Besonders stolz ist die AG darauf, ein eigenes Design für die fair gehandelte „gute Schokolade“ gestaltet zu haben. Pro fünf verkauften Tafeln pflanzt die Organisation Plant for the Planet einen Baum – mit über 2000 verkauften Tafeln konnten also 400 Setzlinge durch das JEG gepflanzt werden. Der Elsenfelder Dorfladen erfreut sich dank der Initiative an nachhaltigen Einkaufsbeuteln, die die Gruppe gestaltet und auf dem Apfelmarkt in Elsenfeld unter die Bevölkerung gebracht hat. Auf dem FairFestival in Mömlingen und auch bei zahlreichen schulinternen Aktionen informierten die Schülerinnen und Schüler zu Themen wie „Fairer Handel – was ist das?“ oder Arbeitsbedingungen in unterschiedlichen Regionen der Welt. Verankert wurden diese Themen auch im Unterricht verschiedener Jahrgangsstufen, um auch hier die Schüler und Schülerinnen auf die Problematik aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren. Ein inzwischen nahezu fest installiertes P-Seminar zu Fair-Trade-Themen unter der Leitung von Susanne Schmitt unterstützt dabei das Wirken der Arbeitsgemeinschaft. 
Auch wenn die Pandemie eine Fortführung im Unterrichts- und Schulalltag eingeschränkt hat, ging die Arbeit hinter den Kulissen weiter. Zwar konnte keine große Zertifizierungsfeier geplant und durchgeführt werden, aber der Digitalisierung sei Dank, können den Mitschüler*innen, Eltern und Lehrkräften mit Hilfe unseres selbst gestalteten Videos Idee, Auszeichnung und Ziele der Fairtrade-School nähergebracht werden. 
Ein Ausruhen auf den Lorbeeren gibt es nicht: Kreativ werden neue Ideen für einen fairen und nachhaltigen (Schul-)Alltag für Distanz- und Präsenzunterricht entwickelt, um dem Titel gerecht zu werden. 
Sophia Salzer, Susanne Pfefferer
 

Stimmen aus dem Arbeitskreis:

Von Politikern, Eltern und auch den Medien bekommen wir immer wieder gezeigt, was in unserer heutigen Welt alles schlecht läuft und dass wir Jugendlichen die Macht hätten die Zukunft zu bestimmen. Eine genaue Anleitung zum Bessermachen gibt es aber nicht - so dachte ich zumindest . Durch den FairTrade-AK konnte ich gegen dieses Ohnmachtsgefühl angehen. Außerdem lernte ich durch neue Freundschaften und Gespräche mit anderen und auch intensiver Recherchearbeit, wie wichtig es ist über seine Privilegien nachzudenken und Verantwortung zu übernehmen - nicht nur obwohl, sondern gerade weil andere es nicht tun. Zusammen haben wir beispielsweise auch einen monatlichen Welt-fair-besserer-Newsletter erstellt, um den Menschen so eine Anleitung mit an die Hand zu geben, wie ich sie mir vor nicht allzu langer Zeit selber gewünscht hätte. Dadurch können wir aufzeigen, dass es eben doch einen Weg gibt, die Welt zu fairbessern! :-)

Wie man heute noch akzeptieren und einfach so hinnehmen kann, dass für den eigenen Luxus und die eigene Bequemlichkeit sich andere Menschen zu Tode schuften und unter dem Existenzminimum leben müssen, ist für mich absolut unverständlich. Wir versuchen einfach unseren Teil beizutragen, dass das nicht so weiter gehen muss.

Was bedeutet Fair Trade für mich? Fair Trade ermöglicht Menschen in prekären Verhältnissen einen so fairen Handel, dass dieser eine Lebensgrundlage bietet. In der Fairtrade-AG versuchen wir, diese Form des Handelns an unserer Schule zu etablieren und vor allem andere Schüler zu informieren, dass diese Fairtrade in ihren Alltag mit eingliedern. Ich glaube, wir vergessen manchmal vor lauter Schnelligkeit in unserem Alltag, dass alles etwas kostet und für jede Form von Konsum irgendein Preis bezahlt werden muss. Und dieser sollte definitiv nicht von den Leuten am Anfang der Kette bezahlt werden, sondern wir als Komsumgesellschaft sollten diesen Menschen eine würdige Grundlage bieten. Fairer Handel ist dabei der erste Schritt, den wir gemeinsam gehen müssen, um dieses Ziel zu erreichen.