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Brigitte-Sauzay-Austausch 2016

Seit dem Jahre 1989 fördert das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) den mittelfristigen individuellen Schüleraustausch zwischen Deutschland und Frankreich. So unterstützt das Brigitte-Sauzay-Programm Schüler der 8. bis 11. Klasse, die seit mindestens zwei Jahren Französisch lernen und einen individuellen Aufenthalt in Frankreich auf Austauschbasis absolvieren wollen.

Am JEG gehört dieses Programm seit Jahren zum festen schulischen Angebot, und so haben wir dieses Schuljahr (2015/2016) drei französische Sauzay-Austauschschüler aus drei verschiedenen Regionen Frankreichs empfangen:

- Gabrielle Gantz aus Grenoble in der Region Rhône-Alpes (bei Eva Lange, 8d)
- Victoria Lessufleur aus Vichy in der Auvergne (bei Michaela Amrhein, 8c+)
- Corentin Minot aus Honfleur in der Normandie (bei Christoph Geske, 8c+)

Zu Beginn des neuen Schuljahres (2016/2017) sind dann vier Schüler/innen des JEG (Luis Bauer, Christoph Geske, Katharina Kurz und Eva Lange) für mehrere Wochen in unser Nachbarland aufgebrochen und inzwischen mit vielen wertvollen Erfahrungen nach Deutschland zurückgekehrt, wie ihre Berichte eindrucksvoll zeigen:

 

Katharina Kurz (9R) berichtet von ihrem Aufenthalt:

Sechs Wochen Frankreich. Je nachdem, aus welchem Blickwinkel man es betrachtet. eine entweder sehr kurze oder eine sehr lange Zeit. Verglichen mit einem Menschenleben sind sechs Wochen nichts als unbedeutender Funke, eine schnell vergangene und vergessene Zeit. Allerdings kann ich mit Sicherheit behaupten, dass die sechs Wochen, die ich in Frankreich verbrachte, keineswegs unbedeutend waren, vielmehr das Gegenteil. Ich lernte unglaublich viele neue Leute kennen, sowie eine andere Kultur mit gutem Essen, und lernte auch viel über die französische Sprache.
Mit der Verständigung hatte ich eigentlich nie Probleme, was ich auch meiner Gastfamilie zu verdanken habe, die für mich immer langsam und deutlich sprach und Dinge gegebenenfalls auch wiederholte oder genauer erklärte. Allerdings bemerkte ich schon, dass ich mich mit der Zeit immer besser verständigen konnte und auch mein Vokabular sich vergrößerte.
Das Thema verstehen spielte natürlich ebenfalls in der Schule eine große Rolle. Wie viel ich im Unterricht letztendlich verstand, hing stark vom Fach, den zu behandelten Themen und auch den Lehrern ab. Während ich zum Beispiel bei meinem lispelnden Mathelehrer rein gar nichts verstand, konnte ich in Sozialkunde sogar teilweise mitarbeiten. Doch auch wenn ich gewisse Dinge nicht verstand, war das kein Problem: dann vertrieb ich mir die Zeit einfach mit Sudokus oder meinen Hausaufgaben für das JEG. Leider gab es jedoch auch Dinge in der Schule, die nicht ganz so erfreulich waren, wie die langen Schulzeiten. Zweimal die Woche bis halb sechs und zweimal bis halb vier Schule zu haben machte mir anfangs ziemlich zu schaffen. Zum Glück gewöhnte ich mich dann aber doch schnell daran. Auch die langen Schlangen vor der Kantine oder der unheimlich anstrengende Schulsport machten nicht immer Spaß. Generell würde ich auch sagen, dass meine Lehrer in Frankreich um einiges strenger waren. Ebenfalls neu für mich war, dass „Zuspätkommer“ dem Unterricht verwiesen wurden und einen Eintrag in ein kleines Heftchen bekamen. In diesem Heft wurde auch sorgfältig notiert, wenn man krank war oder Unsinn machte. Es war verpflichtend, dieses Heft immer dabei zu haben.
Und dann natürlich das Essen. Zuerst sollte ich erwähnen, dass man in Frankreich zwischen dem Frühstück und dem Mittagessen eigentlich nichts isst, weshalb ich so gut wie immer Hunger hatte. Letztendlich brachte ich dann, zur Belustigung meiner Mitschüler, fast jeden Tag eine Banane mit in die Schule. Auch dass man in Frankreich fast nur stilles, meist Leitungswasser trinkt, war zuerst komisch. Ansonsten hat mir das Essen jedoch meist geschmeckt (wenn es nicht gerade Gedärme gab), und ich habe viele neue Gerichte probiert. Nachdem wir einmal mit der ganzen Familie Kastanien sammeln waren, gab es dann zwei Tage lang alle möglichen Speise, die Kastanien enthielten.
Ich sollte noch erwähnen, wie viele tolle Leute ich kennenlernen durfte. Meine Gastfamilie, die ich schon mehrmals besucht hatte und daher schon kannte, war wie immer nett und total lustig. Ich hatte dort mein eigenes Zimmer, das recht groß war, und in dem ich mich auch wohlfühlte. Besonderes Glück hatte ich auch, da ich zwei Austauschpartnerinnen habe, die ungefähr in meinem Alter sind. Mit ihnen verstand ich mich besonders gut, und wir hatten viel Spaß. Auch meine Klasse, ich besuchte die 10. Klasse eines Lycée, war sehr nett. Ich wurde sehr schnell aufgenommen und verstand mich auch mit den meisten Leuten sehr gut. Zudem lernte ich einige neue Freunde kennen, mit denen ich meine Freistunden verbrachte. Dementsprechend schwer fiel mir dann auch der Abschied. Ich hoffe sehr, dass ich bald wieder nach Frankreich kann, um meine Freunde und meine Gastfamilie wieder zu treffen.
 

Erfahrungsbericht von Christoph Geske (9c):

Meinen Austauschpartner Corentin lernte ich bereits vor zwei Jahren über einen Schüleraustausch im Rahmen der Städtepartnerschaft Wörth-Honfleur (Normandie) kennen. Bei meinem letzten Besuch im März 2015 fragte mich Corentin, ob ich Interesse an einem längeren Austausch (Brigitte-Sauzay-Programm) hätte. Da ich mich in der Familie und Umgebung sehr wohlfühlte, zögerte ich nicht lange. Ein solches Angebot, mit dem Vorteil die Gastfamilie bereits zu kennen, würde sich wahrscheinlich nicht wiederholen.
Nachdem Corentin für 12 Wochen bei mir zu Gast war und das JEG besuchte, hieß es dann am 18. August 2016 für mich, auf nach Gonneville-sur-Honfleur. Wie der Name schon sagt liegt der Ort unweit von Honfleur, einer tollen Hafenstadt an der Seinemündung, gegenüber von Le Havre. Nach der herzlichen Begrüßung durch die Familie erfuhr ich, dass es gleich am nächsten Tag zusammen mit den Großeltern für eine Woche in ein Ferienhaus in der Nähe von Valognes (Normandie) gehen sollte. Dort besuchten wir Cherbourg, La Hougue, Barfleur, den kleinsten Hafen von Frankreich, sowie einen tollen Markt. Eine Wanderung entlang der Steilküste mit Blick auf die Inseln Jersey und Guernsey sowie Schwimmen im Atlantik gehörten auch zu unseren Ausflügen.
Wieder in Gonneville-sur-Honfleur erwarteten mich die vielen Tiere (Esel, Gänse, Ziege, Hühner und Katzen) meiner Familie, die ihren Auslauf auf dem riesigen Grundstück in ländlicher Umgebung genossen. Mit Corentin, den Eltern (Catherine und Christian), sowie den Geschwistern (Marceau, Etienne und Perrine) habe ich mich sehr gut verstanden, und sie haben mich toll in die Familie integriert. Anfangs hatte ich noch etwas Probleme, den Gesprächen zu folgen, doch das wurde sehr schnell immer besser.
Am 2. September 2016 war es dann so weit. Um 8.10 Uhr begann die Schule und ich besuchte mit Corentin die 1erS2 des Lycée Albert Sorel Honfleur (vergleichbar mit unserer 11. Jahrgangsstufe). Dem Lycée Albert Sorel ist auch ein Internat angeschlossen. Zuerst fiel mir die tägliche Begrüßung mit einem „Bonjour“ zwischen Schüler und Lehrer beim Betreten des Klassenzimmers auf. Auch die herrschende Stille während des Unterrichts, denn die Schüler sprachen kaum untereinander, war mir in dieser Form fremd. Ungewohnt und anstrengend waren für mich auch die Dauer (55 Minuten) einer Schulstunde und der lange Schultag bis 17.25 Uhr.
Dazwischen gab es manchmal immer wieder eine Freistunde, die wir in der Bibliothek verbrachten. Auf den Mittwoch freute ich mich immer besonders, denn da endete der Unterricht bereits um 12.05 Uhr. In den naturwissenschaftlichen Fächern Physik, Chemie und Mathematik verstand ich leider nicht immer alles, da meine Mitschüler im Stoff schon etwas weiter waren als ich. Dafür machten mir die Fächer Englisch, Deutsch, Geschichte und Französisch umso mehr Spaß. In Französisch lasen die Schüler bereits Prüfungsliteratur und machten Stilanalysen, da dort schon Ende der 11. Jahrgangsstufe das Abitur in Französisch geschrieben wird. Das Schulklima war sehr angenehm, die Lehrer waren sehr bemüht, und ich fand auch schnell viele Freunde, die sich mit mir unterhielten und viele Fragen stellten. Das bei uns übliche Pausenbrot gibt es dort nicht. Das reichhaltige Mitttagessen in der Kantine um 12.05 Uhr schmeckte dafür immer hervorragend und die Auswahl war groß.
An die Essgewohnheiten, sei es das Frühstück, in Kaffee oder heiße Schokolade getunktes Baguette, oder das tägliche späte und mehrgängige warme Abendessen um 21.00 Uhr, habe ich mich rasch gewöhnt.
In der Freizeit übten wir Bogenschießen und sprangen viel auf dem riesigen Trampolin im Garten der Gastfamilie. Drei Wochen vor Ende des achtwöchigen Austausches stürzte ich auf dem Trampolin. Beim Sturz hatte ich mein Handgelenk gebrochen. Im Krankenhaus wurde es in Narkose gerichtet, und ich erhielt einen Oberarmgips. Dieser schränkte mich in meiner Beweglichkeit deutlich ein. Alle waren sehr hilfsbereit zu mir, sodass ich nicht daran dachte den Austausch abzubrechen. Einen Tag nach dem Krankenhaus unternahmen wir den geplanten Ausflug nach Paris, bei dem wir den Eiffelturm, den Louvre, Notre-Dame, Sacré-Cœur und den Triumphbogen besuchten. Mit einer Bootsfahrt auf der Seine beendeten wir unseren Parisbesuch.
Je veux dire que cet échange était un grand succès pour moi et mon correspondant. Je me suis fait beaucoup d’amis et j’ai appris beaucoup de choses en France, la langue et le mode de vie. Il y a beaucoup d’élèves qui ont peur de faire un échange comme ça. Le temps a passé troooop vite ! Je propose ça à tout le monde !
Merci beaucoup à mon école, à Madame Hein et à Monsieur Trosbach, à ma famille d’accueil en France et au Lycée Albert Sorel.
 

Ein weiteres Meinungsbild von Luis Bauer (10a):

Als ich einer Freundin davon erzählte, dass ich einen Austausch für zwei Monate mache, meinte sie, das sei ja „nicht kurz und nicht lang“. Und so kam es mir auch vor, als ich dann in Nizza, Frankreich, war. Am Anfang kamen mir zwei Monate in einem fremden Land mit einer anderen Kultur und vor allem einer anderer Sprache sehr lange vor. Doch das änderte sich im Laufe des Aufenthalts schnell.
Ich war im letzten Sommer bereits für zwei Wochen in der gleichen Familie gewesen, um sie ein bisschen kennen zu lernen und zu schauen, ob ich mir das für den eigentlichen Austausch von zwei Monaten zutraue. Mein Austauschpartner Joseph war davor bei mir gewesen, so dass ich ihn schon relativ gut kannte und wir uns gut verständigen konnten.
Die Familie bestand aus dem Vater Vincent, der Mutter Hélyette, der kleiner Schwester Zélie, dem kleinen Bruder Timothé, dem großen Bruder Mayeul und natürlich Joseph. Das war für mich als Einzelkind erstmal eine große Umstellung, auf einmal in einer so großen Familie zu leben und dass es nie so ruhig war wie bei mir zu Hause. Ständig redete irgendjemand und am Abendessenstisch dann alle zusammen und durcheinander. In den ersten Tagen war ich damit noch völlig überfordert und verstand relativ wenig. Aber dadurch, dass die Familie mir immer viele Wörter erklärte, verbesserte sich mein Französisch stetig und am Ende verstand ich nicht nur fast alles, sondern konnte mich sogar an den Gesprächen beteiligen.
Als ich in Nizza ankam, verblieb noch eine Woche der dortigen Sommerferien, und so unternahmen wir viele Sachen, auch wenn es manchmal etwas zu heiß war – mitunter über 35 Grad! Wir besichtigten Monaco, Menton, Antibes und weitere kleinere Städtchen an der Côte d’Azur.
Ich war in der 2nde13 am Lycée Albert Calmette, was der 10. Klasse bei uns entspricht. Mit der 2nde beginnt in Frankreich das Lycée, die drei letzten Jahre, an deren Ende das „Bac“, das Abitur, geschrieben wird. Joseph war aber in der „Terminale“, der 12. Klasse, weshalb wir nicht in einer Klasse waren, und er jeden Tag länger Schule hatte als ich.
Somit war ich alleine in einer französischen Klasse, in der ich niemanden kannte und mich so gut wie (noch) nicht verständigen konnte. Am ersten Schultag hatten wir einen Vortrag des Direktors, in dem er uns dazu aufforderte, jetzt mehr zu lernen und „seriös“ zu werden, man wäre ja nicht mehr am „collège“ (die Schule vor dem Lycée). Das gleiche erklärte uns danach nochmal unsere Klassenleiterin, während sie uns unsere Stundenpläne austeilte. Im Vergleich zu meinem Stundenplan in Frankreich kommen mir meine Stunden hier echt entspannt vor, und ich freue mich jeden Donnerstag, wenn ich „schon“ um 17 Uhr zu Hause ankomme – anders als in Nizza, wo ich donnerstags erst um 18 Uhr Schulschluss hatte. Generell konnte sich eine Stunde, die in Frankreich immer 55 Minuten lang ist, ziemlich hinziehen und einen sehr erschöpfen.
Ich fand relativ schnell Freunde in der Klasse und freundete mich mit 3 Austauschschülerinnen, die aus München kamen, gut an und unternahm teilweise mit ihnen nach der Schule noch Sachen in der Stadt, während Joseph noch Unterricht hatte. Mit ihnen ließ sich die Schulzeit gut ertragen, da man zusammen über die Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich reden konnte und so auch immer jemanden hatte, mit dem man sich auf Deutsch unterhalten konnte.
Die erwähnten Unterschiede sind teilweise nicht groß, aber trotzdem gibt es viel zu viele, als dass man alle nennen könnte. Nach den zwei Monaten musste ich mich, als ich wieder in Deutschland war, sogar wieder etwas an Deutschland gewöhnen – was aber ziemlich schnell ging.
Alles in allem kann ich den Austausch nur jedem empfehlen, das Sprachniveau verbessert sich stark und man lernt viel der französischen Kultur und des Lebensstils kennen. Soviel kann man in keinem Französischunterricht lernen, wenn man es nicht selber für eine gewisse Zeit erlebt hat!
Der Austausch hat mich weiter gebracht, und ich würde es jederzeit wieder machen. Und letztendlich waren die zwei Monate doch gar nicht so lange, wie am Anfang gedacht – eigentlich war es sogar genau die richtige Länge.
 

Ebenfalls Eva Lange (9R) berichtet von ihren Erfahrungen:

Ich werde im Folgenden von meinen persönlichen Erfahrungen berichten, die ich bei einem Brigitte-Sauzay-Austausch gemacht habe. Meine Schwester hatte bereits an dem Austausch 2014 teilgenommen, ihr Französisch sehr verbessert und viele positive Erfahrungen gesammelt; auch deswegen entschied ich mich dafür, einen Einzelaustausch mit Gabrielle Gantz zu machen. Wir nutzten Skype, um uns vor unserem ersten Treffen ein wenig kennen zu lernen. Schließlich kam sie im Juni 2016 zu uns nach Deutschland, besuchte mit mir den Unterricht und blieb vier Wochen.
Dann reiste ich in den Sommerferien nach Grenoble, eine Stadt in den französischen Alpen. Meine Gastfamilie, famille Gantz, bestand aus der Mutter Isabelle, Hervé, dem Vater, der großen Schwester Ariane und natürlich Gabrielle. Die erste Woche meines vierwöchigen Aufenthalts war die letzte Ferienwoche in Frankreich, deswegen konnten wir sie nutzen um Ausflüge zu machen (z. B. fuhren wir zu einem Badesee) und uns besser kennen zu lernen. Meine Familie war von Anfang an sehr nett zu mir, und ich fühlte mich schnell sehr wohl bei ihnen.
Mit der Verständigung klappte es anfangs schon recht gut, meine Französischkenntnisse reichten aus um Fragen zu stellen oder um zu verstehen, wenn jemand mit mir redete; allerdings fiel es mir schwer einer Unterhaltung oder Diskussion zu folgen oder gar mitzureden. Das fiel besonders auf, wenn alle zum dîner, dem Abendessen - das in Frankreich ungefähr so wichtig ist wie bei uns das Mittagessen - zusammenkamen, um nach dem Essen noch lange zusammen zu sitzen und zu reden: in den ersten Tagen verstand ich fast nichts, das verbesserte sich aber im Laufe meines Aufenthalts enorm, am Ende konnte ich sogar mit diskutieren und scherzen.
Mit der zweiten Woche begann auch die Schule. Ich besuchte mit Gabrielle die Klasse troisième 7 (die neunte Klasse) am Collège Charles Munch in Grenoble. Der Unterricht begann je nach Wochentag um 8, 9 oder 10 Uhr und dauerte außer mittwochs immer bis nachmittags, spätestens bis 17:30 Uhr, die Unterrichtsstunden waren immer ganze oder eineinhalb Stunden. Das war anfangs sehr ungewohnt und auch anstrengend, aber ich gewöhnte mich daran. Andere Unterschiede waren zum Beispiel, dass die Lehrer sehr viel strenger waren, wer mehr als fünf Minuten zu spät war, im Unterricht redete oder auf andere Art auffällig wurde, bekam einen Eintrag in ein Heft, das carnet de liaison. Beim Betreten oder Verlassen des Schulgebäudes mussten die Schüler dieses auch vorzeigen.
Gabrielles Mitschüler und Lehrer waren sehr nett zu mir, und nahmen mich schnell in ihre Gemeinschaft auf; am ersten Tag, als die Fotos gemacht wurden, durfte ich sogar mit auf das Klassenfoto. Viele waren auch interessiert, warum ich diesen Austausch machte, und wie es in Deutschland so ist. Es fiel mir meistens überraschend leicht dem Unterricht zu folgen, in manchen Fächern wie z. B. Histoire-Géo (Geschichte/Geographie), Französisch, Englisch und natürlich Deutsch konnte ich sogar mitarbeiten. In Deutsch wurde ich von Madame Vial, der Deutschlehrerin, gebeten einen Vortrag über das deutsche Schulsystem und meine Schule zu halten (siehe Bild oben). Anschließend beantwortete ich die vielen Fragen, die meine Mitschüler danach hatten.
Nach der Schule hatte ich meist Freizeit; da meine Gasteltern beide berufstätig sind und Ariane für ihr bac (Abitur) und Gabrielle für anstehende Tests lernen musste, blieben meist nur die Abende und Wochenenden, um etwas gemeinsam zu unternehmen: wir gingen ins Schwimmbad, machten eine Fahrradtour oder gingen in den umliegenden Bergen wandern (siehe Bild unten).
Fazit: Ich hatte anfangs Bedenken, alleine in einem fremden Land zu sein, dann aber doch eine wirklich sehr schöne Zeit in Frankreich und kann nur empfehlen, auch an einem Austausch teilzunehmen. Es ist eine besondere Erfahrung eine Kultur nicht nur als Tourist zu erleben, sondern mitten drin zu sein. Gleichzeitig verbessert man sein Französisch sehr, mir fällt es jetzt viel leichter frei zu reden und ich habe auch viel dazugelernt. Ich würde meine Gastfamilie jederzeit wieder besuchen.


 
Hein / Trosbach

 
11.11.2016 16:18:52 | Julius-Echter-Gymnasium, JEG Webmaster