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Digitale Medien in der Familie

Vortrag von Felix Behl am JEG 

Seit dem Lockdown 2020 hat sich ein Bild schon beinahe ikonisch in die öffentliche Wahrnehmung eingebrannt: Kinder und Jugendliche, die gebannt auf Computerbildschirme starren. Aber auf was eigentlich? Lernmaterialien ihrer Schule? Oder Videoclips der Internetplattform Tik Tok? Seitdem die Digitalisierung Einzug in die Kinderzimmer gehalten hat, sind viele Eltern wegen des intensiven Internetkonsums verunsichert. 
Deshalb luden der Elternbeirat des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld und die SMV am 26. April 2021 zu einer medienpädagogischen Online-Informationsveranstaltung für Eltern von 10- bis 14-Jährigen ein.
 

Handlungssicherheit für Eltern

Marion Lebold, Elternbeiratsvorsitzende des JEG, bringt den Zweck der Veranstaltung bei ihrer Begrüßung auf den Punkt: Sie wünsche sich angesichts der Gefahren, die das Internet für Heranwachsende bereithalte, „Handlungssicherheit für Eltern“.
In seinem rund 90minütigen Vortrag mit den Schwerpunkten Verständnis, Verantwortung und Kompetenz klärt Referent Felix Behl, Mittelschullehrer aus der Region und Fachmannn für schulische Digitalisierung, darüber auf, wie Eltern ihre Kinder im Umgang mit Sozialen Netzwerken und Messenger-Diensten unterstützen können.
„Keiner will die Zeit zurückstellen“, so sein Eingangsstatement. Denn es sei, angesichts unserer digitalisierten Lebenswelt, anachronistisch, Schülerinnen und Schüler gänzlich von digitalen Angeboten fernzuhalten, wie es etwa der Medienkritiker Manfred Spitzer fordert. Darüber hinaus ist das Smartphone längst zum Allzwecktool mutiert, mit dem man eine Vielzahl unterschiedlicher Tätigkeiten ausführen kann, die für sich genommen nicht verwerflich sein müssen, etwa lesen oder fotografieren.
 

Vermittlung von Medienkompetenz im Fokus

Gefragt ist also die Vermittlung von Medienkompetenz, die gemäß der Stiftung Medienpädagogik Bayern auf den drei Säulen selbstbestimmte Nutzung, kritische Reflexion und aktive und kreative Gestaltung basiert. Selbstbestimmung ist laut Behl die Grundvoraussetzung sachgemäßen Agierens auf Online-Plattformen, denn Kinder und Jugendliche ignorieren oftmals, dass es den Konzernen einzig um Gewinnmaximierung mittels des Hortens der Nutzerdaten geht. Damit einhergehen muss intensive Aufklärungsarbeit bezüglich der Folgen, denn was mit den geposteten Inhalten Schlimmes passieren könnte, ist Minderjährigen selten bewusst. Umgekehrt überprüfen sie auch den Wahrheitsgehalt der aus dem Internet stammenden Informationen oft nicht und gehen so unseriösen Quellen auf den Leim. 
Da Kinder den Umgang mit Medien zuallererst zu Hause lernen, ist die Vermittlung von Medienkompetenz Familiensache. Felix Behl verweist in diesem Zusammenhang auf die Vorbildrolle der Eltern. Ihre Aufgabe ist es außerdem, den Medienumgang in der Familie zu thematisieren, verbindliche Nutzungszeiten zu vereinbaren und Grenzen zu setzen.
Einen Wermutstropfen musste Behl seinen Zuhörerinnen und Zuhörern leider verabreichen: Es gibt keine Patentrezepte; allein der ständige Dialog in der Familie schützt vor unliebsamen Überraschungen.
Thum
 

 
29.04.2021 21:16:26 | Julius-Echter-Gymnasium, JEG Webmaster