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Es ist nie zu früh für Bewegung und gesunde Ernährung

Untersuchungen lassen keinen Zweifel: Der Bewegungsmangel bei Kindern hat in den letzten Jahren extrem zugenommen, parallel dazu der Anteil der übergewichtigen Kinder, der inzwischen mindestens 15 Prozent beträgt, mit all den Folgeschäden, mit denen in der Folge zu rechnen ist. Unter Koordinationsproblemen, unter Kreislauferkrankungen und Diabetes erkranken von Jahr zu Jahr mehr Menschen in Deutschland. Und Wissenschaftler haben keinen Zweifel daran, dass mit mehr Bewegung und gesunder Ernährung schon im Kindergartenalter wirksame Abhilfe geschaffen werden könnte. Dass nach aktuellen Untersuchungen fast jedes zweite Kind mit Haltungsschäden in die Grundschule kommt, macht die Brisanz dieses Themas deutlich.

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Reden hilft nicht, man muss was tun, sagten sich Martina Röthlein und die 12 Jungen und Mädchen des Praxisseminars am JEG, als sie für 75 Kinder zwischen drei und sechs Jahren am Elsenfelder Kindergarten „Rasselbande“ einen Bewegungstag organisierten. Am 19. November war es so weit: Die JEG’ler hatten in der Sparkassenarena einen umfangreichen Geräteparcours aufgebaut und spannende und unterhaltsame Gruppenspiele vorbereitet. Als die 75 Kindergartenkinder unter der Leitung von Carina Janetschek mit den Erzieherinnen in der Halle eintrafen, konnte es gleich losgehen. Das musste den Kindern nicht zweimal gesagt werden. Mit großem Elan und ganz viel Spaß stürzten sie sich auf die Matten und die schrägen Bänke, die als Rutschbahnen dienten, tobten sich in Laufspielen aus und nutzten auch die Barren unter der Anleitung der Oberstufenschüler als altersgerechte Spielzeuge.

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Das machte natürlich Hunger und Durst und auch daran hatte das P-Seminar gedacht. Dank Sachspenden der Firmen Bauer-Markt und Getränke Österlein und mit Hilfe der Kindergartenköchin konnten Orangen- und Apfelsaft mit Mineralwasser bereit gestellt und den Kindern Karotten, Gurken, Paprika, Äpfel, Bananen und Trauben in mundgerechten Portionen angeboten werden. Anfangs hatte man Angst, es könne viel übrig bleiben. Diese Angst erwies sich schnell als völlig unbegründet: Wer sich viel bewegt, hat auch Hunger und Durst, und wenn die so gesund gestillt werden wie vom P-Seminar, dann haben am Ende auch alle ein gutes Gewissen.
Eine gute Idee der Seminarteilnehmer aus dem JEG: Für die Krabbelgruppe  war in der Turnhalle des Kindergartens eine Spielelandschaft aufgebaut worden, die bei den Kleinen mindestens so viel Begeisterung hervorrief wie das Theaterstück bei allen 75 Kindern. Das hatten drei JEG’ler selbst geschrieben und darin ganz anschaulich und höchst unterhaltsam vorgeführt, wie wichtig gesundes Essen und viel Bewegung ist, wenn man gesund und zufrieden leben will. Im Stück rund um eine Prinzessin und ihre Verehrer gibt es jedenfalls ein Happy End und daran hat Sporttreiben einen ganz großen Anteil.
Über die Oberstufenreform im G 8 ist oft sehr kontrovers diskutiert worden. Wenn man aber so konkrete und praxisnahe Aktionen im P-Seminar vorbereitet und durchführt wie die JEG’ler unter dem Thema „Organisation eines altersgerechten Bewegungstages für Kindergartenkinder, dann gibt es gar nichts zu meckern und am Ende sind alle Gewinner: die Seminarteilnehmer, die sehr zufrieden mit Verlauf und Ergebnis waren, und vor allem die Kindergartenkinder, die nicht nur einen unterhaltsamen und lustigen Tag genießen durften, sondern sicher auch einiges über den Wert von Bewegung und gesunder Ernährung kennen gelernt haben.
 
Heinz Linduschka

 
01.12.2014 14:05:21 | Julius-Echter-Gymnasium, JEG Webmaster