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Sch├╝leraustausch des JEG mit Indien

Klopapier als Wetteinsatz

“Exchanges are not a few moments in your life, it’s your life in a few moments.” So wurden wir, die Schülerinnen und Schüler des Julius-Echter-Gymnasiums, an der Delhi Public School Bangalore begrüßt. Und es stimmt, wir haben viele Eindrücke gesammelt, Menschen, Kulturen und Rituale kennen gelernt und in der Zeit vom 23.10. bis. 06.11. vor allem Indien erlebt.

Nach einer herzlichen Begrüßung am Flughafen ging es im Indienstyle nach Hause, also zu viert auf der Rückbank des Autos, natürlich ohne sich anzuschnallen, mit viel Gehupe und Kühen auf der Straße. Unsere Gasteltern stellten uns gleich die Frage, die wir in den nächsten zwei Wochen am häufigsten hören sollten: Habt ihr Hunger?

Am zweiten Tag ging es in die Schule, wobei die Hinfahrt ein größeres Abenteuer als der Schulbesuch selbst war. Die etwa 9000 Schüler werden mit rund 250 Bussen zur Schule gebracht, die etwas außerhalb im Osten von Bangalore liegt. Wegen der schlechten Straßen musste man aufpassen, nicht im Sitz abzuheben, denn trotz des ausdrücklichen Hinweises unserer Gastfamilien, sich nicht in den hinteren Teil des Busses zu setzen, saßen wir natürlich genau dort.

Die Schule in Indien kam uns sehr widersprüchlich vor. Einerseits galten strenge Regeln: Zum Beispiel dürfen Jungs keine zu langen Haare haben, andererseits wirkte der eigentliche Unterricht chaotisch und eher nebensächlich. Da war zum Beispiel der Sporttag, für den monatelang geprobt wurde, wichtiger. Auch an das Motto „Eine Stunde zu spät ist immer noch pünktlich“ und spontane Änderungen des Tagesplans mussten wir uns noch gewöhnen. Dadurch blieb genug Zeit, um Wetten abzuschließen, etwa wie viele Gruppenfotos noch gemacht werden würden oder um wie viele Minuten sich der Zeitplan dieses Mal verschieben würde. Als Einsatz diente dabei scherzhaft Klopapier, das auf Grund landestypischer Gewohnheiten in Indien rar war. Ganz im Gegensatz zum Essen. Etwa alle zwei Stunden wurden wir, egal ob hungrig oder nicht, mit warmen indischen Speisen versorgt.

Unser Aufenthalt fiel in den Zeitraum des Lichterfests „Diwali“. Dies ist vom Stellenwert etwa mit unserem Weihnachten vergleichbar. Nicht nur Wohnungen werden aufwändig geschmückt, sondern es wird sich auch in traditioneller Kleidung mächtig heraus geputzt. Unsere neuen Outfits wurden ebenfalls so perfekt abgestimmt, dass selbst die Farbe des Rocks an den Hautton angepasst wurde, Ohrringe der Kleidung gemäß gewählt wurden und Armreife und Henna-Tattoos an den Händen natürlich auch nicht fehlen durften.

Am Ende unseres Abenteuers waren jedoch Henna-Tattoos nicht die einzigen Andenken, die wir mit nach Hause nahmen. Zahlreiche Eindrücke, Erinnerungen und Erfahrungen werden sicher nicht innerhalb der nächsten Tage verblassen. Auch eine veränderte Perspektive auf uns selbst und eine neue Wertschätzung für Dinge, die vorher selbstverständlich schienen, befinden sich in unserem Reisegepäck. Das Wichtigste jedoch, das wir mitgebracht haben, sind neue Freundschaften.

Leonie Geyer


 
29.11.2019 08:43:29 | Julius-Echter-Gymnasium, JEG Webmaster