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Dr. Markus Hünemörder referiert über ″State and Religion in the United States″

″A Nation with the Soul of a Church″

Erlenbach/Elsenfeld. Vor über 350 Oberstufenschülerinnen und -schülern des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld und des Hermann-Staudinger-Gymnasiums Erlenbach referierte Dr. Markus Hünemörder, Lehrbeauftragter am Amerika-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München, am 23. Oktober 2019 über ″State and Religion in the United States″, also die Bedeutung der Religion in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Sehr verständlich und zum Teil auch sehr unterhaltsam brachte Herr Hünemörder dieses komplexe Thema den Schülerinnen und Schülern, und manch einem interessierten Kollegen, nahe. Denn einerseits sind die USA das Land der religiösen Freiheit, in dem schon im „Bill of Rights“ 1791 das Recht auf freie Ausübung der eigenen Religion garantiert wurde und in dem sich der Staat konsequenterweise jeder religiösen Einmischung enthält – never will there be a state religion.

Andererseits sind es gerade auch Fragen religiösen Ursprungs, die die politischen Konflikte hervorrufen und zu der tiefen Spaltung geführt haben, die die USA  zur Zeit belasten. So hat der Staat seit den 1960er Jahren eine strikte Trennung zwischen staatlichen Einrichtungen und religiösen Aspekten des Lebens durchgesetzt, z.B. wurde das Schulgebet an staatlichen Schulen verboten und Schulen religiöser Gemeinschaften erhalten keine staatlichen Zuschüsse.  Auch hat der Supreme Court, das oberste Gericht der USA, verboten, dass „Creationism“ und „Intelligent Design“ an stattlichen Schulen parallel zur Evolutionstheorie unterrichtet werden. Gleichzeitig jedoch hat sich seit den 1980er Jahren, vor allem unter dem Präsidenten Ronald Reagan, ein Bündnis der konservativen Evangelikalen mit den wirtschafts-liberal Konservativen entwickelt, sodass heute die „Christian Right“ einen sehr großen Einfluss in der konservativen Partei der Republikaner hat. Bei Themen wie dem Schulgebet, Sexualkunde, Abtreibung und Homosexualität sowie gleichgeschlechtlichen Ehen werden heute von der Partei der Republikaner sehr konservative Positionen bezogen. Im Gegenzug entwickelte sich die Partei der Demokraten in diesen Fragen in die entgegengesetzte Richtung. Verbunden ist diese Teilung mit dem Unterschied zwischen ländlichen und städtischen Räumen, dem ethnischen Hintergrund der Wähler und dem Bildungsstand. Nach 70 Minuten kam Herr Hünemörder zu dem Schluss, dass es für die Politiker eine sehr schwierige Aufgabe sein wird, diese Spaltung der US-amerikanischen Gesellschaft zu überwinden.

Der Vortrag von Herrn Hünemörder an den beiden Landkreisgymnasien ist eine gute Tradition geworden, denn jeder seiner Vorträge bringt eine Fülle von Informationen zu aktuellen Themen, die die USA betreffen, und so hoffen wir, im nächsten Jahr unseren Schülerinnen und Schülern wieder einen interessanten Vormittag bieten zu können.

Andrea Splinter (JEG), Karin Lange (HSG)


 
06.11.2019 19:14:45 | Julius-Echter-Gymnasium, JEG Webmaster