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Workshop „Journalistisches Schreiben“

27.04.2019 08:17:48 | Julius-Echter-Gymnasium, JEG Webmaster

Zwischen Zeilen und Zeitung

Wie verfasse ich einen authentischen Text? Was ist charakteristisch für einen Kommentar? Wie gestaltet sich die Arbeit eines Journalisten? Genau diese Fragen wurden während eines Workshops am Julius-Echter-Gymnasium Elsenfeld unter der Leitung von Christoph Söller bearbeitet. Der 27-Jährige Student der Kommunikationswissenschaften nahm sich der interessierten Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe an und erklärte sein Fach präzise.

Abwechselnd befassten sich die Beteiligten mit dem theoretischen Aufbau von Kommentar und Reportage und den dafür relevanten stilistischen Mitteln, aber auch damit, in welche verschiedenen Arten die Texte unterteilt werden können. Anschließend festigten die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen an praxisorientierten Übungen. Authentizität, Präzision und Simultanität stehen nur beispielhaft für die Merkmale, welche die Kursteilnehmer untersuchten und anschließend in Kleingruppen präsentierten.

Auch andere Themen regten zum Nachdenken an: Drogen. Mord. Skandale. Vor allem Texte über reißerische Themen werden viel und gern gelesen. Dass ein Verfassen solcher Schriften aber auch mit einer großen Verantwortung seitens des Journalisten einhergeht, kristallisierte sich schnell für unseren Kurs heraus. Muss alles während der Recherche Entdecktes veröffentlicht werden? Ab wann verletze ich mit personenbezogenen Texten deren Rechte? Greife ich durch meine sachlich erscheinenden Informationen die Würde anderer Menschen an? Obwohl diese Frage jeder Journalist gemäß seiner eigenen moralischen Vorstellungen beantwortet, machte unser Referent deutlich: jeder Verfasser von „ad hominem“-Texten muss sich diese Fragen stellen.

„Provokante Fragen sind notwendig“, so Söller. Das Erläutern der wichtigsten Aspekte der Recherchearbeit, aber auch die Einblicke in das Leben und die Arbeitsweise eines Journalisten halfen, einen neuen Blickwinkel auf diesen Beruf zu erhalten.

Dass sich der Unterschied von Online- und Print Journalismus schon anhand von Überschriften erkennen lässt und was genau einen visualisierten Kommentar so besonders macht, erklärte Christoph Söller an anschaulichen Beispielen.

Man könnte diesen Tag wohl mit vielen positiven Adverbien und Adjektiven beschreiben, doch „erfrischend interessant“, „lehrreich“ und „Leidenschaft weckend“ trifft es wohl am besten. Abschließend gilt ein besonderer Dank Christoph Söller für die Organisation und Durchführung dieser bereichernden Veranstaltung.

Geutner