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Vorlesen und Vergangenes lebendig machen

Lust am Lesen vermitteln und über historische Sachverhalte aufklären – passt das zusammen? Am Julius-Echter-Gymnasium Elsenfeld wollte man diesen Versuch dennoch wagen, und dazu bot der Weltvorlesetag am 16. November eine willkommene Gelegenheit. Dass die Wahl gerade auf das „Epochenjahr 1918“ als Thema fiel, ist der Tatsache geschuldet, dass genau vor 100 Jahren so Einiges los war: Ende des Ersten Weltkriegs, Ausrufung der Weimarer Republik, und nicht zu vergessen 100 Jahre Freistaat Bayern. Wenn nicht im Rahmen einer Schulveranstaltung, wo wäre dann der passende Ort, auf dieses wichtige Kapitel der deutschen Geschichte aufmerksam zu machen.
Der Weltvorlesetag sollte so die Schüler unbefangen und ohne Verpflichtung mit literarischen Texten ernsten und anspruchsvollen Inhalts konfrontieren. Dazu luden „Leseinseln“ im Eingangsbereich des Schulhauses und in der Bibliothek zum Zuhören ein. Schülerinnen und Schüler lasen während der Pausen kurze Passagen aus besonders eindrücklichen Büchern wie Ludwig Renns „Krieg“ und Ernest Hemingways „In einem anderen Land“ vor. Mit von der Partie als Vorleserin war auch Deutschlehrerin Susanne Pfefferer, die ihren Zuhörern die Tagebuchauszüge des bekannten Romanisten Victor Klemperer zur Revolution in Bayern 1918 sozusagen in mundgerechten Häppchen vorsetzte. Trotz des Pausentrubels und der eher schwerverdaulichen Lesekost fanden sich dennoch interessierte Zuhörer aus allen Jahrgangsstufen ein.
Bei einer weiteren Aktion lasen Schülerinnen und Schüler der Q 12, angeleitet von ihrer Deutschlehrerin Susanne Schmitt, in den fünften Klassen vor. Sowohl Vorleser wie Zuhörer waren mit Eifer und Konzentration bei der Sache; für die kleinen JEGler ein Ereignis, dass alle ihre Sinne ansprach.
Allen freiwilligen und eifrigen Vorleserinnen und Vorlesern sei an dieser Stelle nochmals herzlich für ihr Engagement gedankt!
Vielstimmig eingefordert und interessiert verfolgt wurde auch der sogenannte „Literarische Stundeneinstieg“ am Beginn jeder Unterrichtsstunde in den Jahrgangsstufen 5 bis 12. Die Initiatoren hatten einen reichen Fundus an lyrischen und epischen Texten zum Ersten Weltkrieg zusammengestellt, mit denen versucht werden sollte, die besonderen Anforderungen an die Menschen dieser Zeit aufzuzeigen und die Ausnahmesituation Krieg für die Schüler zumindest erahnbar zu machen.


 
Thum

 
16.12.2018 21:27:49 | Julius-Echter-Gymnasium, JEG Webmaster