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Besuch im Bibelhaus Frankfurt

Über kein anderes Werk wurde so viel geschrieben, gedacht und gestritten wie über – die Bibel. Kein Buch wurde so oft gelesen und verkauft. In 648 Sprachen übersetzt, ist sie das erfolgreichste und am weitesten verbreitete Buch der Welt. Nicht umsonst wird sie als das „Buch der Bücher“ bezeichnet.

Mit der Kultur, Geschichte und Lebenswelt dieses Buches beschäftigt sich das Bibelhaus in Frankfurt, welches die 5. Klassen in diesem Schuljahr zum ersten Mal besuchten. Bei einer fachkundigen Führung nahmen sie die Bibel genauer unter die Lupe und erhielten Einblicke in die Welt des Alten und Neuen Testaments.

Im Nomadenzelt tauchten sie in die Zeit des Stammvaters Abraham und seiner Frau Sara ein und saßen quasi bei ihnen im Wohnzimmer. Sie erfuhren, wie die Nomaden früher lebten, wie sie ihren Alltag verbrachten und welche Pflichten Männer und Frauen in der patriarchalischen Gesellschaft hatten. So war es die Aufgabe der Mütter, beim Mahlen des Korns ihren Kindern die Geschichten der Bibel zu erzählen, z.B. wie der Gott Israels Abraham erschien und ihm die Geburt seines Sohnes Isaak verkündete. Auf diese Weise wurden die Erzählungen der Bibel zunächst mündlich von Generation zu Generation weitergegeben, bevor sie aufgeschrieben wurden. An einer solchen uralten Mühle durften die Schülerinnen und Schüler dann auch selbst Korn malen und wohlriechende orientalische Öle auf die Haut auftragen.

Im originalgetreuen Nachbau eines Fischerbootes aus der Zeit Jesu erfuhren die Schülerinnen und Schüler vom Alltag seiner Anhänger, die am See Gennesaret als Fischer arbeiteten. Viel Spaß hatten sie, als sie mit Hilfe von besonderen Instrumenten einen Sturm auf dem See Gennesaret nachahmten, den Jesus und seine Jünger erlebten und den Jesus zu stillen vermochte. In Kleingruppen informierten sie sich selbstständig über einen Ausstellungsgegenstand, z.B. Münzen oder einen Schlüssel, dessen Geschichte und Verwendung sie danach der Gruppe vorstellten.

Ganz im Sinne des interreligiösen Lernens wurden an verschiedenen Stationen mehrfach Bezüge zu den beiden anderen monotheistischen Religionen Islam und Judentum hergestellt und auf diese Weise auf gemeinsame Wurzeln, aber auch Unterschiede verwiesen. Die als Erlebnisraum konzipierte Ausstellung und die vielen Originalfunde luden die Schülerinnen und Schüler zudem immer wieder zum Entdecken, Anfassen und Mitmachen ein. So konnten sie ihre in der Schule erworbenen Kenntnisse über die Bibel vertiefen und Neues auf anschauliche und erlebnisreiche Weise kennenlernen. Viele Schülerinnen und Schüler äußerten in der nächsten Religionsstunde sogar, dass sie sich mehr Zeit im Museum gewünscht hätten, um noch einmal selbstständig die Ausstellungsobjekte anschauen und das ein oder andere ausprobieren zu können. So blieben viele Eindrücke und sicher auch einige Fragen, die unbeantwortet bleiben mussten. Aber ein Wiederkommen lohnt sich auf jeden Fall!

Zum Abschluss stand noch ein Besuch auf dem Spielplatz an, der den informativen und erlebnisreichen Tag in Frankfurt abrundete.

Brendel